Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 32 (7.8.1841)
- Article
- Das Glaubensbekenntniß der Zenobia, Fürstin von Palmyra
- Date
- 1841-08-07
- Page
- Spalte 485-486 (sequence 3)
- Language
- German
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485 Das Glaubensbekenntniß -er Zenobia. Zur Charakteristik der Bekehrungsschristen. 486 satzen geht immer hervor, daß er zwar ein Hcierelikec, aber ein Christ gewesen, und daß also Zmobia, wenn sie von ihm in seinen Grundsätzen belehrt ward, ebenso gut wie alle Paulicianer eine haeretische Christin hätte fein müssen. (Fortsetzung folgt.) Zur Charakteristik der Bekehrungsschristen. Vorbemerkung. In der hebr. Zeitschrift Zion, Monat S che bat, werden die jüdischen Gelehrten dringend aufgefordert, die ihnen allein zustehende Verteidigungswaffe des Wortes gegen die auf alle Weise sich kund gebenden Bemühungen englischer Missionäre zu ergreifen. Schreiber dieses ist vom Schauplätze jenes Treibens zu weit entfernt, um alle Mittel begreifen oder würdigen zu können, welche etwa den Abfall vom Judenthum zu begünstigen, gewählt werden. Nach den interessanten Berichten des Londoner Correspondenten des Orients zu schließen, bestehe sie vorzüglich in Polemik gegen das Judenthum, oder besser gegen die jüdische Fortbildung der biblischen Religionslehren. Wenn nun, unseres Erachtens, jede sonstige Maßregel gegen den Bestand der jüdischen Religion wehr unser Augenmerk aus die Mißstände in Erziehung, Schule und Cultus hinlenken soll, welche vielleicht solchen, außerhalb der eigentlichen Feste unsers Glaubens > sich bewegenden Angriffen Blößen geben; wenn wir anderseits verzweifeln, oder besser verschmähen, durch Vergeuden der besten Kräfte unsres Stammes verdorrte Aeste, faule Blätter, und trügliche Früchte eine kurze Zeit dem Abfall zu entziehen; so scheint es uns doch wichtig genug, einer Verdächtigung unsrer heiligsten Wahrheiten da entgegen zutrettn, wo Gefahr droht, wo es der größern Masse an hinlänglicher Sachkenritniß, an Belehrung fehlen dürste; da doch in unsrer Zeit das Wort Gottes in seiner Reinheit und in Einklang mit seiner Trägerin, der Tradition, noch nicht genug mündlich gepredigt und gelehrt wird, wie es Noth thut. Sind aber auch die B ekehrungs sch riss ren von der Art, daß Sie dem Unbefangenen, dem Ungelehrten, dem nicht von vornherein Mißtrauischen, oder auch nur dem für das Judenthum nicht sehr Begeisterten gefährlich werden könnten? — Wir behaupten, daß man die meisten Bekehrungsschristen nur mit offenen Augen lesen darf, um für die angegriffene Sache eingenommen zu werden. Entstellung und Unkünde sind fast die einzigen Hieb- und Stichwaffen, die man führen sieht, und so lange die Bekehrer den Sinn dessen nicht besser verstehen oder verstehen wollen, was sie theils bekämpfen, theils als Gewähr anführen, hat es mit all ihrem Bemühen keine Gefahr, und es bedarf nur des Nachweises hierüber, um die furchtsamsten Gemüther beruhigen zu können. — Zu diesem Behufe geben wir hier einige Notizen, welche wir, nebst vielen andern während eines kurze:' Aufenthalts in Wien, aus dem Munde des dortigen hochwürdigen Rabbiners Hr. Elieser Hurwih erhielten, über bas bekannte Werk nDtflJ von M. Caul, der, als Prototyp der englischen Missionäre, auch den Maßstab für den Chor seiner Anhänger abgeben mag. Hier soll nur nachgewiescn werden, in wieweit solche Männer fähig sind, über bit Dinge, von denen sie sprechen, überhaupt ein Urtheil abzugebew oder gar zu conterverstren, und in wieweit Wahrheit und Unbefangenheit solche Controversm begleiten. Es dürfte uns in manchen Fällen schwer werden, zu entscheiden: ob Unken ntniß oder Entstellung zu vermuthen sei. — Da wir nicht selber bekehren, sondern blos dem unbefangenen jüdischen Leser einen leisen Wink geben möchten, so lassen \x>vc jeden Angriff selbst, der uns nicht schwer fallen dürfte, auf sich beruhen. S. 34 der d e u tsch e n u eber setz UN g. Wenn nun dieses die Toleranz ist rc. es schreibt für du: wieder zurückkehrenden Proselyten dasselbe Verfahren vor:c. Das hierauf btzügliche Gesetz lautet: Pn) ->"DW M fl 'wn -oh nann n.i nrr6i nruxo -i)?rö nn Snw üi.i' in ~cn b±> h-itra 'st n^n b pyow c-npa (Rambam Hilchot Melachim 10, 3.) sDaffelbe citirt M. Caul in seinem Israel Avenged by Dun IsaacOrobio translat. and answered by M. C. Lond- 1839. 8. P. I. p. 22 unb leitet es mit folgenden Worten ein: Der modernes Judaism ist nicht ein Jota toleranter als das Jnquisitionstribunal, es befiehlt die Hinrichtung (Execution) des Apostaten.'! Nabb. E. H. supplirt hier riüns nTO niHD by .nrp HSV vgl. Jebamot 47, b. hüdd nms by -nru rp p. — I'Dies dahingestellt, fragen wir: Verlangt M. C° daß jeder Jude ungestraft seinen Glauben verlassen, die Gesetzgebung auf Sinai für unverpslichtend erklären, ja sich der Befolgung der jüdischen entziehen dürfe, um das Judenthum tolerant zu nennen? Dann hat er es mit der Bibel, und nicht mit dem modernen Judenthum zu thun. Soll aber hier die Intoleranz darauf beruhen,, daß es ein P ro sel y r ist, der blos zu seinem früher» Glauben zurückkehrt,, also gewissermaßen inu der Annahme des Judenthums einen bloßen Versuch gemacht hat, so muß man die Art und Weise nicht vermischen, wir die Inquisition das Christenthum aufdrängte, oder die milden Missionäre unsrer Zeit es angreifen, wahrend gerade M. E's. modernem Judenthume (s. die folgende Bemerkung) der entgegengesetzte Vorwurf gemacht wird. Freilich bemüht sich M. C. (Israel Avanged. p. II ff.) nachzuweifen,. daß die Juden *) Modern Judaism nennt M. C. das nachbiblische Judenthum, selbst die Mischna, so daß das Chrifrenthum in seinem Ursprünge schon ein Kampf gegen ein modernes Judenthum war. Was'man jetzt allgemein m. I. zu nennen pflegt, erkennen viele Missionare als gar keines an, weil es nicht —- zum Christenthum führt. 32