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Der Orient · 1841-10-09 · 41 (9.10.1841) · p. Spalte 629-630

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
41 (9.10.1841)
Article
Methodologie des Talmuds [Rezension]
Date
1841-10-09
Page
Spalte 629-630 (sequence 3)
Language
German
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629 Halachische Exegese v. Dr. Hirschfeld, beurcheilt v. Dr. Herzfeld, Nabb. in Braunschweig. 630 zu dem frroo bü 1p — oder doch einer Logik, welche durch die talmudische Auffassung der Welt, des Lebens, der Bibel eine ganz andere mindestens als unsere heutige Logik ist, vgl. dazu §§. 200. 254. Was aber, in durchsichtige Worte gekleidet, als äußerliches Verfahren erscheint, ist es ein für alle Mal, und wird in mathematischem Gewände zu keinem inneren, nothwcndigen. Dann ist die Erlcnrbniß, den riD und rnp nach talmu disch en Principien (nach allgemeingittigen, gehört nicht in den Talmud, weil dieser gar nicht die Möglichkeit anderer Principien ahnte) noch heute lESJyp J1 zu sein, natürlich für Diejenigen nur scheinbar, welche ihrestheils zum wenigsten nur nach inneren Gründen schließen zu müssen glauben. — Was nun aber die als Beispiele oder sonst zur Erläuterung von dem Vers, herangebrachten Gesetze und Talmudstellen anbetrifft, so sind sie meistens gut gewählt; über kleine Seltsamkeiten, auch wohl Unrichtigkeiten in Auffassung einiger derselben will ich, da sie auf sein Werk von keinem Einflüsse find, nicht mit dem Vers, rechten. ■— §. 220 sagt er, in dem Ausdrucke n?p stehe bp voran als das kleinere Wort. Ich glaube vielmehr, weil das ursprüngliche Streben des Talmuds war, die Gesetzesbestimmungen zu erweitern d. i. das Gesetz zu erschweren, der nfp also zunächst rnit der Formel n?H niDnn HI IDH b W ulH bpn HD BO d. t. mit bp. an sing. Nachdem ich dieses niedergeschrieben hatte, fand ich zu meiner Freude in den Middot Ahron beinahe dieselbe Auffassung. — §. 290, bei Gelegenheit von w tOpD1? DN, spricht der Vf., als wenn der Talmud die Punktation schon gekannt hatte. Der Ausdruck ist wohl nur nachlässig. — §. 314 übersetzt er die Formel b tflD durch: „er benennt es deutlich, um (das, das nicht hineingehört in den Kreis dieses Gesetzes) auszuschließen." Offenbar aber ist ein Substantiv, und die Formel zu übersetzen:.ist ein Ausschließungsmort, bezüglich auf...... . Denselben §. schließt er mit den Worten : „Wir haben bei genauerer Auffassung es sogar gesunden, daß nicht nur Verschiedenes, sondern selbst Entgegengesetztes mit derselbe^ Andeutung gelehrt wurde, und immer war es durch die Haltung und die Stellung gerechtfertigt." Wenn diese letzten Worte nicht Relation, sondern ein eigenes Urtheil des Vss. sein sollen, so enthalten sie schwerlich seine aufrichtige Meinung. — §. 322 ist pjy DN -m Dipßb M i^n rvb. durch: „paßt der gewöhnliche Inhalt nicht, so gieb ihm einen anderen" nicht gut übersetzt; Vesser wäre etwa: ist es nicht ein Gegenstand der Beziehung auf diese, mache es zum G. d. B. auf eine andere Stelle. — ueber das §. 324-- 328 eingeschobene 32 Seiten lange Specimen des halachischen Derasch habe ich schon oben gesprochen. — Inder Darstellung des tnsi §♦ 337 u. w. hat der Vers, das Wesen der Copula seltsam mißverstanden, indem er sie für gleichbedeutend mit der Opposition hält, wie er denn §. 338 geradezu „ist" und „ick 68t" als synonym neben einander stellt; glücklicherweise ist das indessen auf das Wesentliche seiner dortigen Auseinandersetzung nicht von Einfluß.. — Seltsam übersetzt er §. 378 prvtfn IMbl „Verbot, das auf ein Gebot geschoben wird". . Der vierte Abschnitt ist überschrieben: Conjectur und paraphrastische Auslegung, oder Anwendung des Textes auf den Inhalt NfDDDtf, *“D). Der Verf. sagt Z. 399, daß es für die Talmudisten solcherlei Widersprüche, wie wir deren in einem Buche fänden, in der Bibel eigentlich gar nicht geben konnte, eben weil sie annahmen, daß jene über unsere Fassungskraft gehen dürfe. Nur diejenigen Widersprüche, welche aus ihren einmal geheiligten Gebräuchen gegen den biblischen Text sich erhoben, mußten gelost werden; und weil andererseits auch der Text ihnen heilig und über Emendation in unserem Sinne erhaben war, versuchten sie etwas in Beziehung auf die Heilung des Textes der Conjektur Aehnliches, indem sie.dem gegen ihre Gebrauche anstoßenden und zu keinerlei Derasch Anlaß gebenden Texte eine ganz neue, den Widerspruch aufhebende Bedeutung gaben. Die Vindication einer solchen neuen Bedeutung, fügt der Vf. in einer Note hinzu, geschah aber blos zu Gunsten der schwierigen Stelle, und gehöre dieselbe daher nicht in das Lexicon. Jene geistreiche und wahre Darstellung aber, was der Talmud für einen Widerspruch halten durste, und was nicht, leitet, wie die von mir groß geschriebenen Worte fühlen lassen, ebensowohl den Derasch ein, wie diesen Abschnitt, und gehörte daher an die Spitze des dritten Abschnittes. — Es fällt anfänglich auf, daß der Verf. die welche in den Middot des R. Jischmael die zweite Stelle einnimmt, und wirklich im Talmud eine so imponirende Rolle spielt, beinahe aus den letzten Seiten seines Buches §. 411—425, und zwar unter abgchandelt hat. Sein Verfahren rührt aber daher, daß er wenn au^ch den spateren Formalismus der doch nicht ihre Entstehung richtig gefaßt hat, so nahe er §. 416 dem Richtigen war. Ursprünglich kann nichts Anderes gewesen sein als die Erweiterung des Satzes tsnisDn |D DTID Derselbe Ausdruck fand sich an zwei verschiedenen Stellen; an der einen war er den Talmudisten klar, fei es durch den Zusammenhang oder durch Tradition, an der anderen nicht. Es war richtige Exegese, die letztere Stelle durch die erste zu erklären. Erst «Ls man sich erlaubte, die Worte der Schrift außer ihrem Zusammenhänge zu betrachten, und ihnen von demselben unabhängige Andeutungen zu vindiciren, erschien die $.) durch den gleichen, oder ähnlichen Ausdruck sehr passend zur Trägerin der an ihr von dem Verf. nachgewiesenen Bestimmung, mnemonische Anlehnung durch die Tradition geheiligter Gebrauche zu sein. Da aber dieses spätere Studium der sicherlich nur allmälr'g und sehr langsam aus dem früheren hervorging, so hatte sie Zeit, die hohe Autoritär, welche ihr von diesem Stadium her mit allem Rechte zukam, nach und nach auf jenes zu übertragen. Hiernoch bildet die den Uebergang vom Peschat zur Asmachta, und zwar der Art, daß gewiß nicht selten der Derasch einen Durchgangspunkt bildete. Durch die aber würde jeder Einfall nicht blos, wie in dem vagen Derasch, einiges Ansehen, sondern sogleich das groß t e cr- 41* . ’

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