Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 46 (13.11.1841)
- Article
- Versuch einer wissenschaftlichen begründeten Metrik für die neuhebräische Poesie
- Date
- 1841-11-13
- Page
- Spalte 711-712 (sequence 3)
- Language
- German
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711 Versuch einer wissenschaftlichen Metrik für die neuhebräische Poesie. 712 den — PyrrliicMus, Tribracliys, Proceleusmaticus —, weil im Hebräischen jeder Versfuß nothwendig eine Länge, zur Basis hat. Dieselbe Ausnahme findet auch in der deutschen Poesie statt,6 daher kann sie dem Ansehn der neuhebräischen Poesie keinen Eintrag thun. — tz. 8. Aweisylbige Versfüße. 1) Sinkender Spondeus (— —): rpkpj '2 n\kb Dö. 2) Steigender Spondeus (-'): “8" DJ ip DJ. 3) Trochäus (—u): d]b, nn, pk. 4) Jambus (u —): nisten, näW/ 5) Pyrrhichius (u o) kann nur in gemischten Versarten stattsinden, z. 35. np O’öWh. — Dreisylbige Versfüße. 1) Amphibrachys (u — u): rPpP, “Ip2^ bi'jk.! 2) Anapäst (uu—) : jibkn nkptpDk. 3) Bacchius (o-): % ppb p’j) jm. 4) Amphimacer (—»—): Dp " bb ^>k “ibn. 5) Palimbacchius (-u): ppn bei, pp Dip. 6) Dactylus (— u u); p^k njk. 7) Molossus (-): j! nj d|, -iy ppn bdi. 8) Tribrachys (uuu), nur in vermischten Versarten möglich, z. B. rreni>n cwoWn man. — Viersylbige Versfüße. 1) Choriambus (— uu —) npb Tjfcfn "Sil pbj). 2) Antispast (u-u): nj *)K, 3) Dijambus (u — u —): I 4) Ditrochaus (—-u—u): b)p, ySttn jb. | 5) Zonieus a majori (-uu): n^nS 7jp (Wrgl. Genes. 18, 6). 6) Ionicus a minori (uu——): Pn ^n. 7) Paon piimus (—u^u): DriiP " ttb HIÖ. 8) Päon secundus (u — uu): rnptt'“ jJ-nb. 9) Paon tertius (uu — u): wpNNN. 10) Paon quartus (uuu—-): 11) Epitritus primus u-): 21Ö 7 12) Epitritus secundus (—u-): 13) Epitritus tertius (-u—): t^nnri btt SVä. 14) Epitritus quartus (:--u): -jjgj py §. 9. Versuchen wir nun das theoretisch begründete System zu realisiren. Gedichte im jesajanischen. @tpl abgefaßt, 6) Dies liegt in der Natur der Sache selbst; wo der Accent die lange Sylbe bildet, da muß jedes selbstständige Wort nothwendig eine Länge Haben. — 7) Vrgl. Dr. Für st's nvroa i?nn Cap. 42, 48 u. 49. darf man hier allerdings nicht erwarten, um so weniger, als mir hierin noch Niemand vorgearbeitet; man begnüge sich daher, ans folgenden Proben wenigstens die Überzeugung zu gewinnen, daß die Realisi'rung einer wissenschaftlich begründeten Metrik für die neustebraische Poesie keine Chimäre sei. Dieses zu beweisen, veröffentliche ich hier meine Abhandlung, keinesweges aber, um als Dichter mich geltend zu machen. — I. Der Jambus. Ein bescheidener Jambus, die Erstlingsfrucht meiner metrischen Versuche, mag die Reihe eröffnen. ]pj njD Dä o5n — jnb' pk 'pp — ni$k nwy Ich merke schon, was man an diesem Verse auszusetzen hat: ihm fehlt die Verschlingung der Versfüße; nun, so wollen wir uns an die Heil. Schrift wenden, — diese wird uns bessere Muster liefern.ö! 8S PLM -12p ~ >h'w.k nöpna D&b — pb/op pkn nkpb Vecgl. -tp. 104, 24. — Die vollen und mittelzeitigen Sylben in diesem Verse, sind dem Ernst seines Inhalts höchst angemessen. — Man prüfe noch folgenden umgearbeiteten Vers. 82 stp2 rwb , pnirs 8' ntöy 12^2 ci'Tjk 228 iJöb ibin — : röi'i’b ND2D tti Vrgl. Musaf-Gebet für den zweiten Neujahcstag. — In Gedichten jedoch, die aufgeregte Gefühle beschreiben, muß auch der Zambus einen raschem Gang nehmen, was entweder durch einfache Sylben oder leichte, flüssige Consonanten erzielt wird. I. B.:! pkp ikpi Dessin lyjpi *rmn~nÜ; linb ^ip-pk —!iÄpk2 Vrgl. H. L. 2, 12. — Malerisch in Ueberemstimmung des Ausdruckes mit dem Inhalt ist folgender Bers. rpbkV nb'k st'hpcp nb'k 8) Es versteht sich von selbst, daß ich, meinem Zwecke gemäß, hierund da kleine Abänderungen habe treffen müssen. Der Citation der abgeänderten Stellen gehr stets die Abbreviatur: „Vrgl." danach. —