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Der Orient · 1841-08-14 · Heft 33 (14.8.1841) · p. Seite 227

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Journal
Der Orient
Volume
2 (1841)
Issue
Heft 33 (14.8.1841)
Article
Pesth: Emancipationsschrift des Hrn. Cotvos
Date
1841-08-14
Page
Seite 227 (sequence 3)
Language
German
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- 227 ciiltöt unter der Aegide des Gesetzes gelegen; auf irgend eine Weise müssen einmal Beamte (und das sind doch auch unsere Geistlichen) verantwortlich gemacht werden, wenn auch, heimliche Freunde des vagen Kosmopolitismus (für den es in tausend Jahren vielleicht Zeit sein dürste) in einer solchen Einigung der Kräfte zur Verfolgung des Einen Zieles eine unbequem e ,,U e b e r w a ch u n g s b e h ö r d e^ sehen wollen, und vergessen, daß die Gabe zu improvkft'ren nicht jedem Menschenkinde gegen ist. Consistorien in steter Verbindung mit einer Centralbehörde (und warum sollten die Lehrer einer Hochschule die doch jedenfalls zu Len Celebritaten ersten Ranges gehören würden, nicht zuletzt in gleichem Kredite stehen, wie die Obern von Sora, ANesiassia und Pumbidittra? z. B. nyUD ND3 an iNaoty’ npj jms pv1? ä?d7 wo an die „ignn ttln-OQDl" appellirt wurde, und so noch an vielen Stellen des Talmud, die wohl zusammengestellt und naher beachtet zu werden verdiente, (warm im Iudenthume keine fremden Pfropfreiser, die Zweckmäßigkeit einer salchen Autorität schwebte vielmehr dem gesaminten Israel zu allen Zeiten im Geiste vor, daher der Titel: „nbljn bo bu? pi" oder: „“Ol ntW) Nßy" den man der jezeitigen größten Eelebritat, oder auch mehrere zugleich, bis auf unsere Tage gegeben) letzlich dem seligen Akiba Eger in Posen (und wenn mit diesem keine Amtsgewalt verbunden war, so lag dies nur an der gesonderten Stellung der Juden und an der Scheelsucht der Machthaber die keinerlei Centralisation, ob auch in rein konfessionellem Interesse, aufkommen lassen wollten. Erst jetzt könnte nach einem solchen Ziele.hingearbeitet werden, und es liegt im Interesse aller Parteien, (die jüngere und in gründlich talmudischem Wissen gewiß nicht reichere macht leider nur zu oft das jpn UTP auf unsere Zeit anwendbar, und ich wünschte, daß man gegen die Träger und Bewahrer der talm. Principe dieselbe Pietät zeigte, wie gegen diese selbst) pfrO DTtflD nirf? rgiH" die Erfüllung dieses allgemeinen Wunsches auf alle mögliche Weise zu befördern. Mögen die Hirten jener Worte des Propheten Iecheskiel im 34 Kap. eingedenk sein — und doch endlich bedenken, was sü ihrer, unserer Zeit schuldig sind, da es vielleicht noch nie eine für die rabb. Paraphrase des “pmin nsn 'n1? bedeutsamere Periode gegeben hat. — Wollen sie zuwarten, und immer zuwarten und es auf das -pyi tn rPWy HD des Jesaja ankommem lassen? Ihre Aufgabe ist eine große, aber um so größer auch das Verdienst, zu ihrer glücklichen Lösung beigetragm zu haben. M h. Licht- und Schattenbilder aus der jüdischen Geschichte der Gegenwart. Jüdische Zustände in Italien. (Schluß.) Oec Cursus im Collegium selbst ist auf 3 Jahre berechnet und Erstreckt sich über. alle theologischen, philosophischen, philologischen und rhetorischen Kenntnisse, die einem Rabbinen zu wissen nöthig sind. Bekanntlich wirken die Professoren Della Torre und Luzzato mit Segen an diesem Institute. Nach Verlauf dieser Studien hat der Zögling ein Examen Rigorosum, zu bestehen, worauf er, sobald er bestanden, zu einem Rabbinen des Königreichs gegeben wird, um sich praktisch auszubilden. Nach Verlauf dieses Jahres kommt er zurück in das Institut, um ein praktisches Examen zu bestehen, das theils in schriftlichen Arbeiten besteht, wozu ihm die verlangten Literarischen Materialien gegeben werden, theils durch mündliches Befragen abgemacht wird. Nach diesem Examen ist der Bestandene Nabbinatscandidat und erhält als solcher ein förmliches Doctordrplom. Das letztre Examen aber wird von den ersten Rabbinen des Königreichs abgenommen und die Installation in die neue Würde geschieht darauf durch einen feierlichen Act in dem Tempel. Hat auch das Institut sehr verschiedenartige Besprechungen erfahren und findet manches noch zu wünschen, so ist doch nicht zu leugnen, daß der Grund und Boden,' auf dem das Seminar fußt, ein sehr tüchtiger und ehrenwerther ist. Die Gemeinde von Padua zählt 3 Synagogen, von denen die eine dem deutschen, die andere dem italienischen, die dritte dem spanischen Ritus angehöct. Die deutsche Synagoge ist den übrigen rücksichtlich zeitgemäßer Reformen merklich voraus und die Gemeindeglieder haben gezeigt, daß sie zur Einführung zeitgemäßer Maaßregeln wirklich Opfer zu bringen im Stande sind. So z. B. bei den 1838 veranstalteten Abschaffung der Versteigerung der Mizwot. Man findet in ihr einen von einem wohleinstudirten Chore geleiteten Gesang und nur mit der Predigt will es auch hier noch nicht recht weiter, denn erst die künftige Generation wird durch das Collegium mit guten KanzelreLnern versorgt erscheinen. Die ganze Gemeinde hat übrigens eine wohlgeordnete Armenanstalt und hat in neuester Zeit vielfach gezeigt, daß sie weiß, was zur Hebung des Wohlstandes der Gemeinde noththue, sie hat Legate und Stiftungen geschaffen, um armen Jünglingen Gelegenheit zu geben, sich in Künsten und Handthierungen auszubilden. Venedig, dessen Gemeinde sich auf 2000 Menschen belauft, bietet natürlich weit mehr Kraft und Mannigfaltigkeit, als Padua, auch dürfen wir, ohne ungerecht zu werden, unsere Ansprüche wenigstens verdoppeln, müssen denn aber auch anderer Seits gestehen, daß die Gemeinde diese Beförderungen in vieler Hinsicht nicht unbefriedigt laßt. Es herrscht ein junger, kräftiger Geist in dieser Stadt, der sich an der Anerkennung der Menschen, die man in den Israeliten zu ehren beginnt, freudig emporrankt und den Verkehr der Israeliten mit ihren christlichen Brüdern, den sich schon von Jugend auf durch die Gemeinsamen Schulen entwickelt, läßt keine Schroffheiten, keine Absonderungen, keine Ungleichheiten cmskommen. Vielleicht ist nur noch zu bedauern, daß die mancherlei Kräfte der Gemeinde zu zersplittert oder noch nicht zrim Bewußtsein gebracht erscheinen, um großartig wirken zu können. Dies ist z. B. dev Fall rücksichtlich des Gottesdienstes. Acht Synagogen sind für 2000 Seelen zu viel, und daher ist aus keiner etwas rechtes geworden. Hier ist die Synagoge nach dem spanischen Ritus nicht nur die größte und

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