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Der Orient · 1841-12-11 · 50 (11.12.1841) · p. Spalte 775-776

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
50 (11.12.1841)
Article
Grabschriften und Inschriften
Date
1841-12-11
Page
Spalte 775-776 (sequence 4)
Language
German
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775 776 E. Sollin: Die Bescheidung der Israeliten. schieden gewesen zu fern, nämlich daß sie, wie etwa im Orient, platt über das Grab lag, oder daß die Leichensteine würfelförmig waren, und diejenige Seite, welche dem Himmel zugekehrt ist, oder der Stein, welcher diese Seite bildete, hieß DEWin p'N« Möglich aber auch, wenn die Grabsteine eine Kubikform hatten, was auch aus einem andern Umstand wahrscheinlich wird, daß Win piV nicht in der biblischen Bedeutung zu nehmen sei, sondern blos „der Stein zu Häupten" bedeute, was zugleich aus Jnschr. 7 hervorgeht, wo es der Inschrift entgegengesetzt ist. Es wäre also diejenige Seite des kubiksörmigen Leichensteines, welcher zu Häupten des Verstorbenen sich befindet, während der entgegengesetzte i&rfchieß (7). Das gewöhnliche Epitaph war aber oben auf der horizontalen Fläche, und zuweilen waren dann auf senkrechten Seiten zur Rechten und Linken ebenfalls Epitaphien, wie z. 33. auf dem Grabstein des Menachem b. Serach des Verfassers, des »TTO iv6 (Jnschr. 10). Wenn Mann und Frau zusammen in einem Grabe lagen, wie z. B. der twS und seine Frau, da waren auch zwei Grabschristen, auf zwei verschiedenen Seiten angebracht, wie eben in der erwähnten Grabschrift (zu Ende). (Schluß folgt.) Beschneidimg bei den Israeliten. Die Beschneidung der Israeliten und ihre Nachbehandlung. In operativer und ritualer Rücksicht bearbeitet und herausgegcben von Elias Collin, Wunkarzte zu Dresden. Nebst einer Steindrucktafel. Leipzig 1842. 8. (Bei Ludw. Schreck). S. 30. (Fortsetzung.) Dieses Schriftchen enthalt nicht wie irgend eines der obenerwähnten eine wissenschaftliche Untersuchung in irgend einer Beziehung, sondern hat lediglich eine praktische Tendenz, nämlich dem Unkundigen als Leitfaden zu dienen, wie er ohne Gefahr die rituale Ceremgnie mit der Operation verbinden und vereinigen könE Hr. (Mut spriche sich darüber auch klar im Vorworte aus: „Die Beschneidung wurde nämlich bis jetzt meistens von Leuten ausgeübt, die, in Operationen ganz unerfahren, mehr dem jüdischen Gelehrtenstande angehörten (der letzte Satz ist nicht richtig. Es waren nicht Leute.vom'Gelehrtenstande, sondern gewöhnliche, sonst ganz unkundige' Leute; aber das ist wahr, dass sie in Operationen nicht erfahren waren). Es wird Zeit, und so manche traurige Erfahrung aus früherer und späterer Zeit spricht dafür, daß die bestimmten Regeln der Chirurgie, allerdings mit Beibehaltung der Ritualgesetze, da die Beschneidung selbst ein religiöser Akt ist, ausgeführt werden. Hätten sich bis hierher größtentheils Operateurs damit beschäftigt, und sich nicht durch die mit der ^Operation verbundenen Ceremonien (die man allerdings von dem Amte des Operateurs trennen kann) oder andere Rücksichten abhalten lassen, Unkundigen diesen so leicht Gefahr drohenden Handgriff (Enclieiresis) zu entziehen, so wäre dieses Schriftchen überflüssig". Es wird aber noch eine geraume Zeit dauern, bevor die Gemeinden sich entschließen, dieses Geschäft den Laien zu entziehen und Leuten vom Fache zu übergeben, und nur "mit Dank können wir einen Leitfaden für diesen Gegenstand aufnehmen, obgleich wir bei vielen dieser Laien befürchten müssen, daß sie sich wenig um bxefert Leitfaden kümmern werden. Zur Empfehlung dieses Schriftchens wird es hinreichen, wenn ich hier den Inhalt der 10 Paragraphen, aus welchen dieses Schriftchen besteht, ausführlich mit einigen begleitenden Bem erkungen angebe. 1) Ritualec Stand und Werth der Beschneidung. Dieser Paragraph enthält nur Oberflächliches und Allgemeines und scheint auch nur als Einleitung gebraucht; besser aber ist schon 2) (medicinischer) Nutzen der Beschneidung. Diesem Nutzen, glaubt der Vers, verdanke das Gebot seine Entstehung, was nicht unwahrscheinlich ist. Der medicinische Nutzen ist nach dem Vers, sechsfach, was sehr klar dargestellt ist. Es ist aber gewiß, daß dieser vielfache medicinische Nutzen nicht immer erkannt wurde; denn sonst wäre es wirklich unbegreiflich, wie die ersten Christen, die doch so Vieles dem Judenthume entlehnt, die Beschneidung haben fallen lassen. 3) Anatomie der Vvrhaut. Auch bei diesem Paragraphen wird auf die Operation stets Rücksicht genommen, so daß das Medicinische den Laie nicht abschrecken kann. 4) Von der Operation der Beschneidung im Allgemeinen. Zu diesem Paragraphen bilden die zwei vorhergehenden die wissenschaftliche Grundlage. 6) Von der Vorbereitung zur Operation. Hier befindet sich schon der Verfasser auf dem speciellen ritualen Standpunkte, der nun mit dem operativen vereinigt werden soll. Diese Vorbereitungen führt der Vers, auf vier Momente zurück, die klar auseinander gesetzt sind. 6) Won den Instrumenten und Verbandstücken. 7) Von der Operation selbst. Diese mit allen ihren Hilfsmitteln zur Verhütung der Gefahr wird ausführlich und faßlich beschrieben. 8) Von der Nachbehandlung. Dieser Paragraph ist der wichtigste, da vorzüglich es auf die Nachbehandlung ankommt, um den Gefahren der Operation zu entgehen. 9) Besondere Ziegeln bei und nach der Operation. Dergleichen Regeln stellt der Vers, acht auf, und sie sind eigentlich als Nachtrag zu §. 8 anzusühren. 10) Umstände, welche einen Aufschub der Beschneidung bedingen. Die körperlichen Umstände, deren der Vers, hier 10 aufzählt, sind, wie es sich denken läßt, hier vorzüglich beachtet, denn die Erwähnung der ritualen Umstände sind höchst' mangelhaft und unvollständig, was aber damit zu entschuldigen ist, daß es in

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