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Der Orient · 1841-06-26 · 26 (26.6.1841) · p. Spalte 385-386

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
26 (26.6.1841)
Article
Meinungen über die Pijutim
Date
1841-06-26
Page
Spalte 385-386 (sequence 1)
Language
German
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Meratnrblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte mrd Literatur ÄH« Leipzig, den 26. Juni 1841« Abhandlung. Meinungen über die Pijutim. Schibole" Leket und Zoel Sirks für d. Pijutim. Jos. Stemhard üb. Kalir. Margaliot's treffliche Ansicht üb. d. Pijutim. Probe üb.^ Unverständlichkeit. Summarische Aufzahlung sammtlicher Gründe gegen die Pijutim. L it. Ue*b ersich ten. Die Bücher Mose's und Egypten v. Dr. Hengstenberg. A sh er's Prachtausgabe der Mafaot des R. Benjamin von Tudela, beurrheilt v. M. Sider. — Sit. Anzeigen. Meinungen über die Pijutim, g e s a m m e L t u n b zugerufen dem Geschlechts dieser Zeit von Äniam feen ^cliemtda» (Schluß.) Es ist hier der Ort nicht, uns auf eine gelehrte Untersuchung einzulassm, da wir wünschen, daß auch dem Laien Alles was wir hier schreiben verständlich fein möge, sonst würden wir die Unhaltbarst dieser Abhandlung im Zeror ha-Chajim, das tn seinen übrigen Zfyitm so gründlich ist, darthun. *) Abgeschmackte Gründe, die man ecgrübett um die Beibehaltung der Pijutim zur Pflicht zu machen, finden wir keiner Würdigung werth > es genüge vielmehr, daß unter allen den späteren Poskim nur zwei sich unbedingt dafür aussprechen, daß man die Pijutim beten müsse, welche aber im Grunde nur als Einer anzusehen, nämlich der Verfasser des Schibole Leket und R. Joel Sirks (lefae 1558 —1638), t“h, in seinem E-ommentare zum Tur, der sich aber eben auf Schibole Leket beruft, und welcher merkwürdig, ja possirlich genug, um die Ansicht des Tur, die mit seiner eben nicht aus rationalen Gründen gebauten Behauptung in Widerspruch steht, zu rechtfertigen, sagt: „Wahrscheinlich sei die Meinung des Tur, daß selbst Kalic und dessen Commilitonen nur für ihre Zeitgenossen, die mit großer Andacht die Pijutim beteten, solche versaßt haben, aber seitdem die Geschlechter 1) Man hat hier einen Beweis, wohin Einseitigkeit und Eingenommenheit für eine Sache führen kann, wodurch man aber derselben wehr schadet als nützt. so leichtfertig geworden, daß sie solche mit unnützem Gerede und leeren Geschwatze unterbrechen2), würde gewiß auch Kalic einstimmm, die Pijutim aufzuheben." Wahrend er hierbei im Grunde von einem Anachronismus ausgehet, indem alle Alte, wie schon Rabbi Josef Steinhard (in jrp!) erinnert, und durch Rapaport mit der größten Evidenz nachgewiesen wurde, denKalir fälschlich für einen an sehen, so ist es auch nur der einmal, obgleich wie Niemand ferner nach obigen Anführungen zweifeln wird, nur mit Widerspruch von allen Seiten emgeführteGebrauch (MinHag), auf den er baut. — Nach den. gegebenen Mfttgen Zeugnissen dürste es daher urmothig sein, rücksi'chtlich des p pDD hierüber noch ein Wort zu verlieren. Doch möge in letzterer Beziehung eine Stelle aus dem so sehr geschätzten Werke des berühmten, Margaliot in Tal Orot (lv"M^)von dieser Seite die Sache beschließen. Wir können uns nicht versagen, solche zugleich nach dem Originale zu ciüren. Nachdem er ermahnt, doch ja früh sich im Gotteshause einzusinden, und überhaupt mit den heiligen Gebeten es doch ja genau zu nehmen, fahrt er folgendermaßen fort: „Und Heil dem, der seine Wege weislich überlegt, seine Handlungen gehörig zu vollziehen; denn die Masse geht in der Regel verkehrt zu Werke, wie ich Einige gesehen habe, welche die Hauptsache liegen lassen.und mit Nebendingen sich abgeben5 2) Man sieht, daß selbst vor 200 Jahren, und zwar wenn rnan denkt, daß der Vers, damals zu-Krakau, also dem Sitze talmudsicher Gelehrsamkeit, lebte, wo weltliche Wissenschaft und bürgerliche Betriebsamkeit noch keinen Einfluß auf die Masse geübt, und sie ihre ganze Muße aus Pijutstudium verwenden konnte, es hierin nicht besser gestanden als heut zu Lage. 26

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