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Der Orient · 1841-11-13 · 46 (13.11.1841) · p. Spalte 713-714

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
46 (13.11.1841)
Article
Versuch einer wissenschaftlichen begründeten Metrik für die neuhebräische Poesie
Date
1841-11-13
Page
Spalte 713-714 (sequence 4)
Language
German
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713 Versuch einer wissenschaftlichen Metrik der neuhebr. Poesie. 714 nnpjä NM nöVV — 9?^jn Vrgl. il>id. 1, 7. — Wir glauben nun für die Evidenz hebräischer Jamben genug gethan zu haben und gehen daher zum Anapäst über. — II. Der Anapäst. Der anapästische Rhythmus ist, gleich dem jambischen, ein steigender, aber von aufstürmender Natur, — daher er dem lebendigen und beweglichen Wesen der hebräischen Sprache sehr eigen ist. Um so mehr denn muß man in Gedichten ernsten Inhalts, durch Verwechselung mit Spondeen oder schweren Jamben, seinen geflügelten Schritt zu mäßigen suchen. Unüberrreffbar erhaben ist folgender, in Hinsicht seiner rhythmischen Form so vielfach wißkannter Vers, dessen wahrer Rhythmus der Neueste Spiegel seines Inhalts ist. Der Rhythmus halt mit der Begeisterung des göttlichen Sängers gleichen Schritt: er beginnt in ruhigen Spondeen, fährt fort in raschem Jamben und geht endlich in stürmische Anapästen über, ganz wie es dem Inhalt des Gesanges angemessen ist. Man lese, prüfe und urtheile. : zpi£ “]ÖN ■ IbVw pipn« bbfpj ibi$dn — ■öpn p>: — Exod/l5, 9. — Der oft wechselnde Rhythmus in diesem Vers giebc demselben einen Zauber, wie er in lyrischen Gedichten selten angetroffen wird. — Reiner finden sich die Anapästen im folgenden umgearbeiteten Vers. nVü& , nin ' “18D& * n5#b •lnsaSs l _ uT Z t> “ rn>: ’— inä^an nm; Vrgl. Musaf-Gebet für den zweiten Neujahrstag. — Aber, wie gesagt, im Hebräischen sind reine Anapästen nicht sehr zu empfehlen, schon darum nicht, weil sonst fast so viel Casuren als Versfüße entstehen, wie man 9) Im Original endet dieser Vers in Anapästen, was ihm sogar angemessener ist; allein uns ist es hier blvs um reine Jambe» zu thun. aus obigem Gedicht ersehen kann. Folgende prophetische Rede verdient daher in Ansehung ihres mannigfaltigen Rhythmmwechsels^ einen bei weitem größer» Borzug. bäy — ba Pu]? ^n&>ri nöi o <S> — Ü* — '•''** * I __ V y?*pnnp nnaj; rra#5» —?dvto? sM n“ro~ns* Micha 6, 3 und 4. — Welche Erhabenheit und zugleich Lieblichkeit im Ausdruck! welche Harmonie zwischen Inhalt und Form! In leichtbeweglichen Rhythmen beginnt der göttliche Redner seinen Vortrag, spricht dann im Vollgefühl des eigenen Rechts das energische Mark, und Bein erschütternde: „in!" im schwertonigen Vacchius, aus, und in das jungfräuliche Zeitalter der Nation zurück sich denkend, fahrt ec auf dem Flügelschlage hüpfender Anapästen fort. — Man stelle nachdrucksvolle Endungen, wie o rW, /F) ibiiL 7/ 8; Hos- 12, 3; Z]\ 7T0 Jes. 30, 33 u. d. m. — ähnlichen Versausgängen in den alten Klassikern, z. B. der iw Homer oft wiederkehcenden Phrase: vs^slYjYSQhcc Zeig u. d. m. gegenüber, —-dann wird man in den poetischen Stücken der hebräischen Bibel neue Sonnen auftauchen sehen. — (Fortsetzung folgt.) Beschneidung bei den Israeliten. Vom historischen, kritischen und medicinischen Standpunkt. (Fortsetzung.) Am Schluffe dieser Betrachtung sagt er nun ungefähr folgendes: Uebrigens würde es schwer sein, die Existenz des Beschneidungsgebrauchs bei den andern Völkern des Alterthums zu läugnen und eine Stelle im Propheten Jeremiä, welche den Erklärem viel zu schaffen machte, spricht sogar dafür, und nun wird unser obiger Vers als Beweis der Behauptung, daß schon die Bibel die andern Völker als beschnitten schildert, citirt. In der That hangt die Auffassung des Sinnes in den genannten Worten ganz von der Art, wie man sie übersetzt, ab. Denn die Ausdrücke im Original und Hw können mannigfach verstanden und wiedergegeben werden. Der Ausdruck ist die Hauptbezeichnung m der Bibel für den Beschneidungsakt, blos an einer Stelle

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