Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 33 (14.8.1841)
- Article
- Das Glaubensbekenntniß der Zenobia, Fürstin von Palmyra
- Date
- 1841-08-14
- Page
- Spalte 505-506 (sequence 2)
- Language
- German
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506 505 Das Glaubensbekenntniß der Zenobia. Ein Blick auf die Geschichte ihrer Zeit. 47. selbst giebt. Ec erzählt nämlich hier, daß die Sarazenen eben daher als die Juden ihre Abkunft leitend dieselben Lebenssitten wie die Juden hätten. Denn sie beschneiden sich wie jene, enthalten sich des Schweinefleisches und haben mehrere andere ähnliche Gebräuche." Ist das „nach jüdischer Sitte leben" nun Etwas Anders als tu ’IovdciLcov <pqov£lv1 Sind denn nicht aus diese Weise alle Saruceni tu ’lovöcdcov cpqovovvTsg gewesen? Müßten sie dann nichtAlle ebenso gut wie Zenobia Juden mus dem Grunde sein, weil sie rä Iovdcdav (pQovovvTsg sind. Allein das sagt weder Nicephorus, noch können wir es aus diesen Worten schließen. Sie wollten daher vielleicht nicht sagen, daß er von einer Jüdin (sie hätten ja blos ’lovöcda zu sagen brauchen), sondern von einer Frau, die jüdische Sitten hatte, seine Lehren empfangen hätte. Ueber den sonderbaren Umstand selbst, daß er ihr durch seine Häresis geschmeichelt habe, seien uns dann einige Worte erlaubt; hier müssen wir nur bemerken, daß, wenn sie eine Jüdin gewesen wäre, in diesen Sätzen, die er ausstellte, gar nichts Jüdisches gelegen hat, und daß Zenobia, wenn sie Interesse an diesen Sätzen gefunden hätte, gewiß eine Christin gewesen wäre. Vergleichen wir Epiphan. 65, 1 wie er die Meinung des Paulus auseinandersetzt: r?^q ahm d'c tov viov öov S’aov ivoTvoGruaov ullot sv uvtcH reo 6sco ' ild'ovru öo xbv loyov neu avorArjouvm iv 'Iq<sov, uv'd'^omu ovu." Marius Mercat. wie er die Satze des Paulus und Nestorius erklärt: ..Neslorms circa verbum dei non quülem ul Paulus^ peliL quo non substantiv um sed prolalilium potent ia dei efjica,v verbum esse deßuilP Derselbe schreibt in seiner dissert. de XII aniitkemalismis JSeslorii „Paulus verbum dei xcqocpoQixbv ml tvquxti- %bv loyov xul svsQyfjTLxov id est prolttlivum et poteslaiis ejfcclivum verbuni sensit5 non substanlimim. quod Graeci ovQiübzg dicuntP Und Theoboxet sagt selbst, daß er in der Disputation mit Malachi o n haerit. fab. 2, 8. „!cpcoQufh] uv&QWTtov laycov &eiag %uqltos biucpaQovToog /q^Lcof.iavovii. Diese Satze, mögen sie noch so zcacaivu und %af.icunsi'fj über dm Erlöser denken, wie Zonares27 und Eusebius bemerken, hat ein Christ geschaffen, sie athmen ganz den christlich-polemisch-dogmatischen Geist jenes Zeitalters. Auch daß er die Beschneidung gelehrt, bezeugt nur der Eine Philastrius und für die Verwerfung der Taufe schmolz, der erstere vielleicht nur eine Reformation des Letzteren durch schriftliches Gesetz diesem Naturdiensie entgegen strebte. Mehr über diesen Gegenstand siehe Rühle v. Lilienstern in dem Abschnitt „Ueber die Religion Abrahams und die Einführung des Judenthmns in Arabien. — 27) Zonereö in der Geschichte des Gallien, am Ende. 28) Eusebius: bist, eeeles. 7. 27. cf. SyncelJ. p. 387. — 1. e. — ist Augustin e. 44 de luteres. kein völlig gültiger Beweis. Die fabelhafte Erzählung des Abulfarag 29 p.81, daß Zenobia dem Paulus die Patriarchenwürde verliehen, hat schon Basnage widerlegt, freilich nur in soweit, daß er diesen seines falschen Citates aus Eusebius überführt allein; daß dieser Umstand gar nicht möglich ist, wenigstens kaum' denkbar, ersehen wir daraus, daß Paulus, der 270 verdammt,. 8 Jahre Patriarch gewesen, 261 oder 262 dieses geworden fein muß, 31 daß aber in diesen Jahren erst Odenat gegen die Perser sich erhoben hat und bekanntlich einige Zeit darauf erst nach der Besiegung der Perser sich Syriens bemächtigte. Hierbei kann ich eine Bemerkung nicht unterdrücken, die das Vorhergehende wohl bestätigen möchte. Es ist oben bemerkt worden, daß allgemein angenommen wird, sie wäre erst zum Judenthume übergegangen; wie paßt das aber zu dem ru ’lovdcilcov cpqovaiv bei Theodoret und Nicephorus, wenn es nicht eben die dafür erwähnte Bedeutung hätte, und wenn es diese hat, wie richtig ist dann der Grund, aus diesen Worten sie zur Jüdin zu machen! Wir kommen jetzt zum letzten der angeführten Citatoren und zum Einzigen, der mit Recht citirt ward, zu Athanasius. Er nennt sie offen eine Jüdin, ohne zu erwähnen auf welche Weise und durch wen sie dieses geworden ist. Ich kann ihn auf keine andere Weift widerlegen, als daß ich mich in seine Gedanken versetze und in seine Ansicht hineindenke und indem ich in seinen Worten mehr suche, als das wörtliche Verständniß uns gibt. Seine Worte sind folgende: „Zenobia war eine Jüdin und Gönnerin des Samosatanec Paul, und doch gab sie die Kirchen den Juden zu Synagogen nichts Lasset sie uns genau betrachten und wir gelangen zu folgendem Schluß: Paul hatte jüdische Ansichten, Paul war Schützling der Zenobia, folglich, da in der damaligen Zeit nur bei Glaubensgleichheit auch eine Freundschaft oder Gönnerschaft gedacht werden konnte, mußte auch Zenobia solche jüdische Ansichten haben. Nun aber mag die Gönnerin sie noch im höheren Grade besessen 29) Abulfarag' bist. Dynast, vers. Pocock. pag. 81. „Liefert Eusebius chronologus Paulum hunc adjutum a Judaissa quodam, quam Gallus Caesar Syriae praefe* cerat, qua scientiam et sententiam ipsius probans in Patriarchatum Antiochiae contulit.“ 30) Basnage livre 8. 5. 19. „Abulpharage deyoit avoir lu c!ans la chronique d’Eusebe.que ce fatcette raison qui l’obligea a lui donner l’Eveche d’Antioche. Cela n’est point dans Eusebe.“ 31) Yales, ad Euseb. Syncell. p. 881 cf. Mcmfo's Zeittafel der 30 Tyrannen hinter dem Leben Konstantins und Calmeto Chronolog. zu dieser Zeit. 32) Selbst wenn wir sie als dem Abrahawsglaubm zugethan betrachten, können wir sie nicht ’lovdulu, höchstens zv ’lovdaccüv (pqovovöu nennen. Man hat Unrecht daran gethan, diese beiden Begriffe als identisch zu nehmen.