Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 22 (29.5.1841)
- Article
- Von der Zeitrechnung
- Date
- 1841-05-29
- Page
- Spalte 323-324 (sequence 2)
- Language
- German
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323 Ueber die Chronologie^ aus dem Awab. des Bastami übers, von Dr. Wetzstein. 324 Meinungsverschiedenheit unter den Gelehrten. Doch Gott kennt das Wahre am Besten. Was die hebräische Aere betrifft, so ist sie diejenige, deren sich die Juden bedienen, die nach ihr behaupten, daß . zwischen der Verbannung Adams aus dem Paradiese und der Flucht des Propheten 6123 hebräische Jahre liegen, welche den Sonnenjahren sehr nahe kommen. Doch .Gott weißes am besten. Wisse, daß von der Verbannung Adams bis auf die Sündflut 1142, von der Sündflut bis auf die Geburt Abrahams 1081 und von der Geburt Abrahams bis zum Tode Moses 545 Jahre verflossen sind, nach der ausdrücklichen Angabe der griechischen Tora, die von 72 Rabbinen auf Befehl des Griechen Ptolemaus und für denselben aus der hebräischen in die griechische Sprache übersetzt worden ist. Von dem Tode Moses bis zum Regierungsantritt Bochtanassars sind 998 Jahre 248 Tage, von dem Regierungsantritt bis zur Flucht des Propheten 1363 Jahre und 117 Tage verflossen. Auch über diese Zahlen herrscht unter den Gelehrten keine Meinungsverschiedenheit, weil sie von Ptolemaus in El .Magisti o) angegeben und mit Gründen belegt worden sind. Sonach liegt zwischen der Flucht des Propheten und Adam ein Zeitraum von 6216 Jahren^). Von Diocletian bis zur Flucht sind 369 Jahre. 5) Der Alexandriner Claudius Ptolemäus,. der Erfinder eines eigenen astronomischen Systems schrieb, in der Mitte des zweiten Jcchrh. der christl. Zeitrechn, ein Werk über Astronomie.', worin zugleich über Chronologie wichtige Untersuchungen angestellt sind und welches , gleichwie sein System, von allen Gelehrten der Folgezeit angenommen wurde, überall und besonders auch von den Arabern, nachdem das Principat über die cultivirte Welt sowohl in der Herrschaft als. der Wissenschaft auf sie übergcgangen war, im größten Ansehen stand. Der Titel des Buches ist?? fisyaXrj evvraDie Araber müssen den Sup. nzyiovrj gelesen haben, woraus sie dann mit dem Artikel El Magisti machten. Die letzte Ausgabe des Werks mit einer sranz. Uebersetzung erschien unter dem Titel: Compositie» mutll6MLt1<iu6 d6 Claude Ptoiemee. Paris 1813. 2 Bde° in 4. 6) Diese Summe stimmt mit ihren einzelnen Zahlen nicht überein. Die Sorglosigkeit, mit der beim Abschreiben vieler Werke verfahren wurde, läßt dies genügend erklären. Vielleicht läßt sich ein Th eil der Angaben durch die Vergleichung des Elmagisti berichtigen. Eine von der hier gegebenen völlig verschiedene Zeitrechnung führt der Autor auf einer Tabelle.im Kapitel der Prophetenlegenden an, die ich dort als an einem unpassenden Orte weggelaffen, und welche als durchaus so erhalten, wie sie vom Verfasser ausgegangen, hier einen geeigneten Platz finden dürste. Es heißt dort: ,,Während man über den Begriff der Zeit, als Ausdruck für die Stunden des Tages und der Nacht, einig ist, herrschen nur über den Amfang derselben, über ihren Anfangspunkt und ihr dereinstiges Aufhören verschiedene Meinungen. So.giebt Ibn-Abbas für die Zeit bis zur Flucht 7000 und Wahab 6000 Jahre an, wahrend die griechischen Christen 5992 Jahre und einige Monate behaupten. Die Juden sagen, das Alter der Welt sei 7000 Jahre. Auch Judsasof, ein indischer Philosoph suchte, das Alter der Beachtenswert) ist, was Abu Salich von Ibn Abbas berichtet, welcher geäußert haben soll, daß von Adam bis Noah 1000 Jahre, von Noaff bis Abraham 1143, von Abraham bis Moses 597, von Moses bis David 565, von David bis Jesus 1053 und von Jesus bis Muhammed 600 Jahre sind. Eben so soll Ibn Abbas gesagt haben, daß die Juden zur Zeit, als der Gesandte Gottes von Mekka nach Medina floh, behauptet hatten, das Alter der Welt betrage gerade 7000 Jahre. Nach der Tradition des Abu Geithma über den Zohnden soll dieser gesagt haben: Als Adam aus dem Paradiese verbannt worden war, und seine Nachkommen sich bereits über die Erde zerstreuten, begannen seine Sohne von dem Anfang seiner Verbannung an zu rechnen. Diese Aere dauerte bis Gott den Noah sendete, wo die Menschen eine neue Aere ansi'ngen, nach welcher man bis zur Sündflut zählte. Mit dieser hob eine andere an, die bis in die Zeit reichte, wo Abraham von Nimrod in den glühenden Ofen geworfen wurde. Als Jsmael, Abrahams Sohn, groß geworden war, und sich von seinem Vater und seinem Bruder Isaak getrennt hatte, rechneten die Nachkommen Isaaks von der Zeit an, wo Abraham in den Ofen geworfen worden war, bis zur Sendung Josephs und von dieser an bis zur Sendung Mosesz diese Aere dauerte bis zum König Salomo, worauf eine neue begann, die bis zur Sendung Jesu dauerte. Hier erneuerte sich die Zeitrechnung und wahrte bis zur Sendung des Gesandten Gottes. Unabhängig aber von dieser Einthellung der Zeit rechneten die Nachkommen Jsmaels (die Araber) von der Zeit an, wo Abraham in den Ofen geworfen worden war bis zur Erbauung der Kaaba und von der Erbauung der Kaaba bis zum Tod Kaab's des Sohnes des Luwaij. Die mit dem Tod des Kaab neubegonnene Zeitrechnung dauerte bis zur Aere des Elephanten"), welche so lange fort- Welt zu bestimmen und fand 360,000» Jahre. Ich lege frier eine Tabelle vor, in welcher du die Resultate der größten Astronomen hinsichtlich der Zeitrechnung findest. Lob sek Gott, der uns leitet den rechten Weg! Persische Jahre Sündflu't Bochta- 2356 Bochtanassar nassar Alexander 2780 424 Alexander Dsul Karnain 2791 435 11 Dsul Karnain Flucht d. Proph. 3725 1369 935 g»4 Flucht y<S . d.Wroph. Iezdegerd 3735 1379 955 944 10 7) Ein christlicher Herrscher des gZücklichen Arabiens macht sich mit einem zahlreichen Heere und vielen Elephanten auf, den Mittelpunkt des relig. Cultus der Araber, die Kaaba, zu z'erftörrn, und wird von Gott noch im Angesichte der Kaaba sammt den Seinigen durch ein Wunder vernichtet. Dieses