Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 25 (19.6.1841)
- Article
- Ueber die Pijutim
- Date
- 1841-06-19
- Page
- Spalte 375-376 (sequence 4)
- Language
- German
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- Elijah 2× ep/1004307
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375 Stimmen üb. die Pijutim. Elija Wilna. Meinung der Dichter über dieselbe. Alcharsr. 378 raeliten gerade Las Gegenthekl geschlossen werden müsse, von der heiligen Sprache, in welcher Gott sich dem Menschengeschlechte geoffenbart und wir sie demnach rein erhalten müssen. Ich hoffe, daß diese kurze Rüge den Vernünftigen eines Bessern belehren wird . . . (Vergl. daselbst S. 50, über das Tal-Gebet, besonders S. 64, über das Akdamot-Gebet (riwNs>N); ferner S. 78-und 87 und an mehreren Stellen.)2 3 4 5) r) Elija Wilna (Gaon, auch Chasid genannt) (175Ü). Dieser große Mann des vorigen Jahrhunderts, dessen Name noch jetzt in hohen Ehren steht, sagt in Maasse- Rab §. 127. 133 rc. rc. (edirt von seinen Schülern zu Wilna und Grodno): „Pijutim und Selichot sind nie dem Gebete cinzuschalten, wenn auch an den drei hohen Festen zuzulassen, jedoch erst nach dem Schlüsse des Morgengottesdienstes. — Marabot (nmyo) d. h. Pijutim an den Festabenden fallen gänzlich weg^).— Pijutlm von Purim dürfen nicht einmal nach dem Gottesdienste recitirt werden. — Am Neujahrs- und Wersöhnungstage werden zwar Pijutim eingeschaltet, keinesfalls aber die Pijutim in der Keduscha. — Die in dm Machsorim befindlichen oder sonst üblichen Formeln: Jehi-Razon rc. vor, wahrend oder nach dem Schofar-Blasen am Neujahrsfeste, wie auch das Taschlich- Gebet an demselben, sind durchaus gänzlich wegzulassen. .... * * * So haben wir also fast ein einstimmiges Zeugniß aller der angesehensten Häupterdie eine gewichtige Stimme in der Synagoge zu allen Zeiten gehabtin welchem so kräftig gegen die'Pijutim das Wort geführt ist- und zwar nicht blos wegen der Sprache, in welcher sie abgefaßt sind', oder weil damit das sonstige Gebet unterbrochen wird, nein geradezu die Pijutim selbst, in ihrem Wesenwie dies aus den Worten des Zeda la- Derech^), der dieRambam^) wohl besser verstanden als wir, zu ersehen ist. Wie alle die angeführten Rabblnen 2) Hierzu muß noch verglichen werden, was Jakob Ern-- den in seinem ny'äpl “T)D c. 68 am Schluffe (^OVJ DD1 'IDÄ u. a. O. sagt. ’ Man kann wirklich nicht genug staunen oder lachen über die Thorheit eines neuern Schriftstellers- Emden sogar als Verteidiger der Pijutim einzuführen, weil er gesagt hat, daß man Lobgesänge schreiben dürft, und Schir Ha-Iichud rühmt. 3) In ganz a'W’ werden sie, dieser Anordnung zufolge, von den nicht gesagt. Die Portugiesen haben sie ohnehin nie eingeführt. 4) S. oben f. 5) Und zwar nicht blos nach dessen More, sondern nach dessen Rechtsgutachten, und womit auch R. Salornon den Aderet R. G. A. 569 Oo&D 5M) eknstimmt, indem er Rambams Entscheidung anführt und hknzufügt, „das ist auch ganz meine Ansicht" (h Will pi) eins Stelle, die man anderswo für gut befunden auszulaffen, weil man die Wahrheit scheute. im Gerüche der strengsten Orthodoxie standen, und wir deshalb absichtlich die Ansichten Späterer ausließen, so haben wir auch nur Citate gegeben von Männern, die zu den sogenannten Poskim gehörenderen Entscheidungen nicht als bloße Raisonnements anzusehen sind, sondern zur Grundlage für jede auf Schrift und Talmud sich gründendeaufrichtig das Wahre und Gesetzmäßige suchende Beschlußncchme dienen kann 6). Man wende nicht ein, daß doch Jbrr Esra und Kimchi nicht hierunter zu rechnen sein; denn 1) können beider Aussprüche als gesetzlich angesehen werden, da sie sowohl was talmudische Gelehrsamkeit betrifft, als rücksichtlich ihrer Orthodoxie von keinem der jetzt lebenden sich mitunter spreizenden Rabbinen oder Religionslehrer übectroffen werden; 2) lebten sie, besonders der rrstere, beinahe^ gleichzeitig mit den Angesehensten der Pajtanim; wie würden sie es daher gewagt haben, gegen dieselben zu schreiben, wenn schon die Persönlichkeit der Pajtanim ihnen, wie man jetzt behaupten will, eine heilige Schm hätte einflößen müssen. Deutlich sieht man Hieraus, daß unsre Gewährsmänner das Recht auf ihrer Seite gehabt, und darum nicht nöthig hatten, vor ihren Zeitgenossen die Wahrheit zu umgehen, ja, daß die Letzteren selbst, jene Pajtanim nicht für infallibel noch ihreL Pijutim für unantastbar angesehen, und gar vor der feurigen Glorie, die den Kaliri umgeben haben soll, sich nicht fürchteten. Es soll übrigens hiermit keineswegs ihrem Urtheile das Gewicht genommen werden, welches ihnen auch als Sprachkundige beizulegen ist. Denn wie sehr mit dem Urtheile der Rabbinen auch diejenigen emstimmen, die sich auf die heilige Dichtkunst verstehen, mögen einige fernere Belege jetzt darthun und zwar begnügen wir uns hiermit von dm vielen, die ohnehin bekannt sind, nur ein paar herauszuhebenwelche hinlänglich die verschiedenen Perioden vertreten. Ans der früheren Zeit vernehmen wir I e h u d a b e n S alorno Alcharisi und SchemTob Palkeira. Jenersagr im Tachkemoni (c. 24. p. 41. 42.): „Ich kam m die Synagoge, da wurde mir angst und bange, — vor dem Gesänge, — ich hörte Pijut und Carmen— zum Ach und Erbarmen,— Alles krankte— hinkte, lahmte, schwankte — auf krummer Straß—ohne Rhytmus, öhn' Maas, — ohn'Gestalt —und ohn Gehalt-—, und als er anhielt (seil.der Vorbetec) mit diesen Pijutim für die Thoren,— mit den Gesängen für Eselsohren,— da waren wohl Einige die blieben,—-Andere die schliefen—, wiederum Andere die davon liefen. — — Ach, rief ich, kann das Gott gefallen , solche nichtige Dinge mit dem göttlichen Gebote zu verschmelzen , fürwahr das ist ein großes Uebel, eine 6) Aber auch die Zahl der älteren Rabbmen hätten wir um Viele vermehren können, wäre es uns blos um Citaten zu thun, man sehe DB und NNDN ^"01 zu Berachot c, 1 und 3. d