Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 26 (26.6.1841)
- Article
- Meinungen über die Pijutim
- Date
- 1841-06-26
- Page
- Spalte 393-394 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/8555529-9897381-9897460-2365832--1494-2365863- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
394 .Gründe gegen die Pijutim. Lit. Aebersichtm. Hengstenberg. Mofts und Egypten. 393 7) Haben bis auf unsre Zeit herab alle die Rabbinen, die noch einen Wart tragen, in der Regel die Pijutim nicht gesagt. Sie hatten ihre Pcivatsynagoge, wo die Pijutim nicht gebetet wurden, oder sie hielten einen Frühgottesdienst, bei welchem jene ausgelassen wurden, oder sie trieben, auch wenn sie in die. allgemeine Synagoge gingen, Talmudstudium, während der Hamon Am sich am Schreien ergötzte. Endlich 8) wird durch Abschaffung derselben das Hauptgebet erhalten. Wer dem eigentlichen Untergang derTefillot Vorbeugen will, wird das einsehen. Nur an den Zusätzen rüttelt die Geringschätzung der eigentlichen, nie abzuändernden Gebete her, und je länger jene einen unwandelbaren Theil dieser ausmachen, wird, je weniger man zuletzt immer die Pijutim achten wird, das sich auch aus den Haupttheil übertragen, und der überladene Gottesdienst den Besuch des Gotteshauses Allen verleiden. — Aniam. seiner übrigen Verdienste wegen, sehr werth und theuer ist, nur aus Folgendes beschränken. Was die Pijutim selbst betrifft, hat Hr. Mendelssohn denselben in Jost's Annalen bereits hinlänglich zurecht gewiesen, aber wir können, — und Jeder der unsre obige Abhandlung liest, wird dies einftheu, — versichern, daß er Vieles verdreht, und keine einzige Autorität, die genügt, für die Sache anführt. Von S. 270— 290 citirt er nämlich, was nur zu citiren ist — QM2 Vll HD3H nW), NJDV1D. rc. Allein selbst für einen Mann, der VW und Apocryphen mit 'pH, ja beinahe mit der min gleich stellt, besagen die citirten Stellen so viel wie Nichts. Denn wer würde es je in Abrede stellen, daß es ein verdienstliches Werk sei, nOTlft und DNT^D zu verfassen oder zu beten, sobald innere Andacht uns dazu antrekbt, und namentlich aus eignem Herzen das Wort strömen zu lassen. Anderes aber.sagen jene Schriften nicht. Allein er citirt wie ein nicht ofsicieller Zeitungsartikel; dann laßt er rc'. auftreten, um zu zeigen, daß diese die Pajtanun Weise, Chachamun genannt haben, — wer hatte das in Zweifel gezogen? .Endlich kommt die Hauptquelle „ l si oben) nämlich der Dp^> 'bsw und HD, während er tOt&H HUtf und "D falsch citivt, was ihm nämlich nicht behagt von ihren Wörtern ausläßt und den ndS mißversteht. Dort aber, wo er die Stimmen dafür anführen zu wollen vorgiebt, läßt er die kräftigste aus, und selbst von M a i m u n i bietet er nur, was dieser im More Nebüchim sagt (denn da habe dieser ja philosophisch gedacht), erwähnt aber mit keinem Worte, was der R a m b a m in dessen Nechtsgutachten (nH) als Gesetzesausspruch weit entschiedener deßhalb ausspricht. Wer die Wahrheit sucht und geben will, worin wan freilich bei offenbaren Auslassungen, die nicht zufällig geschehen sein können, die Vermutung wider sich hat, der darf keine gehässigen Seitenblicke auf Andere werfen, er stelle sie-rein dar, und sie wird siegen, und gilt es rabbinisches Studium, da darf er nicht vorn (S. 168) sich bescheiden als einen Nichtrabbmen zu erkennen gehen, den kein Urtheil zustehe, und dann hinten (S. 194) sich vermessen, die alten ehrwürdigen Rabbinen zu tadeln, und bald mit einem übertriebenen Lobe sich selbst über alle andern erheben wollen (S. 267). Doch wir wollen die Sache hier nicht weiter führen, der Himmel weiß, daß wir mit dem innigsten Widerstreben diese Zeilen medergeschrieben, und wir zweifeln nicht, daß Hr. P. erkennen wird, was der Weise spricht: Sprüche Salomonis 27, 5. — Literarische Ueberfichte«. 24) Die Bücher Mose's und Egypten, nebst einer Beilage: Manetho und die Hyksos. Von E. W. Hengstenberg Dr. u. Prof, der Theol. zu Berlin. Berlin 1841. Res. gesteht offen, daß er dies Buch mit einem gewissen Vorurtheile zur Hand genommen hat. Er erwartete von dem Redacreur der evangelischen Kirchenzeitung nichts Anderes, als eine heftige, fanatische und verdammende Polemik, welche, selbst mit Aufopferung echter Wissenschaftlichkeit und Wahrheit, es nicht für erniedrigend halt, sogar zu Persönlichkeiten und Privatverhältnissen ihre Zuflucht zu nehmenwenn sie nur dadurch ihren Zweck zu erreichen gedenke. Aber wie sehr fand er sich enttäuscht! Wie sehr mußte er es bereuen, so voreilig über das vorliegende Werk gedacht zu haben! Hier ist nichts von untautern Mitteln, nichts von Angriffen auf persönliche Verhältnisse anzutreffen - Alles athmet wahre Wissenschaft, tiefes Streben nach Wahrheit, überall bekundet sich ein ausdauerndrr Fleiß und hohe Gelehrsamkeit. Dies Buch, wir können nicht anders sagen, eröffnet der alttestawentlichim Exegese, einen ganz neuen Gesichtspunkt; wer sich mit ihm nicht vertraut gemacht, wer seinen Inhalt nicht genau durchforscht und erprüft hat, um immer weiter und weiter in diesem Gebiete zu arbeiten, wird nimmer Ganzes, nur Halbes leisten können. Wunderbar ists, wie hier der innige Zusammenhang zwischen der"mosaischen Gesetzgebung und den egyptischen Sitten und Gebräuchen nachgewiesen wird; wunderbar, wie selbst der anscheinend unüberwindbarste Widerspruch m den fünf Büchern Mosis in dem egyptischen Klima, in der Eigenthümlichkeit des Landes und seiner Bewohner, seine Auflösung und Erklärung findet. Alte jene Hypothesen, welche den Inhalt der göltlichen Schrift angriffen, welche diese zu zertheilen und zu zerstückeln wagten und sich nicht entblödeten, von willkürlichen und immer nur subjektiven Voraussetzungen ausgehend, Theile derselben bald für echt bald für unecht zu erklären, je nachdem es ihnen am thunlichsten und passendsten schien, fallen in ihr Nichts zusammen, und schöner und Heller als je leuchtet die Göttlichkeit der Offenbarung entgegen. Es ist gewiß nicht zufällig, daß gerade jetzt, in der Zeit des Zerstörens und Niedecreißens, daß gerade jetzt so große, umfassende und wissenschaftliche Reisen nach dem alten Mizrajim unternommen werden, um dessen eigenthümliche Beschaffenheit genau zu erspähen und zu erforschen. Die meisten gewonnenen Resultate der gelehrten Reisenden stimmen auf eine so wunderbare Weise mit dem in den fünf Büchern Mofts Erzählten überein, bestätigen die Mehrheit desselben auf eine so auffallende Art, daß gewiß kein Zweifel über deren Echtheit und Glaubwürdigkeit wehr aufkommen kann; und nur das Eine bleibt werk-