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Der Orient · 1841-09-04 · 36 (4.9.1841) · p. Spalte 551-552

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
36 (4.9.1841)
Article
Die Psalmüberschriften, in kritischer, historischer und archäologischer Beziehung
Date
1841-09-04
Page
Spalte 551-552 (sequence 4)
Language
German
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551 552 Psalmüberschriften, in kritischer, historischer und archäologischer Beziehung. Asaf's?c., die einmal in der (traditionellen) Geschichte der Musik florirten, ohne Weiteres in die Davids versetzt, und sich damit aller näheren Untersuchung über die ihm zugänglichen Ueberlieferungen entschlagen. Daher kommt es, daß trotz der fortwährenden Wiederholung der Namen Asaf, Heman, Jedutun der Leser nicht dazu kommt, sich ein klares Bild von der Thätigkeit dieser Männer zu entwerfen, weit eben der Schreiber selbst keines davon hatte. Daher durch Jneinanderschiebung und falsche Benützung vorliegender Geschlechtstabellen, nicht nur Asaf mit seinem Water Berechja und seinen vier Söhnen zugleich fungiren kann,1J sondern daß auch in den Ein (Heilungen, die im 40. Lebensjahre Davids gemacht wurden, Nachkommen von Asaf im wenigstens fünften Glieds Vorkommen;12 bafj endlich alle diese., levitifchen Sänger — um mit den Talmudisten zu reden — in der Lust fliegen, und uicht wissen, woran sie sich halten sollen.13 Auch der Umstand, daß der Chronist wahrscheinlich schon, außer dem Pentateuch und den Propheten, Psalmensammlungen mit Ueberschriften vor sich gehabt hat, *4 kann als Bestätigung unserer Ansicht dienen, und es war leicht, wenn man die Namen der levitischen Sänger fortwährend mit davidifchen Psalmen gemischt fand, auch dieser Sänger selbst mit David sich in steter Verbindung zu denken, und bei der idealen Schilderung der davidifchen Institutionen in seine Zeit zu versetzen. Nachdem wir dies im Allgemeinen über diese lettischen Sänger gesagt, wollen wir sie einzeln durchgehen, und sehen, was die Geschichte über sie zu berichten weiß. Die einzige Quelle, welche, außer der Chonik, den Namen Asaf's gedenkt, ist das in doppelter Reeension vorkommende Geschlechtsregister Esra 2= Nehem. 7. (benutzt von dem Chronisten L cap. 9. und Neh. 11). Hier werden (beide Mate) unter den aus dem Exil zurückkommenden Levitenfamilien, auch die Nachkommen ('ft) Asaf's 128, oder 148 angegeben. (Esr. 2, 41. m\, wie das aus Persien mitgebrachte ^5 v. 18 vrrräth) rc. Siehe weiter unten Anm. 27- 11) Vgl. 1 Chr. 6, 24. 15, 17 mit 25, 2 und 15, 23. 12) 1 Chr. 26, 2 werden die sieben Söhne des Meschelemjah) Sohnes Kore, von den Söhnen Asaf's^ aufgezahlt; da aus den Worten „von den Söhnen Asaf's" hervorgeht, daß Kore nicht unmitttlbar Sohn des Asaf's gewesen, (auch findet sich dieser Name nicht bei Aufzahlung der Söhne Asaf's 25, 2), so muß man wenigstens ein Mittelglied annehmen, also Kore zum Enkel, Mcschelemjah zum Urenkel Asaf's machen. — Indeß haben wir, wenn uns auch 26, 31 in das letzte (40.) Negierungsjahr Davids weisen will, wahrscheinlich exilische Asten vor uns. Vgl. 1 Chr. 9, 19 mit 18 und Esra 2, 42. Neh. 7, 45. is> maw no V Dr6 jw -m:: n'mii> s. Chag- 10a (Mischna). 14) Zunz, G. V. d. I. S. 32; daher wohl der Mel Hin, den Asaf und Jedutun 2 Ehr. 29, 30. 35, 15 erhalten. Neh. 7, 44). Aus diesem Register, dessen historische Treue im Ganzen wir nicht zu bezweifeln haben, ersehen wir, daß die Nachkommenschaft Asafs zur Zeit Serubabels zwischen 130 und 140 betrug,'also wenn man zurückrechnen wollte, ungefähr 4 — 5 Generationen vor dem Exil der Stammvater gelebt habe; eine freilich höchst schwankende Bestimmung. — Alle andern Stellen der B. Esra und Nehemia, die des Asaf gedenken, sind unbestreitbares Eigenthum des chronistischen Ueberarbeiters. Nach den Berichten dieses Letzteren ist Asaf der Sohn Derechjahu's, eines Thorwächters (1 Chr. 15, 23), ein Abkömmling des ältesten Sohnes Levi's, des Gerso n, zwischen dem und Asaf 12 Glieder sich befinden, nämlich nach absteigender Linie: Gerson, Jachat, Schimi, Simma, Etan, Adaja, Serach, Etni, Malkija, Baaseja,. Michael, Schima, Berechjahu, Asaf (1 Chr. 6, 24— 28). Demnach würde dieser Zeitraum von ungefähr 400 Jahren durch 12 Generationen ausgefüllt, aber milgutem Grunde laßt sich vermuthm, daß diese Tabelle, wenn auch nicht erdichtet, doch nicht vollständig ist, wie dies von den meisten Geschlechtsregistern, auch außer der Chronik, gilt.15 Zuerst ist er thatig bei dem Hinausbringen der Lade, wo er mit Heman und Etan auf kupfernen Handpauken den Ton angiebt Qpütifft, 15, 19); bei dem Liede, daß der Chronist die Leviten dann vor der Lade singen läßt (Ps. 105 und 96), ist Asaf wieder der Anführer (16, 5. 7) und erhält überhaupt mit seinen Brüdern (Stammgenossen) den beständigen Dienst vor der Lade, Tag für Tag (16, 37). Bei den letzten Anordnungen Davids wird er einer der drei, unmittelbar unter des Königs Befehlen (25, 6 ft' ty) stehenden Obersten der Levitencohorten, die unter den 24 Söhnen dieser drei Anführer vertheilt sind (25, 1), eine Wahl, die durch das Loos bestätigt wird (25, 9.). Auch nach dem Tode Davids ist er noch bei Einweihung des Tempels thatig (2 Chr. 5, 12), tritt dann vom Schauplatze ab, lebt aber in seinen Nachkommen, die dem Ruhm ihres sangreichen Ahnen nacheifern (2 Chr. 29, 30. 35, 15) noch immer fort. Die Nachrichten über seine Abkömmlinge sind bedeutend in Verwirrung gerathen. Nach 1 Chr. 25, 2 hat er vier Söhne: Sakkur, Josef, Netanja, Aschareta (od. Jeschareda v. 14), die, wie gesagt, jeder eine Levitenabtheilung von 12 Sängern befehligen (v. 9. 10. 12. 14). Der hier genannte ‘7)3] scheint identisch mit dem 9, 15 als Asafs Sohn ausgeführten der Neh. 11, 17 heißt; dessen Enkel Matanja tritt unter den Exulanten auf (Neh. 11, 17, 1 Chr. 9, 15), verräth also die ungeheure Lücke in der Geschlechtszahlung — Der Ururenkel eines „Leviten Matanja von den Söhnen Asafs (Jachasiel, S. Scharja, 15) So wird z. B. Simma 1 Chr. 6, 57 Enkel Jachats und 6, 6 Sohn Iachats genannt; mehre Belege findet man bald nachher bei den Nachkommen Asaf's.

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