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Der Orient · 1841-12-04 · 49 (4.12.1841) · p. Spalte 757-758

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
49 (4.12.1841)
Article
Jüdische Sprachwissenschaft [Rezension]
Date
1841-12-04
Page
Spalte 757-758 (sequence 3)
Language
German
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757 Jüdische Sprachwissenschaft. Arcmimäische Grammatik. Die Gramm. v.Dr.A. Prof. Winer. 758 sicht genommen, da sind sie hier, des praktischen Gebrauches dieser Grammatik wegen, unbeachtet geblieben. Aber eben deßhalb hat jenes seine Mission noch nicht erfüllt und würde so lange bei einer Analyse des semitischen Sprachstoffes befragt werden müssen, bis ein gründlicher Forscher diese Gegenstände wird zum Abschluß gebracht haben. Indem wir nun mit Recht diese Grammatik, wegen der praktischen Verarbeitung des Stoffes ohne der Wissenschaft etwas zu vergeben, als passendes Lehrbuch in jüdischen Seminarien und an Universitäten empfehlen, gehen wir hier auf Einzelnes ein, theils um für manche noch nicht genug durchforschte Punkte das Interesse zu erregen, theils um von unserem Standpunkte aus manches zu suppliren und zu berichtigen. — Gegen die frühere Ausgabe dieser Grammatik im Jahre 1824 hat vorzüglich die Einleitung eine förmliche Umgestaltung erlitten, was freilich ganz natürlich ist, da viele dahin gehörende Untersuchungen und Erweiterungen, bald bei Gelegenheit in andern Schriften bald in Monographieen, niedergelegt wurden. So z. D. über den linguistischen Charakter des Onkelos bei Luzzatto (de Onkel, elialcl. peiilateucM versione. Yienn. 1830. 8,) > über die Eigentümlichkeit des Aramaischen, und in welchen Stücken es sich vom Syrischen unterscheidet (Fr. Dietrich, de sermonis cliald. proprieUte. Lips. 1839.) 5 ob es blos aus dem Syrischen bei den Juden corrumpirt wurde (Hup selb in den Studien und Kritiken 1830 S. 291 ff.); über den biblischen Aramaismus (Hirzel de Chalclaismi-1)0)1. origine et anclo ritate crilica lips. 1830. 4), vorzüglich aber ist so manches dahin gehörige beiläufig in andern Schriften besprochen worden z. B. über die Chaldäer in Hitzig's Jesaja - Commentar, über die babylonische Sprache in Havernick's Einl. ms A. T. u. s. m. Auch auf das Aramäisch auf einigen egyptischm Monumenten ist man erst in der neuesten Zeit aufmerksam gemacht worden, obgleich man deßwegen noch von, feinem egyptischaramäischen Dialekt sprechen kann, da die Abweichung von dem gewöhnlichen Aramäisch höchst unbedeutend ist (s. Beer inscriptiones ex papyri yett. semit. quo£~ qnot in Acgyplo repexti sunt etc. Lips. 1833. 4. P. I. Gesenius monumeiUa plioenic. I. p. 226 sqq. Lehrgeb. d. avam. Id. S. 22.). Aber wollte man diese und ähnliche Partieen der aramäischen Sprachstudien ausführlich und zusammenhängend behandeln, so bedurfte es eines eigenen nicht unbedeutenden Werkes, dassammtliche Vorstudien in sich zu fassen und organisch zu verarbeiten hatte; der Vers, unserer Grammatik so wie des Lehrgebäudes konnten daher nur höchstens diese Punkte berühren, da sie von der eigentlichen Grammatik zu fern Liegen. Sollte sich übrigens einer unserer jungen Forscher entschließen, unter dem Titel ,/Vorstudien zur aramäischen Sprache" dieses Material mit den zersplitterten Untersuchungen aufzunehmen und zu einem Werke zu verarbeiten, was bei dem jetzt regen wissenschaftlichen Sinn nicht unwahrscheinlich ist, so möchte ich denselben noch auf einige altere Schriften aufmerksam machen, die ihm zuweilen wenigstens einen Fingerzeig geben durften. So z. B. über den linguistischen Charakter des biblischen Chaldaismus I. F. Hirt de Chaldaismo hiblico. Jen. 1751. 8; über die jüdische aramäische Volkssprache in Palästina zur Zeit Jesu, die aufgezahlten Schriften in Charuse Peninim a. a. O., wozu noch der Art. von Gesenius in der Encyclop. von Ersch und Gruber!. XVI. 110 kommt; über das Berhältniß des Aramäischen zum Syrischen: Auriyillius de lingiia Aramaea in seinen clisseriatt ed. Michaelis p. 104 sqq.; über die Untersuchung, ob die griechische Uebersetzung der Septuaginta aus dem Aramäischen verfaßt wurde: Frankel Vorstudien zu der Septuaginta. Leipzig 1841. 6. S. 32 — 38. Dasselbe ist der Fall mit der Untersuchung über d^e Quadratschrift, die freilich zu den Gegenständen der aramäischen Studien gehört, aber keineswegs unmittelbar zur Grammatik. Bei der Besprechung unserer erwähnten Grammatik kann, wie gesagt, auf die das grammatische Studium nur äußerlich berührenden Untersuchungen kein großes Gewicht gelegt werden, und ich gehe daher zur eigentlichen Grammatik über. In Bezug auf die Wocalzeichen, welche ganz die hebräischen sind, will Hr. W. ans zwei Umstanden den jungem Ursprung derselben erweisen (was eigentlich in das Gebiet der hebräischen Grammatik gehört), nämlich 1) daraus daßdieegyptisch-aramaischenund palmyrenischen Inschriften keine Vocalzeichen haben, 2) aus dem Gebrauch der Buchstaben zur Unterstützung des Lesens. Aber abgesehen von der Wahrheit an und für sich so kann das Angeführte wenigstens nichts beweisen. Die Vocalzeichen können immerhin cytftiut haben, ohne das Inschriften sich derselben zu bedienen brauchten; wie bei uns in Inschriften die Interpunktionszeichen weggetaffen werden, so konnten die Hebräer die Vocalzeichen weglassm. Wem z. B. würde es einfallen, das Vorhandensein der Vocalzeichen wegzuleugnen, weil die Pentateuchrollen der Synagoge ohne solche geschrieben sind? Eben so wenig kann der andere Beweis, der von den Vocalbuchstaben hergenommen ist, als solcher gelten.. Der Gebrauch der Buchstaben Ndr zur Unterstützung des Lesens ist ein natürlicher ss. Lehrgeb. §, 83), bequemer Brauch bei den Juden, der neben den Vocalzeichen sehr gut angewendet werden konnte und kann, und noch bis jetzt ist diese Art Anwendung der Vocalbuchstaben im Rabbinischen und Neuhebraischm gewöhnlich, freilich nur in zweifelhaften Fällen, wo das Wort noch anders gelesen werden kann. Auch die angeführten Beispiele nxta, -Kapri sind nicht passend gewählt) denn m nN^ö ist das n* radiccil und konnte daher bei- 49"

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