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Der Orient · 1841-08-21 · 34 (21.8.1841) · p. Spalte 515-516

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
34 (21.8.1841)
Article
Das Glaubensbekenntnis der Zenobia, Fürstin von Palmyra
Date
1841-08-21
Page
Spalte 515-516 (sequence 2)
Language
German
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515 Das Glaubensbekenntnis der Zenobia. Ein Blick auf die Geschichte ihrer Zeit. 518 Jüdin wie. es. scheint, sondern eine geistvolle, staatskluge Heidin,-^ Mit dem Schlüsse des Cellarius ^Pieri ilaque potuit ut nec Christüma esset necpie ul plurimi äeorwm aillria:, sed si Aegyptus vel gennit ipsatn vel proviinos majores in Jnäueorum seusus iuclmaretqui mnlti et celebres in Aegypfo Ulis temporihus erant“, fatm ich mich nicht befreunden; er wäre, um Gesagtes noch einmal zu wiederholen, eine Bestätigung, wenn es authentisch wäre, daß sie eine Jüdin sei; allein, daß sie deßwegen eine Jüdin gewesen sein müsse, weil sie aus Egypten war und weil dieses Land viele Juden zählte, dünkt mir ein zweifelhafter Beweis. Auch ist noch nicht festgestellt, daß sie eine Egyptecin war, und man hat dann zwei Dinge, die angenommen worden sind, nämlich, daß sie Jüdin geworden sei, und dann, daß sie von den Ptolemäern abstamme, hinwegzuräumen. Wenn sie aber nicht Jüdin erst ward, sondern schon diesen Glauben ererbte, so paßt das kaum zu ihrer Abstammung von Kleopatra. Auch ist das kein Grund, daß, weil die heidnische Religion immer tiefer sank, sie keine Heidin hätte sein können. Auch Longinus war ein Heide und eine Menge geistvoller Männer mehrere Jahrhunderte spater. Auf gleiche Weise nun wie Cellarius haben von Photius 38 und Abulsarag 39 an eine Menge von Gelehrten sie für ebne Jüdin gehalten, von Historikern namentlich Tillemonl,^ Basnage^i und Jost^. Letzterer nimmt .37) Wenn auch der Jehovadienst die ursprüngliche Idee des Abrahamglaubens gewesen, so ist es doch sicher, daß durch Verschmelzung mit dem Naturdienste der Sabäer von der Einheitsidee der Gottheit wenig bemerkbar bei den Sarazenen gewesen sein muß. Wenn wir es aus den Nachrichten über die Religion der Palmyrenen nicht erkennen wollen, so sehen wir es schon aus dem prägnant ausgesprochenen Gebot des Moses und ebenso dem des Muhamed, der offenbar auf den Abrahamsglauben weiter baute, heworleuchten. 38) Photius Biblioth. 1469 tin Art. Demosthenes „htl KXccvdlov 81 ovxog jju(.icc£8. -acd za nollci GvvriycQvfezo Zrjvoßicc. 77 tcqv ^Ogqotjvcov ßaGilidt, ztjv ctQp)v %ccz8- %ovG7]. ’OSsv&Q'Ov xov avö'Qog avxrjg zszEXsvKozog yv %a\ pszaßcdAl' 8ig za lovdcdcov e&7] and zrjg sllrjviKfjs Szigl 8cti{ioviaSi italatog av ay q acpiq Xöyog." 39) Abulsarag I. c. 40) Tillemont hist, des empereurs romains yol. 3. pag. 388. „8. Athanasi ,dit. qu’elLe etoit Juiye ce qu? Abulfarage ecrit apres lui, mais au moines eile suivoit beaucoup les sentiineuts des Juifs et 011 pretend, qu;e ce fut a cause d’elle que PaaL de Samosates Eresque d’Aptioche du qucl eile estoit protectrice tomba dans l’heresie d’Artemon etc.“ 41) Basnage livre 8. 3. 19. „Cette reine etoit Juive.“ cf. Pag. oritrci t. I, 488 und Zrby und Mangle bei Linj»min ok Tuäcla ed. Asher II. p. .122 in einer Anmerkung des Editors „.Zenobia . . . . have been of the Jewish religion.“ 42) Jost. Gesch. der Israelit. Band 4. p. 156. „Diese durch Schönheit, Hofglanz, männliche Tapferkeit und wissenan, es Hube in Palmyra ein Geist der Aufklärung geherrscht, der, Juden- und Christenthum vereinigend, die Orthodoxen eines Jeden erbitterte. Allein, wenn diese Idee an sich selbst ein schon Etwas unpassend für Ort und Zeit dünkt, so sehe ich, wenn ich sie annehme, noch nicht, warum sie nicht eben so gut eine sreigeisterische tolerante Christin hatte sein können. Auch mit den Beweisen für diese Hypothese, die aus Jebamot 16 tt und b und 17 b genommen werden, Stellen, die an sich selbst sehr dunkel sind und selbst durch Hypothesen theitweise nur erklärt werden, kann ich nicht einverstanden sein. Denn der Grund, weshalb von den Palmyrenern keine Proselyten angenommen werden sollten, ist der, weil nach Deuteron. 23, 3. verboten ist Mischlinge (DniDD) in das Judenthum auszunehmen. Ueber das Entstehen dieser Mischlinge giebt es zweierlei Meinungen, von denen die Eine sie aus den nohw 'NUp, den Knechten Salomo's, die selbst sehr reiche israelitische Mädchen heiratheten, die Andere aus den bei der Tempelzecstörung geraubten israelitischen Jungfrauen entstehen laßt. Es gehört folglich dieser Grund nicht zur Sache der Zenobia und des Paulus, sondern betrifft überhaupt eine Sage über Abstammung der Tarmudäer; ferner hat R. Jochanan, schon 258 n. Chr. (Zunz gottesdienstl. Vorträge p. 52 noL c.) gestorben, also 3 Jahre schaftliche Bildung ausgezeichnete Frau war eine Jüdin." Ich muß gestehen, daß dieser verdiente Historiker hier blos Hypothesen geschaffen, die sich überhaupt nicht, am wenigsten aber aus den von ihm angeführten Quellen ergeben. Wenn er Philaft. 64 anführt, so widerspricht das seiner Meinung, daß sie eine geborne Jüdin gewesen und wenn er die Stelle des Nicephorus 6. 27 so benutzt wie die frühern, nämlich daß er annimmt, Paulus habe wirklich die Zenobia unterrichtet, so hat er Unrecht daran gethan auf die Bemerkung nicht zu achten, daß Nicephorus den Lheodoret, den Jost nicht anführt, nicht blos ausgeschrieben, sondern in der Bedeutung des He- QK7C8VSW, gänzlich mißverstanden hat. Vgl. die erwähnten Stellen. Abr. Seller bist, of Palmyra p. 87. iL Vales. ad Euseb. 7. 30. Allein diese ganze Annahme die sich auf die Lehrsätze des Paulus, als einen Vereinigungspunkt des Judenthums und Christenthums stützt, ist schon deshalb, weil dies gar nicht der Fall war und selbst nur eine Hypothese ist, zweifelhaft und unstatthaft. Daß aber auch die Ketzerei des Paulus der Grund nicht war, weshalb die Juden keine Proselyten von den Palmyrenern aufnahinen, geht daraus hervor, weil erstens nichts davon bemerkt ist, und zweitens N. Jochanan, der das Verbot Proselyten aufzunehmm, aufgestellt hak, weil das Judenthum sich überhaupt mit andern Gebrauchen vermische, schon 258 n. Chr. gestorben ist (Zunz gottesd» Vorträge p. 52 not. c.), tmb also früher gestorben ist, als Paulus Patriarch geworden ist und seine Sätze ausfprach. Dadurch fällt der Satz weg, daß die Juden nicht gleichgültig gegeben die Ketzerei gewesen sind; es war das eine viel zu kirchliche Sekte, als daß dieses die Juden so erschüttern sollte, und tt),enn man dies annimmt, was freilich nicht unmöglich ist, so mag man noch vieles annehmen, was m das Reich der Möglichkeit gehört. —

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