Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 50 (11.12.1841)
- Article
- Grabschriften und Inschriften
- Date
- 1841-12-11
- Page
- Spalte 773-774 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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773 Jüdische Alterchumskunde. Grabschristen Dazu setzte Jehuda Halevy: , Mzn "j1? wo dtq D’in 1IMD *p VnH -ON^D -O ■p^ nmh nun aniw itcnn mro am ni•oft nuoj nn ray n^> .itnn po nuon bb Zu deutsch: Mit ehernem Griffel grabt in harten Stein Den unvergeßlich - schmerzensvollen Riß! Der Zeiten Lauf geht hin, und noch erneut Für jed' Geschlecht sich die Bekümmerniß. Begraben liegt — so sprechet — der Weisheit Quell In diesem Grab'; die Welt ward Finsternis;, Als seines Schmucks beraubet das Gesetz, Als seinem Hals' es das Geschmeid' entriß. Kommt, Söhne Zions, und aus bitterm Gram' Ob solcher Wunde auch die Thrän' entfließ'! Denn Klagen ziemet, Wersten an dem Ort', Allwo die Lade brach, die Tafel riß. Dir bebten Berg' an Swai's Tag entgegen; Der Engel Schaar traf dich auf deinen Wegen, Und schrieb dir Lehren ein in Herzenstafeln, Der Kränze schönste sie ums Haupt dir legen. Nur dann gewinnen Kraft, Bestand die Weisen, Wenn sorgsam deine Weisheit sie erwägen. Eine kritische Untersuchung über die Richtigkeit des Datums indem prosaischen Theile der Aufschrift hat erst in der neuesten Zeit Luzzatto (K. CH. IV. p. 93. Denksteine S. 72) gegeben, worauf ich aber noch ein anderes Mal zurückkomme. Bei dieser Gelegenheit müßten auch diejenigen Grabschristen nicht unerwähnt bleiben, welche schon im Orient mitgetheilt wurden; dergleichen sind z. B. die über Sabbatai Vita Marini LB. 1S40 S. 121; die sechs Epitaphien, mitgecheilt von Dr« Carmoly das. S. 202; das des Eleser Flekeles das. S. 233; des Isaak Sangari das. c. 283; Josef Salomo delMedigo's das. e. 330 u. f. m.; aber der Leser wird sie in diesen Blattern leicht Heraussinden. — So viel ist Literar-historisches über diesen Gegenstand der Alterthumskunde bis jetzt bekannt, viel zu wenig für einen Gegenstand, der gerade eher als jeder andere geeignet ist, viele Dunkelheiten in der jüdischen Geschichte und Literatur aufzuhellen und zu beleuchten. Höchst erfreulich ist es aber gewiß jedem Forscher, daß endlich durch unfern unermüdlichen Luzzatto auch den Grabsteinen eine Aufmerksamkeit geschenkt wird; denn aus besseren Händen kann die gelehrte Welt Denkmäler des Alterthums nicht empfangen und mit besserer Umsicht wird sie keiner kommentiren und entziffern. Ich gehe daher zur Anzeige eines Buches über, das in seiner Art in der jüdischen Literatur noch allein steht, und Hr. Luzzatto, der Herausgeber, und der Recensent hier, würden sich reichlich belohnt finden, wenn sie dadurch für dieses Fach eine Anregung geweckt- Dieses Buch ist: und Inschriften. Denksteine von Luzzatto. 774 ^"0! u. s. w. zu deutsch: Denksteine, oder sechs und siebzig Epitaphien, welche auf dm Grabsteinen ausgezeichneterJsraelitenin Toledo vor 6 u. 560Jahren gestanden, die schon einer in der frühesten Zeit gesammelt, jetzt aber: von Giuseppe Almanzi aus einer Handschrift in Turin copirt und von Prof. Sam. Dav. Luzzatto mit Erläuterungen herausgegeben. Prag, 1811. Landau. Diese Grabschriften - Sammlung hat schon in früher Zeit Einer veranstaltet, wahrscheinlich ein spanischer Gelehrter, und es ist zu bedauern, daß uns der Name „des Sammlers sich nicht erhalten, da wir dadurch über die Zeit >er Sammlung einiges Licht erhalten hätten. Diese Handschrift kam später in die Hände eines gewissen Thomas Valpurga-Calusius, der sie dann mit tausend andern Büchern der Türmer Bibliothek im Jahre 1809 übermachte, wie der in Leipzig damals erschienene Catalog von Amadeus Peyron (NotitiaLibrorum manu t/ypiscfiie clescriptorum cpil clonaute Ab. Tlioma Valpurga- Calusio Y. C. 1. illali sunt in regiam Taur. Athen. Bibliothecam) -ausweist. Unter den erwähnten vielen Büchern waren auch hebr. und unter den hebr. auch die so eben herausgegebene Handschrift. Giuseppe Almanzi hielt sich Geschäfte halber in Turin eine Zeit lang aus und während dieser Zeit copirte er diese Grab- , schriften mit großer Sorgfalt, die er dann, nachdem er heimgekehrt, Hrn. L. herauszugeben erlaubte. Beim Copiren fand Almanzi zuweilen offenbare Schreibfehler, wo er dann seine Lesart anmerkte; diese Anmerkungen sind durch dir Buchstaben Wt» d. h. ^dv, speciell de-' zeichnet, die nicht so bezeichneten sind von Luzzatto. Die einzige Blenderung, welche Luzzatto beim Drucke dieser Grabschrcftensich erlaubte, ist die versmäß^ Sp. .ung und Setzung der sich reimenden Stichen, während hu Manuskript die Zeilen unberücksichtigt fortlaufend wahrscheinlich war die continuirliche Schreibung auch auf den Leichensteinen. Den Namen dieser Sammlung ]TOi hat schon der erste Sammler gewählt, denn ec sagt gleich vorn: mdn p^SNm D^nrin ninaan p ayo jror DipD Wn rfete hw D^nn nninD insojet vifropv CNsh pojn D'bnw nam n&no □omn nnrap nnaa jnrw in ym ]yoh jnbT -oun Nun komme ich zu den Denksteinen selbst. Da wir nicht die Grabsteine selbst vor uns haben und selbst die Inschriften aus so dunkler Ferne zuweilen nur unverständlich zu uns reden, so bleibt es unserer Forschung überlassen, was wir außer den geschichtlichen Daten noch daraus lernen. Von manchen der Grabschnften heißt es in der Ueberschrift (1. 28.) sie waren eingegraben rm'nn pan auf dem obersten Stein, und dieser oberste Stein (ntfiwn pN) wird von dem Grabstein (rD2ß) unterschieden, wie Inschrift 7t und zuweilen stand sogar zu Füßen noch eine besondere Inschrift (Jnschr. 7). Die Form der Grabsteine scheint von der unscigen ver- 50*