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Der Orient · 1841-08-21 · 34 (21.8.1841) · p. Spalte 517-518

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
34 (21.8.1841)
Article
Das Glaubensbekenntnis der Zenobia, Fürstin von Palmyra
Date
1841-08-21
Page
Spalte 517-518 (sequence 3)
Language
German
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517 Das Glaubensbekenntnis) der Zenobia. Dorsche Ha-Doröt v. Dr. Creizenach. 518 früher gestorben bevor Odenat mit Sapor in Streit gecieth, und endlich baut sich dies Alles auf die Identität von Tarmud und Palmyra, auf einen Umstand, der noch nicht erwiesen ist und Dr. Jost eben aus dieser Stelle erst beweisen will (Gesch. der Israel, x. Bd. 4. Anh. zum 14. Buch not, 23). Dabei muß man bemerken, daß derselbe sie nicht, wie die meisten andern, die diesen Punkt erörtert, Jüdin werden, sondern schon Jüdin von Geburt an sein laßt. Eben so ist die ganze Stelle Jebamot 17, 6. „Rab Joseph saß hinter -Nab Kahana und Rab Kahana saß vor R. Juda, saß und sagte „die Israeliten werden einst ein Fest feiern, wenn Tarmud zerstört sein wird" ■— ,,Es ist ja aber schon zerstört — „Das war Tamud" — Rab Asche sagte „Tarmud ist dasselbe wie Tamud, es war nur doppelt, ward es auf der einen Seite zerstört, so ward es auf der andern Seite wieder aufgebaut" — sehr dunkel, weil man erstens die Klagen über Tarmud auf eine spätere Zeit als Zenodiens rechnen konnte, da die genannten Talmudisten erst in der letzten Halste des vierten Jahrhunderts gelebt haben, und zweitens die Sache über Tamud und Tarmud eine sehr schwierige unentschiedene ist. (Ueber einen Stamm Thamud oder Themud cf\ Herbelot htbh Orient. lom, 5. p. 472 und Rühle v. Lilienstern zur Geschichte der Araber von Muhamed p. 72. Noch heute heißt eine Landschaft an der Straße von Medina nach Damask Themud.) — Wenn man aber schon dies für Palmyra nimmt und man durchaus will, daß die gleichzeitigen jüdischen Orthodoxen die Palmyrener gehaßt haben, so scheint das nur zu bestätigen, was ohnedies nicht unwahrscheinlich ist, daß Aenobia zu einer Zeit, vielleicht aus politischen Gründen, gegen die Juden erzürnt war, wozu man die Stelle in j. Terum. 46 rechnen kann, wo Aeec Ben Hinoncr gefangen wird und Aenobia aus die Bitten seiner Freunde erwiedert D'-pwyD D'D’J jd!? “Dy ]D”“D Hin HD, Worte, die wirklich keine Jüdin gesprochen hat und die man eher einem Verfolger in den Mund legt. Man erinnere sich hierbei an Dan. 3. 15 — 6. 17 x. Auch der Umstand, den Athanasius so sehr hervorhebt, daß sie den Christen ihre Kirchen nicht genommen und sie in Synagogen verwandelt habe, ein für jene Zeit in der That wichtiger Umstand, zeugt am Ende eben so viel von der Gerechtigkeit und Unpartheilichkeit der Fürstin als von ihrer Staatsklugheit. Wenn sie keine Jüdin war, so kam sie gar nicht in die Verlegenheit dergleichen zu thun. — Ich füge Einiges hinzu, was eine Bestätigung zu geben scheint für die Behauptung, daß Zenobia keine Jüdin gewesen sei, entnommen aus dem häuslichen und politischen Leben der Fürstin. Die meisten Schriftsteller, denen wir die Nachriten über die Aenobia verdanken, schweigen ganz über ihre Religion; Eusebius, Syncellus und Zonares, die wohl die Häresis des Paulus kennen und verwünschen, erwähnen ebenso wenig eines Verhältnisses der Fürstin mit Paulus als Aosimus, Pollio Vopiscus, Entcopius und Rufus von ihr als einer Jüdin oder Christin sprechen. Merkwürdig ist dies namentlich bei. dm Schriftstellern der Kicchengeschichte, weil diese Curiositatensammler43 einen so interessanten Umstand gewiß nicht verschwiegen haben würden, wenn sie nur Etwas davon gewußt hatten. Bedenken wir nun, daß das Verhältniß des Paulus mit Aenobien, wie man es sich gedacht hat, ein auffallendes gewesen sein muß, daß Aenobiens Berühmtheit auch Kleinlichkeiten erwähnen ließ, und daß sie endlich eine Zeit in Rom lebte, so können wir allerdings nicht mit Unrecht schon hierin eine Bestätigung für unsere Behauptung finden. Wenn wir jedoch dieses verschmerzen wollen, wenn wir aus den Nachrichten, die uns diese Schriftsteller geben irgend Etwas schließen wollen, was eine Beziehung hatte auf ihr religiöses Bekennmiß, nur einen Anklang finden wollten, der uns Etwas darüber belehrte so haben wir es erst mit einer Schwierigkeit zu thun, die freilich die ganze Geschichte Zenobiens umgiebt. Wir kommen nämlich in Verlegenheit, ob wir Alles, was Pollio und Vopiskus uns erzählen als Beweis dagegen ausstellen können, ob nämlich die Nachrichten über ihr häusliches Leben irgend einen Glauben verdienen, der zum Beweise führen könnte. Denn es ist höchst unwiffenschaftlich, auf das z. B. was Pollio in seinem Leben der Aenobia erwähnt, gültige Beweise gründen zu wollen, wenn wir auch nichts Anderes haben, aus dem wir schöpfen könnten; das mahrchenhafte Geschwätz des Gerüchtes fällt Jedem auch nicht sehr aufmerksamen Leser in die Augen, und ich kann nur das Wahrscheinlichste hervorheben, wenn ich Anders dem Vorwurf entgehen will, der viele trifft, an dem Orte, wo eine Stelle Beweiseskcaft haben soll, die Kritik ruhen zu lassen. — (Beschluß folgt.) Literarische Uebersichten. n;H'n>j Dorsche Haddorot, En twickelungsgeschichte des mosaischen Nitualgesetzes von dm ältesten Zeiten bis nach der Erscheinung (?) des Talmuds. VonDr,. M. Creizenach. Franks, a. M. m der Andraischen Buchhandlung 1840. X. u. 358. Auch unterm .Titel jrfev Schulchan Aruch, oder encyclopadische Darstellung 'des mosaischen Gesetzes x. Vierter Theil. Von H e ima nn Iolowioz in Berlin. Den reichen Gewinn, welchen die Gegenwart durch das rege Streben und Forschen des sich zum Bewußtsein 43) Wenn wir Beispiele dafür suchen wollen, so vergleichen wir Flar. Vopisc. Saturnin., Ad. Camp, in He~ 34*

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