Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 41 (9.10.1841)
- Article
- Methodologie des Talmuds [Rezension]
- Date
- 1841-10-09
- Page
- Spalte 631-632 (sequence 4)
- Language
- German
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631 Lit.Uebersichten. Methodologie des Talmuds. Dr. Hirschfeld. Chazrot Ha-Schir v . Sä)effer. 632 langt haben, eben weil die \lh von ihrem Ursprünge her die Autorität der evidentesten Exegese besaß. Daher war es heilsam und sogar nothwendlg, M zu verbieten. In gleichem Schritte hiermit natürlich wurden die von Alters her tradirten NM NNU beilig gehalten. Daß dann zuweilen die tradirten selbst angefochten würden, ist das Schicksal aller Traditionen, und bedurfte nicht der'§. 414 versuchten Harmonistik. Erst ganz spät, -als jene Anfechtungen überhand nahmen und die Tradition in Betreff der nw nyftjj erschütterten, sprach eine rabbinische Harmonrstik den Satz aus, nicht die V[W nnw si'lbst, sondern ihre Anzahl sei überliefert. —I Endlich §.439 sagt der Vers., bei Seiligthümecn und bei tempeldienstlichen Verordnungen herrschten, a u s un s unerklärlichen Gründe n, abweichende Grundsätze vor. Sollte wirklich der Durchweg so scharfsinnige Vers, sich das nicht haben erklären können? Hätte er erwogen, daß die Middot eine Entwickelung.- eine Geschichte haben mußten und hatten, so lag ihm die Annahme sehr nahe, daß man denselben zur Zeit des .Tempels noch nicht soviel Beweiseskraft zugestehen mochte, um in Bezug auf Heiligthümer und Tempeldienst auf ihnen weiterzubauen. Als Herkommen hätte sich dann diese Restriction noch geltend gemacht, als die Middot vollkommen erstarkt waren. Soviel über den Inhalt des Werkes. Was die Einkleidung desselben anbetrifft, so besitzt der Verf. noch nicht Gewandtheit genug im Ausdruck. Was sich recht gut in Einen Satz bringen ließ, giebt er fast durchweg in zwei, drei und mehr Sätzen , die sich zur Hälfte decken, beinahe nach Art der Stufengesänge. Zuweilen braucht er seltsame Ausdrücke, wie: umstaltet S. 4. 443, Selbstvertrauen zu sich S. 74, verschie.donheitslase Identität S. 80, beansprechen S. 235, Bevorziehung S. 288, ojrsüdlr'ch S. 340, Kauf-Pretium S- 355, N. Iosua streitet auf diese Regel S. 358, lexi'cographische Methodologie S. 437 und ähnliche. Auch würde ihn etwas mehr Correctheit davor bewahrt haben, Critic S. 19, Critik S. 140, Nymbus S. 23 und öfter, Hermeneutic S. 130, Ausname (unzählige Mal), Rücksichtsname S. 186, Nyancirungen (Zweimal) S. 324, Schwerd S. 363, Rancken (zweimal) S. 394 zu schreiben, oder so sprachwidrig zu theilen wie Conject —urelles S. 460. Schließlich bitte ich den Berf., mir zu vergeben, und das Publicum, mir zu glauben, daß ich eifrig bemüht war, über die Freundschaft für Jenen nicht die Wahrheit zu beeinträchtigen. 32) v. Feiwe! Schöffer aus Sczebrszyn. Warschau 1840. 8. (Fortsetzung und Schluß.) Wir wollen aber zuerst die Tendenz des Werkesund den Namen desselben in Erwähnung ziehen. Der Verfasser wollte, wie wir bereits gesagt, den Eingang zu mNDD ‘»“W machen. Wenn wir uns fragen: warum der treffliche Dichter Wessely, dem es doch an Dichterbefähigung gewiß nicht mangelte, nicht einmal sein. Werk mit Jakob begonnen, sondern erst spater mit Moses, so wird sich uns darthun, daß, da er ein episches Gedicht geschrieben, er sich natürlich nur einen Helden oder irgend eine große That wählen durfte, und alles was diese betrifft poetisch abzeichnen mußte, aber nicht durste er Seitengänge gehen, die blos in irgend einer Weise mit dem epischen Stoffe Zusammenhängen. Er hat sich zum Stoffe die Befreiung Israels aus Egypten und die Erwählung des jüdischen Volkes durch die mosaische Gesetzgebung^) erkoren; er sing daher bei dem unterdrückten Zustande der Hebräer, d. h. bei dem Buche Exodus an, um mit ihrer Befreiung zu endigen. Alle vorkommmden Personen hatten nur in so fern eine Wichtigkeit, als sie auf die Gesetzgebung oder auf die Befreiung irgend einwirkten. Moses ist der Hauptheld dieser Geschichte, weil er der Befreier und der weise Gesetzgeber war, der sein Volk zu einer Einheit, zu einem Volke bildete. Er wollte aber auch nicht die Biographie Mosis beschreiben; daher hat er nicht seine Lebensgeschichte bis zu seinem Tode fortgesührt, sondern bei der Gesetzgebung abgebrochen. Nun wissen wir aber nicht, welche Verbindung der tot nran mit dem vw hat und auch nur haben konnte, da letzteres Werk nur von der Befreiung Israels spricht. Es stehet für sich abgesondert als ein biblisches Epos, das durchaus keinen sechsbändigen Prolog nothig hat. Oer Verfasser des rvr&n "WH versi'ficirt die Biographie Jakobs. Ist es daselbst in dieser Hinsicht wiederum unerklärlich, warum er bei seiner Reise nach Hararr (pn) und nicht bei seiner Geburt angefangen? Hr. Tugendhold stellt unfern Dichter Feiwel unverantwortlicher Weife, mit den Worten "pw nr&TD 7m nm\' bü ÄW vrv oojjm nvm vfw miJi DETU t>mn, auf eine Stufe mit dem berühmten Wessely. Wir. dürfen^aber nur in die Vorrede der nruTi einen Blick werfen, und wir werden gleich dm Unterschied wahrnehmen. Wessely, der wahre und natürliche Dichter, der Wiedererschaffer der hebräischen Poesie, bezeichnet folgendermaßen sein treffliches Werk: ÄO dpd pNanrfr p\ dpi omn nw rhx nw d.) dni p^n röns dhd idb uhnnob mid Dipp; so glaubte er sein Werk auf einer niedrigen Stufe, er machte gar keine Ansprüche, und wollte damit keine Unsterblichkeit erringen, sondern er lieferte es blos zum gemeinen Bestem um der Sprache zu dienen. Wie aber Hr. Feiwel! Mit der Sprache des Egoismus sieht er von seiner Höhe mitleidig auf die Leser seines unsterblichlichen Werkes herab. Wessely versetzt jeden Leser in die Sphäre der Poesie, sein Geist schwingt sich Himmelwärts, doch fühlt er selbst seine Größe gar nicht; umgekehrt ist es bei *) Mit Inbegriff dcs 6. Theiles der rm&r« ’W.