Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 32 (7.8.1841)
- Article
- Das Glaubensbekenntniß der Zenobia, Fürstin von Palmyra
- Date
- 1841-08-07
- Page
- Spalte 483-484 (sequence 2)
- Language
- German
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483 484 Daö Glaubensbekerwtniß der Zenobia, Fürstin von Palmyra, .v. S. Cassel. in der Haakschen Ausgabe 1671). Man hat daher den Zaba für einen männlichen Namen und' mit Saba (Pollio, Claud, 11.) und dem Zabdas bei Zosimus (1, 40. — 1. 44) identisch zu nehmen. Freilich stürzt hierdurch der Beweis von Eichhorn^ gänzlich zusammen, allein ich glaube fast, daß, was durchaus nicht unwahrscheinlich gewesen wäre, wenn eine Zabba mit der Zenobia verbündet war, schon deshalb dies aus Voyiscus nicht genommen werden konnte, weil dieser auch dann die Saba und Zabdas des Pollius und Zosimus blos gemeint haben würde. Casaubon ist freilich -auch mit dem „socium'" unzufrieden, weil doch Zabdas, Saba und Zabba nicht ihre Bundesgenossen, sondern Feldherren gewesen sind, und die Stellung im Vopiscus ist in der That so, daß man eher auf einen Bundesgenossen als einen Feldherrn denkt. ZaLa oder Saba ist übrigens ein bekannter männlicher Name, wie man ja aus dem Stammvater des Sabäer und dem Erbauer von Saba (siehe: Zacaria den Mohammed ben Mahmud Kazwini citirt von Silvestre de Sacy ^sur divers evenemens de P hisloire arabe avant Mnltammed p. 506) Abd-ul-Schems Saba ersieht (im Cyrillus kommt ein palästinensischer Gesandter unter dem Namen Sabas vor,), ohne die Verwandtschaft mit ^2} (Josua 7. 18) und (Nehem. 11, 14 und 1. Macc. 11, 17) mit dem man das ZaßölXav auf Inschriften (RaecolL di Colog. tom. 9, 17) und den bekannten illani hortabatur3 sic literas direxit: „Zenobiae ceterisque 3 quos societas teilet beLLica fuit.u Inter eos, qui tenebantur ilia societate bellica hic Zabas 3 quem prop.fccrea socium Zenobiae ridetur appellare Vopiscus.“ Grttter: „et Zabain ejus socium etc." Sic et Palat. quo tarnenbadet „et nobianVb yulgali pessime „ejus sociam“. Casaubonus: „ejus socium." Hic esfc, quem in Claudio 8 ab am vocabat Pollio: Zosimus Zabdan: Zdßdag ö Zr\voßlag orQazrjyog. Insignites vero errat Vopiscus, qui sociam Zenobiae Zabam nominat, non enim mulier fuit sed vir neque socius Zenobiae sed duxillius ut auctores sunt Pollio et Zosimus. Quare etiam, si legas hic cum regio codice socium non sociam, adhuc tarnen satis caussae ent, cur in Vopisco diligentiam de si de res. 17) Wenn wir also die Conjektur Eichhorns, die in der Lhat wahrscheinlich ist, nicht ganz zerstören wollen, so könnten wir aus der amalekitischen Zabba, den Text in Vopiscus durch die Lesart „sociam" wiederherstellen, da auch dies seiner Eonjektur nicht wiederspricht und in den arabischen Quellen nichts von einer Schwesterschaft angegeben ist. Es würde dann nur der Schluß Wegfällen, daß Zenobia die Tochter des Arnru sei; daß sie aber vielleicht auch eine amalekitische Fürstentochter oder wenigstens Amalekitin sei, möchte man daraus schließen können. Zabba war vielleicht die Anführerin einer sülchen Saraeenenschaar, die an einem bestimmten Punkte ihren Sitz hatte; sie verband sich wie die andern Saracenen mit der Zenobia und in die lateinischen und griechischen Quellen hat man dann ihren Namen wirklich verwechselt und einen männlichen daraus gebildet. arabischen Feldherrnnamen Zabdil18 vergleichen könnte, in Anspruch zu nehmen. — Nachdem wir nun die Conjektmen über die Abstammung der Zenobia kurz zusammengestellt, und daraus ersehen, daß aus den meisten geschlossen werden müßte, daß Zenobia erst eine Jüdin19 geworden sei, gehen wir denn zu unserm Zwecke über und widerlegen von den zum Beweis für das jüdische Glaubensbekenntniß citirten Schriftstellern mit Recht zuerst den Philastrius. Dieser sagt 6. 64 .. Hic (Paulus 20 Samosalerms) Christum hominem jnsium. non deum verum praedicabal, j u da i % a?i s potius. qui el circumcisionem docebat. uiide et rZp n o b i a m r e g in a m qu an da m in 0 r iente doceba l judaixarer Paulus, Patriarch von Antiochien, stellte ketzerhaste Sätze der Art auf, daß er durch Synoden der orthodoxen Bischöfe die Verdammung sich zuzog. Diese Sätze schienen einzelnes Jüdisches zu enthalten und deshalb nennt Philast. ihn einen judaixans d. h. einen Mann, der jüdische Ansichten und Grundsätze hat. Dieser Paulus lehrte nun eine Königin des Orients Zenobia judaixare. d. h. er bekehrte sie zu seinen Ansichten, die aber Jüdisches enthielten. Er war aber noch ein Christ und ist das immer gewesen; aus seinen Grund- 18) Joseph. Antiquit. 13, häufig. 19) Cellarius üi seinerAbhandlung über das Palmyrenische Reich stellt, nach dem er die einzelnen Untersuchungen über das Vaterland der Zenobia durchgegangen, einen in der Dissertation von Wernsdorff und Dellingius sehr gepriesenen Satz auf „Fieri itaque potuit, ut nec Christiasia esset neque ut plurimi deorum cultris, sed st Aegyptus vcl genuit ipsam vel proximos etiam majores in Judaeorum sensus inclinaret, qui multi et celebris in Aegypto illis temporibus erant.“ Was diesen Satz betrifft, auf den ich noch einmal zurückkommen werde, so bemerke ich blos, daß der Umstand, daß sie aus Egypten gewesen, und dieses Land viele Juden zahlte wohl eine Bestätigung hätte sein können, wenn man sie für eine Jüdin hielte, und auch für eine Egypterin, daß er aber, wo dieses noch sehr im Zweifel ist, durchaus nichts beweisen kann. — In der erwähnten Abhandlung von Wernsdorff und Dellingius wechseln die.Meinungen gar sehr; in der Anmerkung zum §. 7 finden wir die schönen Worte: „Quas dignitates (Paülli Samosatensis qui et Patriarcha Antiochaeus et Procurator Duomarius Zenobiae fuit) et ©lim et nostra aetate aegre conciliare potue* tu nt nonnulii et quin tan tum de rebus divinis Paulo cum Zenobia disserendum fuisse existimarunt, hinc Samosatenum mox ad Judaeorum mox ad Chris tianor um sensa incliuasse Zenobiam öperosius fabuiati sunt. cf. Rob. Wood Ruins of Palmyra pag. 8. 20) Ucbcr die Haeresis des Paulus kann man außer den später angeführten vergleichen: Euseb. 7. 27 2c. Augustin de haeres. c. 26.; 41 — 44. Epiphan 57 und 65. Uebec den Namen Paulicianer, Paulianer, Paulisten cf. Nat. Alex. H. E. <&. 3. part. D arfc. 8. —