Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 26 (26.6.1841)
- Article
- Meinungen über die Pijutim
- Date
- 1841-06-26
- Page
- Spalte 387-388 (sequence 2)
- Language
- German
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387 Die Wegschaffung d. Pijutim entschieden u. sy scheelen sie am Versöhnungstage, um ja keinen Pijut, keine Selicha zu überspringen; Gott aber vergebe ihr Flehen um Vergebung. Denn sie sagen diese Gebete mit solcher Eilfertigkeit, daß sie ganz falsch lesen und die Gegenstände verwirren und verkehren, aus keinem andern Grunde, als weil sie nichts vom Minhag (Gebrauch) abandern wollen; ich aber sage Minhag enthält die Buchstaben Gehinom (Hölle), denn es ist ein närrischer Minhag und Thorheit, gleich Jemanden der unter Blinde gerath und dem sie seine Augen ausstechen, damit er von ihrer Sitte nichts abandere. Sobald man nämlich viel Worte hersagt, kommen sie ohne Herzensandacht äußerst eilfertig aus dem Munde, schreiend wie ein Kranich, läuft es nicht ohne Sünde ab. Bei dergleichen ist das Zuviel nur schädlich; denn'obgleich dieGebete nur erhabenen Inhalts sind, so ist doch keineswegs die Hauptsache das Hersagen der Pijutim und vieler Bitten ohne geläuterte Andacht. Weniges das geläutert, ist hier viel, Vieles das unlauter ist — wenig. Wie es auch heißt im Kusari I!. §, 9 rc. — „Heil dem, der den Weg, der zum Gotteshause führt bahnt und von Anstößen reinigt."^) — Und welcher Anstoß, um mit dem zuletzt angeführten Vers, zu reden, welcher Anstoß wäre aber der öffentlichen Erbauung mehr im Wege als der der Pijutim! Unmöglich laßt sich eine ernste Andacht Herstellen, eine wahre Anbetung Gottes, so lange noch Gebete abgehalten werden, welche, und wenn man sich noch so viele Mühe geben wollte, nicht ohne daß man zugleich den Commentar einsieht verstanden werden können. Unsre wjjd tobnb dto pinnnb id-to 'b'3!W nBM (3 - ruDJ rnryh cnym qtn MQnn un o * üspdd rnpM nrra * teon n’tmw yyn d'Ppjd cmp viw xtpö^ by nbcn 'Dion 'm ' 'Turbo w dpd uw inb t*b& nN'npn nwb mmipi mTsm nri ■b 4 Dnmbo orw Dpwi Doyoi muyn o^bribro dodih? runin nmiN d nsdi aruo mm Jimon nunpb bn»n aoon yn ^na» 4 roboDt to hw, .vmin djhu dwst» dnn 2x12 o : djhjdo iw* xhw ny rw npj) m:iy didd dn nbn c\m ^2 pd» bwni mbrrao n'ibsnrw ♦ p« ^didd na aaro : M2 bin' *6 rwpm dwd mm drn ipyn pu 4 5 bn.i pjy cm ttn *nbsn mm - m 'wi pin 4 rn hjid ^2 m DT>p n^N.“l pN '0 'D '0 -)DNB niDH 202)1 Nin r nimm owyn W2.) nwtsoi mbon mpi rnnb^n mpmn owp cmwn mv mn nnwnon no niyum ntem . nbono omä-niwy Nim man ipdj. by owp Dpoo anw om 4 -\üh b\n vw; 5y m n-iiöi nm n*om mms4 "»bsft 'HD l^np J'N TOND flWN NNÄN npl rnr^N' mitfrw \CD nth fobi ruiDNn ttb mm *H imD’isrw ^bao ccm n tw mvn pnm b^nnn^ .\\4 no nb$n nbwn ^pob pi vh 'nm” Die letzten Worte, welche von uns mit Anführungszeichen bezeichnet worden, kamen unsres Entsinncns wörtlich Überei nstimm en b in Chisdai's ganz vor Kurzem von Dr. G olde n th a l zürn e r st e n m a l e herausgegebenen Werke p'lif vor, was wir hier beiläufig bemerken wollten. „ unwiderlegbar. Margaliot im Tal Orot. 388 [i fl von der großen Synode angeordneten Gebete sind/ so . leicht faßlich und verständlich, daß Jeder,'der nicht ganz J vernunftlos ist, sehr bald sie verstehen lernt, und hat oc einmal ihren Sinn erfaßt, so wird er diesen auch für die Folgezeit festhalten^) Aber wer vermag dieses bei : den Pijutim? Du lieber Himmel, welche Zeit würde erforderlich sein, um auch nur einen Theil derselben be- '! greistich zu machen, und welches Gedächtniß wäre erforderlich, um sich auch immer der Anspielungen und Beziehungen zu erinnern, ohne welche man nie den Sinn zu fassen im Stande ist. Selbst wenn man mehrere Male dieselben durchgegangen, so wird man doch, so oft man wieder den einen oder den andern Pijut liest oder betet, mit jedem Feste aufs Neue das Geschäft vorneh- /: men müssen, den etwaigen Sinn zu suchen, und anstatt zu beten den etwa hinzugefügten Commentar lesen, wozu überdies schon keine geringfüMe Gelehrsamkeit nöthig ist. 5)eben wir, um dieses unsren Lesern überzeugend vorzuführen, eins der ersten besten aus den'sogenannten nmyo heraus, und zwar eins der allerleichteflen den beim Anbeginn vom Pesachabende: btf niN Dnw b'b mm cm by -idj^nsto mmn ^ro nW> nrarn - n^n ns»TO4 Ohne hier bei der unhebraischen Umschreibung min IfUS1 uns zu verweilen, so bezieht sich diese Stelle schon auf einige Midraschim, wonach Gott schon in früheren Zeiten als in Egypten diese Nacht getheilt, und NSTO sowohl als mm muß für m/frO genommen werf' dm, worauf wohl nicht so leicht ein frommes Gemüth, das beten will, fallt. Gleich darauf heißt es aber nnyl nb^bn rmm mito,. wobei man, um da richtig zu ver- - - stehen, nethwendig eine ganze Controvers über nmm und mira (S. 2 Mos. 11, 4) wissen muß, woran Einige \t schon bei dem oben angeführten rwn erinnern (S. den Comment. zur Altonaer Ausg). Jedenfalls aber wird man bei Vielen, die nicht erst eine Erklärung zur Hand s nehmen, vergebens um Aufschluß über das zunächst-! folgende rW pbri anfragen, da selbst Talmudgelehrte nicht sogleich an die Stelle 1 B. M. Kap. 14, V. 15 denken werden, und noch weniger an das, was im Midrasch hierzu bemerkt wird, wie denn auch Nie-! mand bei dem Worte 2)2.) (Hold) sogleich sich entsinnen wird, daß hiermit Gott gemeint sei, dm man anrufe. l Bieter aber schon eine der leichtesten Stellen solche! 4) Selbst von den Psalmen sind eben die leichteren von der großen Synode gewählt worden. Die von ihnen vorgeschriebenen Gebete verstehen zu lernen braucht man eben nicht, wie jüngst Jemand behauptet, ein Stockhebräer zu sein. Nicht einmal genaue Kenntniß der Paradigmen und Suffixen ist nöthig; es genügt vielmehr, wenn man sie einmal recht übersetzen gelernt, und den Inhalt kennt. Auf einen sublimen Sinn ist dabei gar nicht zu sehen, sondern ganz einfach hat man sie aufzufässen. 5) So hat Heiden heim die ältere in unsrer Zeit gar nicht zu vertheidigendeLesart (welche die Altonaer Ausgabe beibehalken hat) abgeanderr.