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Der Orient · 1841-06-26 · 26 (26.6.1841) · p. Spalte 391-392

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
26 (26.6.1841)
Article
Meinungen über die Pijutim
Date
1841-06-26
Page
Spalte 391-392 (sequence 4)
Language
German
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391 Ueber die Pijutim, die neuest. Stimmen. Heidenheim. Summarische Zusammenstellung aller Gründe. 392 er sonst offenbar psnp ist- und wir übrigens auch nicht einmal einen Commentar besitzen, der auf diese Weise die Pijutim auslegt und damit uns zu Hilfe kommen konnte. Ohne daher den Leser länger durch mehrere Beweise hinzuhalten, bitten wir ihn nur noch einmal alle die Gründe gegen die Pijutim, welche sich aus dem Obigen ergeben, kurz durchzugehen. Fasien wir sie hier in wenigen Worten zusammen: 1) Sind die ältesten und angesehenstenRabbinen dagegen, und erklären jeden Pijutsatz für höchst verwerflich. 2) Spricht sich, einen Einzigen ausgenommen (ptsh), auch nicht Einer unbedingt für dieselben aus, oder halt es gar für Pflicht die Pijutim beizubehalten, vielmehr bemühen sie sich nachzuweisen, daß, wo man einmal solche eingeführt habe, man eben nicht verpflichtet sei, sie abzuschaffen, weil sich doch etwas beibringen taffe, sie zu vertheidigen, um die dadurch entstehenden Unterbrechungen und übrigen Mißstande minder sündhaft zu finden. 3) Sind sie, wie aus allen iw hervorgehet, nur mit Widerstand allmälig ausgenommen worden. 4) Ist von allen Sprachkennern, so wie von den angesehensten hebräischen Dichtern, über Werth und Form der Pijutdichtungen) ihren barbarischen, allen Sprachgesetzen hohnsprechenden Wortbildungen wegen, der Stab gebrochen worden 8). 5) Ist es eben deshalb eine reine Unmöglichkeit, dieselben zu verstehen, und das muß 6) zur Folge haben, daß auch bei dem besten Willen, sich anständig zu verhalten, die Andacht unterbrochen wird. Ist es schon schwer sie bei den gewöhnlichen Gebeten sich stets zu erhalten, um wie viel weniger, wenn man in zahlreicher Versammlung Unverständliches ableiern läßt. Da wendet sich in der Regel Jeder seinem Nachbar zu, die Zeit mit Geschwätz auszusüllen, sich einigermaßen für die Langeweile zu entschädigen, und wenigstens mit der Schnelligkeit, mit welcher man das Machasor abliest, wobei der Unwissende ja nur den Reimklang ertönen laßt, sobald dieses geschehen, allerlei Spaßen sich hingibt, bis der Chasan 8) Man glaube ja nicht, daß der Vers, die Pajtaninr nicht hochachte. O er schätzt nur allzuhoch deren wahren Werth, er weiß, wie sie in einer zerrissenen Zeit zu finden und zu geben gesucht, was Gesetz und Gesetzesstudium erhält; wie sie getrieben vom frommen Sinne trotz dessen, daß sie der Fessel des Reimes rc. sich schmiegten, erhaben über die äußeren Bande der Grammatik da zu stehen suchten. Aber Alles zu seiner Zeit'. Ehren wir ihr Streben, lassen wir uns aber deßhalb keineswegs durch sie binden und von gleichem frommen Streben abhalten. —, Was Heidenh. zur Verteidigung der Wortbildungen vorbrachte, und wonach. Dubno sie als Schöpfer solcher anerkannt wissen wollte, möge auch, wie Vieles sich auch dagegen erinnern läßt, hingehen, aber selbst in einer lebenden Sprache würde man Wörter, die man neu schafft, in Volksgebeten nicht ausnehmen. eben so weit hält. Auch die strengste Synagogen-Ordnung, und wird sie auch mit der größten Energie gehandhabt, scheitert sobald es an das schreiende Aöleiern der langen Pijurimstudien 'kommt. Dep Am Ha-Arez plappert und lärmt, der Lcrmdan siehe dm Pecusch, die Jugend mault 9) und man hat sich zu freuen, wenn sie nicht mehr thut. -— 9) Die Sache ist uns viel zu ernst und zu heilig, als daß wir uns eine Satyre erlauben möchten, zu der man sich aufgefordert fühlen dürste. Längere Zeit waren wir sogar der Meinung, daß man bei allem Verwerflichen der Pijutim, sie doch an denjenigen Oertern, wo kein Rabbüwrsitz ist, wie überhaupt auf dem Lande, wo nicht gepredigt wird, immerhin beibehalten sollte, indem sie die Zeit ausfüllen, die ja, bei früherem Schluffe des Gottesdienstes, leicht zu Unheiligem führen könnte. Allein, abgesehen davon, daß wir jetzt, und noch mehr in der Folge, Predigtsammlungen besitzen, die zum Vorleser, überall benutzt werden können, so haben wir auch bei reiferer Ueberlegenheit nur zu sehr den Nachtheil erwägen müssen, der aus einem gedankenlosen Hersagen unverständlicher Gebete, für den Gottesdienst überhaupt, so wie für die religiöse Ueberzeugung insbesondere, entsteht. Denn wie es ganz unumgänglich ist, daß das Gotteshaus zu einem turnuttuarischen Orte herabgewürdigt, jedem Unfuge — Lärmen und Schwätzen Thor und Thür geöffnet wird, so darf man ja nicht übersehen, dass es im Grunde keine größere Sünde giebt, als das Heiligste zu entweihen, das Höchste und Göttlichste zu mißbrauchen, namentlich aber das Vorurtheil zu nähren, als sei es ein verdienstliches, Gott wohlgefälliges Werk, Gebete herzusagen, und. nichts anderes als zu sagen, von denen man bestimmt weiß, daß man nie sie wird verstehen lernen, und das darf man doch wohl von den meisten behaupten. — Unsre Abhandlung lag schon über Jahr imb Tag so weitvollendet, und nur die jüngsten Bestrebungen veranlaßten ihren Vers, zu deren Veröffentlichung. Denn wie der pretiöse Ausdruck eines D........ das Ohr so manches Halbgebildeten kitzelt, und er den Namen Kalir nicht ausstwicht, ohne mit poetischer Krystallrsatron, M usivstyl, gigantischer Hand, die thurm artige Felsenstücke errichtet, u. dergl. um sich zu werfen, so hat besonders P... Alles aufgeboten, die Begriffe zu verwirren, und den wahren Standpunkt der Sache zu verrücken. — Wir haben niemals Jemanden durch Rede oder Schrift verletzt, und würden uns am wenigsten dazu verstehen können, wo Jemand aus wahrem frommen Eifer eine uns entgegenstrebende, irrige Meinung vorführt, selbst wenn dessen Jrrthum seine Quelle in Unwissenheit hat. (Das gilt selbst von Leuten, die in “imt, u. m. dergl. wohl bewandert sind, und sogar ausgezeichnete Hebräer sein können, aber dennoch keine zu behandeln, noch den jv-jn -flpD und pDD gn eruiren wissen g. e. ü.) — Aber wenn Jemand mit der größten Niederträchtigkeit über Jeden herfährt, ja so abscheulich sein kann, Lehrer, die wie jeder Orthodoxe doch zugeben muß, ihren Beruf von Gott haben (ttnU-tf als Leute zu bezeichnen, die den göttlichen Einfluß verringern wollen, die nur Reformatorenruhm erlangen wollten, kurz sie, und zwar nur weil sie nicht mit ihm übereinstimmen, in jeder Beziehung zu verdächtigen, und gottlose Zwecke ihnen anzusinnen, da ist wohl zur Entgegnung jedes Wort gegen einen solchen Mann erlaubt. DHinzwischen jede Gemeinheit wie jede öffentliche Herabwürdigung eines dritten uns in der Seele zuwider ist, so wellen wir — zumal uns der Mann, seines frommen Eifers und

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