Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 36 (4.9.1841)
- Article
- Die Psalmüberschriften, in kritischer, historischer und archäologischer Beziehung
- Date
- 1841-09-04
- Page
- Spalte 553-554 (sequence 5)
- Language
- German
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553 Psalmüberschnften in kritisch., histor. u. archäolog. Beziehung. DieLandau'scheTalmudausg. 554 S. Benaja, S. Jeiel, S. Matanja) erscheint unter Josafat (2 Chr. 20, 14), und tragt zu dem wundersamen Siege, den dieser fromme König durch Gottes Hilfe und der Leviten Gesang über Moab und Ammon erringt, nicht wenig bei. Zwei der eben genannten Namen, Secharja und Matanja, tragen auch zwei Asasiden, die unter Hiskia an der Reinigung der Religion arbeiten helfen (2 Chr. 29, 13); Matanja, Sohn Micha's, der nach 1 Chr. 9, 15. Neh. 11, 17 unter den rückkehrenden Exulanten sich gezeigt, hat einen Urenkel Ussi, der um dieselbe Zeit (Esra-Nehewiansche) Vorsteher der Leviten ‘TpD) ist (Neh. 11, 22) und einen andern Urenkel Secharjah, der unter den Priestern die Trompete blast. (Neh. 12, 35). — Man sieht, wie schwer, ja fast unmöglich es wird, bei der fehlerhaften und inconsequenten Schreibung der Namen, (IO!, v"01, O2!; 1 Chr. 25, 2. Neh. 12, 35. 1 Chr. 9, 15. Neh. 7, 17. Neh. 11, 17. 12, 35 k.), bei den bald vollen, bald mangelhaften gegebenen Registern zu einem nur irgendwie sichern Resultate zu gelangen. He man, der Esrachite (Pf. 88, 1), der diesen Beinamen mit Etan (Pf. 89, 1. 1 Kön. 5, 11) gemein hat, kommt mit dem genannten und Kalkol und Darda an bcr letzt genannten Stelle als Sohne Machol's, *6 und als alte berühmte Weise vor. Der Name Tn«K ist wahrscheinlich als Patronymicon von NM, dem Sohne Zuda's (Gen. 38, 30) zu nehmen, und hiernach stände nichts im Wege, Heman und Etan mit den 1 Chr. 2, 6 genannten fünf Nachkommen Serach's: Simri (Jos. 1, 18 steht statt M^OO!), Etan, Heman, Kalkol und Dara (mit Auslassung des n) zusammenzustellen. 17 Dann wären aber die Sänger keine Leviten gewesen. Der Heman der Chronik ist daher nach 1 Chr. 6, 18 Sohn Joels, Enkel Samuels, 18 Abkömmling des zweite n Sohnes des Levi, des Kehat, zwischen dem und Heman in absteigender Linie folgende 19 Glieder liegen: Kehat, Jizhar, Korach, Ebjafaf (Abiasaf Exod. 6, 24), Assir, Tachat, Zefanja, Asarja, Joel, Elkana, Amafai, Machat, Elkana, Zuf, Toach (Tochu 1 Sam. 1, 1), Eliel (Elihu ib.) Jerocham, 16) ^',NO \)2, von dem Biuristen genial genug mit „lyrische Dichter^ übersetzt. 17 Bei den LXX hießen die vier 1 Kön. 5, 11. (bei LXX 4, 31) [zou £GocpCö<xTo TaiQ'ccv xbv ZaQLzr^v, mActi xov AJvav, xod zov Xcdyctd, v.cä ^JccquIcc, viovg MdI, Dagegen 1 Chr. 1, 6: zal vioL Zccgä, Z ßgt, xozi Aitfccp, vml Alpoväv, zcd Ku%%clX, tdo'Q&d. — Pf- 88, 1: Afauv, vca 'iGooirjUrrj; 89, 1: Atöcqi, reo ’lGQCi7]lh7i, Vgl. Exod. 12, 49 2C. 18) des Propheten, daß nur die Chronik von dessen levitischer Abkunft weiß ftmd zwar an obiger Stelle) ist bekannt; daß aber hier der Prophet Samuel gemeint sei, gehr mit Bestimmtheit aus dem bis in das sechste Glied hinauf gleichlautenden Geschlechtsregister Sammls 1 Sam. l, 1. 8, 2. Elkana, Schemml, Joel, Heman (Heman's Water Joel, von dem 1 Sam. 8, 2 nicht viel Gutes zu erzählen weiß, ist nicht zu verwechseln wir dem 1 Chr. 15, 7. 11. 23, 7 erwähnten Gersoniden Joel.) — Won Heman ist dasselbe zu erzählen, wie von Asaf; auch ec erscheint bei dem Hinaufbringen der Lade (1 Chr. 15, 17. 19), wird dann von David bei dem auf der Anhöhe zu Gibeon befindlichen Mischkan *9 angestellt, um bei dem täglichen Gottesdienst seine Kunst zu zeigen. Ec hatte außer 3 Töchtern noch 14 Söhne, die alle 1 Chr. 26, 4 aufgezahlt sind, und deren jeder eine der 24 Levitenabtheilungen unter sich hatte. (Namendifferenzen: Usiel v. 4 — Afacel v. 18; Schebuel v. 4 — Schubael v. 20; Jeremet v. 4 — Jerrmot v. 22). (Fortsetzung folgt.) Literarische Ueberskchte«. 30) Die Landau'sche Pracht - Ausgabe des babylonischen Talmuds in Octav - Format. L. Wer einmal die großen und schweren Folianten des Talmuds hin und her gewälzt und im Schweiße seines Angesichts bei diesem merkwürdigen Schulbuche seine Jugend verträumt, der mag eine Pracht-Ausgabe in Octav- Format, wie sie uns von Herrn Landau geboten wird, zu schätzen und zu würdigen wissen; denn diejenigen in der Neuzeit, welche diesem Nationalbuche blos einige Stunden der Muse, wie etwa irgend einer philosophischen Disciplin, geweihet, diese haben nie die schmerzliche, niederdrückende Uebergewalt der Folianten gekannt, wie sie auch nie die Poesie des Barocken empfunden, und sie vermögen daher weniger die äußere Europäisirung dieses Werkes hochzuachten. Es wird wirklich einem recht traulich und munter zu Muthe, wenn man den ganzen Talmud in diesem bequemen Formate, wie etwa die deutschen Klassiker, vor sich stehen hat, und zu diesem oder jenem Behufe wie etwa in einem Conversativns- Lexikon nachschlägt, ohne bei jeder Pagina an Sura und Pumbedita gewaltsam erinnert zu werden. Die große Masse derjenigen, die noch einen Ruhm in Andauung jüdischer Literatur suchen, betrachten den Talmud doch nur als Hilfsmittel und nicht als Zweck, als eine Encyclopädie, aus der man bei den verschiedenartigsten Thesen sich Raths erholt, als eine Chronik, auf die man bei 19) Daß das Mischkan in Gibeon gewesen, erfahrt man aus 1 Chr. 21, 29. 2 Chr. 1, 3, Vgl. 2 Sam. 24, 25 und 1 Kön. 3, 4 mit Deut. 12, 13 ff.