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Der Orient · 1841-12-18 · 51 (18.12.1841) · p. Spalte 785-786

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
51 (18.12.1841)
Article
Jüdische Sprachwissenschaft
Date
1841-12-18
Page
Spalte 785-786 (sequence 1)
Language
German
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Meraturblatt des Orients. —,— —■— Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur M 51# Leipzig, den 18. December 1841» Studien und Kritiken, jüdische Sprachwissenschaft. Hebräische Grammatik. Literargeschichte über hebe. Grammatik seit 1700. Grammatiken von Thiersch und Stengel. — Geschichte und Arten der (alt-)hebraischen Poesie von Prof. Ewald. — Dr. Großmann's Abhandlung über die Reihenfolge und die chronologische Ordnung der Schriften des Juden Philo. — Lit. Anzeigen. Studie» und Kritiken. Jüdische Sprachwissenschaft. Hebräische Grammatik. Den ersten Platz in der jüdischen Sprachwissenschaft (ft LB. N. 49) nimmt bie hebräische Sprache ein, , jene Ursprache des jüdischen Volkes, welche mit seiner Religion und Nationalität so innig verschmolzen, und die selbst da, wo sie als Sprache der Juden von einer andern verdrängt wurde, nicht ohne einen bedeutenden Einfluß geblieben ist. Das Studium dieser Sprache hat daher schon früh die edelsten und begabtesten Männer ches jüdischen Volkes beschäftigt, und selbst in den dunkeln fernen Zeiten, wie z. §3. in den Zeiten der Talmuds, suchte man die Gesetze der heiligen Sprache, wenn auch in unkritischer Weise, zu erforschen, und das Studium des Hebräischen wurde als religiöses Gebot betrachtet. Das Bewußtsein einer hebräischen Sprachwissenschaft, so weit es sich durch grammatische und lexlcalische Arbeiten gezeigt, ist deßwegm bei den Juden schon sehr früh erstanden, und zwischen den ersten hebräischphilologischen Schriften und den neuesten Arbeiten auf diesem Gebiete liegt fast ein Jahrtausend. Eine tief eingehende Darstellung des Studiums der hebräischen Sprache innerhalb dieses Jahrtausends, namentlich aber die vorzügliche Berücksichtigung der jüdischen Leistungen, was freilich in den vorhandenen Geschichten der hebräischen Sprache, noch nicht geschehen ist, würde nicht nur um einen großen Theil dieses Studium weiter fördern, sondern auch eine bedeutende Lücke in der Literaturgeschichte, vorzüglich in der jüdischen, ausfüllen; aber zu einer solchen Darstellung müßte man fürs erste das Material übersehen können und einer solchen Vorarbeit entbehren wir noch, trotz dem daß uns jedes Jahr mit einer Anzahl Grammatiken beschenkt. Noch besitzen wir nicht einmal sammtliche grammatische Schriften verzeichnet, die bis jetzt erschienen; unter den Vielen, die leichtfertig aus zwei Grammatiken eine neue anfertigen, hat sich noch keiner der Mühe unterziehen mögen, eine Art grammatische Bibliothek zusammenzutragen, welche dem Geschichtschreiber dann als Leitfaden und Richtschnur zu seinen literaturgeschichtlichen Betrachtungen hatte dienen können. Dieser geringe Sinn für eine historische Anschauung zeigt sich vorzüglich in den Arbeiten von Juden; keiner bekümmert sich um seinen Vorgänger und Vorarbeiter, und in ihrer beschränkten Aussicht bemerken sie nicht, daß sie nur das hundertmal Producirte Wiederkäuen. Gehts doch auf andern Gebieten der jüdischen Literatur nicht besser! Welche Fluth von Relrgionsbüchern und Katechismen haben nicht die Bestrebungen und Kämpfe der Neuzeit seit einem halben Jahrhundert produciren helfen, und unter allen Producirenden hat keiner sich noch die Mühe genommen, eine Zusammenstellung sämmtticher Erscheinungen auf diesem Gebiete zu geben, damit man wenigstens prüfen könnte, ob die Nachgeborenen um etwas besser als ihre Ahnen sind. Doch um auf unsere grammatische Literatur zurückzukommen, so besitzen wir außer dem kleinen werthvollen Verzeichnisse von grammatischen Arbeiten inIbn- Esra's Mosnajim, keine Zusammenstellung von einem Juden; der erste der uns eine für die damalige Zeit hinreichende Literatur geliefert, war Jmbonat in seiner öiblwlüeea laliiioliebraica S. 538—546, ihm folgte der fleißige und unermüdliche Johann Christoph Wolf in seiner Bibliotheca Hebraea II. S. 595 - 638. Die Zusammenstellung Wolfs zerfällt in folgende Theile: 1) krammatieorum Judaicorum Cata- 61

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