Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 51 (18.12.1841)
- Article
- Jüdische Sprachwissenschaft
- Date
- 1841-12-18
- Page
- Spalte 787-788 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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788 787 i Hebräische Sprachwissenschaft. Literärgeschichte der hebräischen Grammatiken. Iogus Hebraicus autiquus. Dieser hebräisch geschriebene Ccrtalog der hebräischen Grammatiken, welchen Christian Theophil Unger aus einer alten grammatischen Handschrift des Oralolre zu Paris abgeschcieben, ist sehr ' unbedeutend, und ist nur eine unbedeutende Erweiterung des Jbn-Esra'schm Verzeichnisses mit vielen Fehlern, und gegen das 'gegebene selbstständige Verzeichniß von; Wolf ganz ohne Werth. 2) Catalogus Grammaticoriim Jiulaicorum alpliabeticus. Dieses treffliche Ver-! zeichinß, welches bis 1700 so ziemlich vollständig ist, hat der Verfasser nur dadurch abgekürzt, daß er bei ' jedem Namen auf die ausführliche Erwähnung dessen in der ^Bibliothek verweist, sonst würde dieses sehr weitläufig ausgefallen sein. 3) Catalogus alpliabeticus Gramm aticorum Hebraeorum luter Christianos. Dieses Berzeichniß ist sehr groß, obgleich der Verfasser auch hier größtentheils nur auf andere Quellen verwiesen. 4) , 03)servaliones yariae ad rem Hebraeorum graminaticam pertinentes. In dieses Verzeichniß sind gebracht: Geschichten der hebräischen Sprache; Dissertationen und Reden über hebräische Philologie; Forschungen über Charakter und Alter der hebräischen Buchstaben, über ihre mystischen Bedeutungen, über die Vocalzeichm und die Vocal-Buchstaben, über Accente, Idiotismen, Struktur der Wurzeln, Rhetorik u. m. and.' Vorzüglich interessant sind diejenigen Schriften, welche über die Verwandschaft des Hebräischen mit andern Sprachen handeln. Die Literatur bei Wolf reicht aber nur bis 1700, und schon unvollständiger bis 1720, von da an bis auf die Gegenwart, in welchem Zeiträume die hebräische Sprachwissenschaft gewiß nicht minder fleißig angebaut wurde, haben wir keine ähnliche Zusammenstellung. Dennivas bei Samuel David Luzzatto in seinen Prolegomeni von §. 11 bis §♦ 43 mit einem gewissen sprachgeschichtlichen Tacte zusammengestellt ist, das beträgt weder in Bezug auf die Literatur vor 1-700, noch auf die nachherige, weder in Bezug auf die von jüd. noch auf die von christlichen Autoren verfaßten Schriften kaum den zwanzigsten Theil der vorhandenen Literatur. Es lag auch in Luzzatto's Plan gar nicht, mehr als eine geschichtliche Skizze zu geben, obgleich der Schreiber einer Geschichte ver hebräischen Sprache sich mit einem Fragment nicht begnügen kann und darf, und das ganze Material vor sich haben muß. Und doch sind gerade diese Paragraphen noch die vorzüglichsten, die auch von Ver gelehrten Welt allein mit ungetheilrem Beifall aufgenommen worden! Ich glaube daher dem Leser einen Gefallen zu erweisen, wenn ich das von Wolf so nützlich Begonnene hier fortsetze und eine vollständige Literatur Ver hebräischen Sprachwissenschaft seit 1700 bis 1840 in diesen Blättern bei Gelegenheit der Beurtheilung einiger der neuesten Erscheinungen niederlege. Meine erste Mittheilung sott die hebräische Grammatik betreffen, und was mit der Gcümmaük .eng Kusammmhängh Md Uxm Schlußstein soll, wie gesagt, die Beurtheilung zweier neuen Erscheinungen auf diesem Gebiete, nämlich der hebräischen Grammatik von Stengel, herausg. von Beck, und des gramm. Lehrbuches von Thier sch, bilden. Nur im Zusammenhang.e mit der Literärgeschichte gewinnen die Recenstmm Migmch'jDxsschm Md auch kritischen Werth; denn indem man die ganze dahin gehörige Literatur überschaut, gewinnt man den richtigen Standpunkt, von welchem aus die neue Erscheinung beurtheilt werden kann. Die von Indien über hebräische Grammatik erschienenen Werke seit 1700 mögen den Reigen eröffnen, wenn auch nur, um demjenigen Volke, zu dessen Studien die der heiligen Sprache vorzüglich gehören, den Vorrang zu lassen. Freilich kann dieses nur mit solchen Arbeiten geschehen, die theils durch die Sprache, in der sie miedergelegt sind, - theils durch die Studien, welche benutzt wurden, theils durch die Muster, nach welchen sie gearbeitet sind, das Gepräge der Nationalität an sich tragen; aber auch selbst bei diesem Kriterium ist zuweilen die Scheidung schwer, und da .gar nichG darauf ankomwt, so möge manche Arbeit eines Juden unter denen der christlichen Autoren zu stehen sich nicht schämen, und, wo es möglich ist, durch ein Sternchen die Abkunft bezeichnet werden. Daß neue Ausgaben älterer hebräischer Werke unbeachtet bleiben müssen, ist natürlich. Die großen hebräischen Druckereien in Wien, Prag, Aolkiew, Lemberg, Wilna, Warschau haben eine Masse älterer grammatischer Schriften, gelockt von dem täglichen Bedürfnisse, überdruckt, die nur der Speculation der Drucker ihr Dasein verdanken und in unserem Verzeichnisse wegbleiben mögen. Ich beginne mit den jüdischen Schriften.: Den Reigen des modernen grammatischen Studiums bei den Juden eröffnete: Salomo Hanau, seine zahlreichen in scholastischer Form abgefaßten Schriften sind: a) nDlW f n N2O, welches er in seinem 20. Jahre herausgegeben Franks, a. M. 1708. 4. (bei Mathias Andra). In diesem Wecke stützt sich S. Hanau noch zu sehr auf seine Vorgänger, auf das von den Grammatikern traditionell Ueberkommene, welches er später abgelegt. Der Verfasser des NN fOD, einer hebr. Grammatik hebr. und deutsch (Wittenberg, 1722. 4.) hat sich dieses Werkes als Grundlage bedient und eine ausführliche Kritik desselben steht in den „unschuldigen Nachrichten"'vom Jahre 1713, S. 57. 3)) Dpsn d d Amsterdam, 4738. 4 bei Mose Frankfurt. Indem Vorworte giebt ver Verfasser eine scharfe Charakteristik seines Werkes und zeigt die UnterscheidungspunEte zwischen ihm und dem Binjan Schelomo. e) -)DD nnn/nyty, eine kurzgefaßte hebräische Grammatik, Hamburg 1718, 8. bei welcher das rm NM beigedruckt ist. d) mot NM -iDO, über die Accente, vom Vers, selbst herausgegeben Hamburg, 1718, aber es wurden