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Der Orient · 1841-09-18 · 38 (18.9.1841) · p. Spalte 579-580

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
38 (18.9.1841)
Article
Die Psalmüberschriften, in kritischer, historischer und archäologischer Beziehung
Date
1841-09-18
Page
Spalte 579-580 (sequence 2)
Language
German
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379 Psalmüberschriften in kritischer, historischer und archäologischer Beziehung. $3.0 flucht zu nehmen. IXX vkeq rav' %qv<piav rov viov. ' Sg/NnNVW TOE pEtfl imn NHTO by, — Raschi (außer einer Menge anderer Erklärungen) citirt aus der Pesi'kta not (bei Kunz Pes., XI. s. S. 211), daß der Pf. auf ’ pbüy und wy sich beziehe; er selbst sucht diesen Midrasch auf grammatischem Wege zu rechtfertigen, erklärt nzhy für Jugend, und pp als Jnsin. von ph, reinigen, läutern (Dan. 12, 11), daher rtom" btrrn' bw pirwi innb> pbnnao xnb ‘rnjh m wy nnw jnyw* mpm jripi^ — Vielleicht bezieht sich das Largum auf die aus eben jener Pesikta (Raschi Ezech. 16, 15. und auch sonst bekannte Sage, daß der Stamm Dan, als vorzugsweise dem Götzendienst ergeben, während des Zuges in der Wüste von der schützenden Wolke ausgeschlossen war und daher von dem den Nachtrab angreifenden Amalek am meisten zu leiden hatte. 44 7) Aehnlich dem Midrasch anheimgefallen ist die Ueberfchrift E'pinn nbto iW (56), die sich vielleicht (wie unten rwn bx) auf die Melodie eines mit diesen Worten anfangenden Liedes bezog. LXX vweq tov 2,aov rov octu rav ayicov (is(ianQV(i{isvov' (für das von den Heiligthümem Tempelhalle^ entfernte Volk. Die Taube ist öfters Sinnbild Israels Hof. lt 11. 11, 11 und noch öfters (im Hohenlied) dahin gedeutet worden. Noch ausführlicher verschmelzt das Tg. die ganze Ueberfchrift des Pf. 56: by npdi^ lp pprrinD h rrjo Npw btntn Nnw» "o ahm nn pn mby ^üb pnrusrcH pim jirprrp rua mr? rm Vgl. Sota 10 b. 8) Eben so dunkel bleibt uns die Ueberfchrift (22) nTOj „die Hindin (die Liebliche) der Morgenröthe^, vielleicht ein Instrument, daß des Morgens gespielt wurde. LXX vtveq rrjg aurdyipsag f?jg ea&iliijg (über das Empfangen der Morgenröthe), Tg. by &nnnpl a-n^n pmp ppn> Wie auch Fürst bemerkt, haben beide, wenn auch nicht gerade r\)b'X gelesen, doch die Radix stack sein, darin hervvrgesucht. 9) btt, die Ueberfchrift von Ps. 57/ 58, 59, 75 ist wahrscheinlich der Anfang eines Liedes, nach Lessen Melodie der zugehörige Psalm gesungen werden sollte. LXX w öiaQ'd'eiQfig. Tg. Sann nS 10) jtw Ps. 60 und Ps- 45. 69. 80 ein wahrscheinlich nach einer Aehntichkeit mit de-r Lilie (;W) benanntes Instrument. 60 und 80 findet sich noch der Zusatz nnp dabei, den Ps. 80 richtig durch das Atnach von EW getrennt, und als Bezeichnung des Liedes zum Namen -*)DN gezogen, unrichtig aber Ps. 60 mit ]\£)W verbunden ist. LXX und Tg. übersetzen beide, als wenn sie gelesen; jene in der altern 44) Rum. 2, 38. Deut. 25, 18. Nicht. 18, 13. 1 Kön. 12, 29. Zunz G. V. d. 2. S. 30. Anm. a. Bedeutung: sich ändern, abtrünnig werden; daher: £xeq rav dUoLco-d'riGo^Evtüv und mit zugesetzten nny Ps. 60. rolg d/Uoico{fo]<jO[AEvoig en (ni))). — Dagegen faßt das Tg. *n der späteren, mischnischen Bedeutung, lernen, forschen, vorzüglich Gefttzstudium betreiben, und versteht unter EW .feie — Sanhedrm, daher Ps. 45. n^EN ttn' by.46 —- 69. by pnrttDrroSt. — 80, nnnoa ppoynp n pnrwo by.. — Nur 60. pS apjn to h NnnriD poy by. (]&W"öw alt). Alle Ueberschristen, in denen ein Instrument oder eine sonstige musikalische Beziehung angegeben wird, haben am Anfänge das Wort apS 47 5 dieselbe Bemerkung findet sich noch bei einer großen Anzahl anderer Ueberschristen. 43 Die Bedeutung dieses Wortes darf nicht schwer sein, da Parallelstellen aus der Chronik (1 Ehr. 15, 21. 23, 4. 2 Ehr. 2, 1. 17. 34, 12. 13. Esca 3, 8. 9.) uns belehren, daß in der spateren Sprache für: „über etwas gesetzt sein" gebraucht wurde; in musikalischer Beziehung 1 Ehr. 15, 21. 2 Chr. 34, 12. Daher erklärt sich auch die stete Verbindung des Instruments mit diesem Worte. LXX. sig t6 teXos (in^p), Tg. afi-3^ (N2D als aram. Inf. Pael betrachtet). Wir knüpfen hieran noch einige Bemerkungen über die Zeit, in welche diese Ueberschristen zu versetzen seien. Betrachtet man nämlich die Namen dieser Instrumente, so fallt es sicherlich auf, daß man darunter gar keines von den sonst so bekannten und häufig vorkommenden niD, Paj, W>n, *]n, nantf u. bergt, findet. Und doch werden oft in den Psalmen selbst und sogar in sehr jungen häufig die Instrumente genannt, mit denen das Lied zu begleiten der Dichter sich oder die Chöre auffordert. Vgl. Ps. 33, 2. 3. 47/ 6- 68, 26. 103, 4. 144, 4. 149, 3. 156, 3. 4. 5. rc. Und eben so ist 45) Es kann dies vielleicht eine Spur zu-r Bestimmung der Zeit dieser Uebersetzung darbirten. Ueber Abtrünnigkeit wird vorzüglich seit den Zeiten der Makkabäer an geklagt (Dan. 11, 30. 32) und dürste vorzüglich der sich bald erhebende Kampf der Sekten eine parteiische Auslegung der Alten heiligen Schriften verursacht haben. , 46) Raschi erklärt diesen, aus anderer Quelle (vgl. Annu 50) ihm bekannten Midrasch so: zu Ps. 45, 1: ftn lEDP DOTD) MtÖHBO DW1 D’WflfiO E'OI EM M WH HE* DXJttfTC D'GVE ÜWyOr vgl. denselben Ps. 60, 1. 47) Nur Ps. 88 stehen noch die Worte "MtE nnp davor, was unsere schon früher ausgesprochene Vermuthung, daß mehre Ueberschristen (und vorzüglich diese) allnraliz entstanden seien, zu bestätigen scheint. 48) Die Überschrift n&Ep haben überhaupt aus dem 1. Buche 19 Ps. (4-6. 8. 9. 11—14, 18. 19-2 L 22. 31. 3Ö. 39-41); aus dem zweiten 25 Pf. (42. 44—47'. 49. 51— 62. 64-70); aus dem dritten 8 Ps. (75—77. 80.81. 84. .55. 88); aus dem fünften 3 Ps. (109. 139. 140); zusammen 55 Psalmen.

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