Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 22 (29.5.1841)
- Article
- Von der Zeitrechnung
- Date
- 1841-05-29
- Page
- Spalte 325-326 (sequence 3)
- Language
- German
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325 Heber bic Zeitrechnung, v. Bastamst Lit.Uebersichten. Lebrnu. Wirken Wessely's v. Meisel. 326 dauerte, bis Omar der Sohn d<s El Chaltab nach der Flucht des Propheten zu zahlen begann. Ennawawi sagt in feinem Buche über die Berichtigung der Haupt- und Zeitwörter: der Anfang der islamitischen Aere habe mit der Flucht des Propheten von Mekka nach Medina seinen Beginn genommen und der Erste, der die Zeit nach dieser Flucht berechnet habe, sei Omar der Sohn des Et Ehattab gewesen, der im Jahre 17 nach der Flucht damit angefangen. Ueber die Art der Entstehung dieser Aere erzählt uns Schaabij, daß Abul Musa der Ascharide, also an Omar, den Khalifen, geschrieben habe: Deinen Brief habe ich zwar bekommen, habe aber keinen Datum darauf wahrgenommen. In Folge solchen Mangels habenun Omar mit Beistimmung allerübrigen Schüler des Propheten die Jahre von der Flucht an gezahlt. Said der Sohn des El Mosaijib sagt, man habe die neue Aere auf den Vorschlag des Ali des Sohnes Abu Talibs (dessen Antlitz Gott ehren möge!) mit dem heiligen Monat Moharcem begonnen. Da nun dieser damals gerade an einem Donnerstage anfing, so fangt auch die arabische Aere miteinem Donnerstage des Jahres an, wo der Prophet von Mekka nach Medina floh. Das arabische Jahr, dessen man sich in dieser Zeitrechnung bedient, hat 354 Tage Sf- Stunden, welche in 12 Monate eingetheilt sind, die als Mondenmonate abwechselnd bald 30 bald 29 Tage haben. Die persische oder die Aere des Jezdedscherd begann an einem Dienstag, und ein persisches Jahr hat, weil es ein Sonnenjahr ist, 365 Tage ohne Bruch und ohne Einschaltung, als in welcher-Zeit die Sonne den Kreis der Ecliptik einmal durchläuft. Oer Unterschied zwischen dem arabischem und dem Sonnenjahre ist so bedeutend, daß er in 100 Jahren 3 Jahre beträgt, welche die arabische Zeitrechnung der. persischen vorausgeeilt ist. Die römische Aere begann an einem Montage und ist identisch mit der alexandrinischen. Ein römisches Jahr hat 365 Tage 6 Stunden, wozu noch ein Schalttag kommt, der alle 4 Jahre dem letzten Tag des Schabbat angefügt wird. Die koptische Aere begann an einem Freitage und ist identisch mit der Diocletianischen. Die Jahre nach denen in ihr gerechnet wird, sind Sonnenjahre, ähnlich den römischen. Jeder Monat hat 30 Tage und nur am letzten werden die sogenannten Erganznngstage^) angehängt. Uebcigens ist derselbe vierjährig wiederkehrende Schalttag da, wie bei dem römischen Jahre. Um das Verhaltmß der einzelnen Monate zu einander anschaulich zu machen, so wisse, daß die Jahreszahl 844 * * * * 8 9) der Ereigniß giebt Veranlassung zu einer neuen Aere, die zum Gedächtrnß an die feindlichen Elephanten, die Elephantenäre genannt wird. Fast z« gleicher Zeit, als man diese Aere fixirte, wurde Muhammed geboren. — 8) j*Lsf, 7] {i£qdu imtyo^iivau. 9) Der Autor nahm das Jahr, worin er gera.de bei der Abfassung des Buches stand. arabischen Aere und nach arabischen Jahren gerechnet gleich ist dem Jahre 1752 der römischen (seleuc.) Aere nach römischen Jahren gerechnet, ferner dem Jahre 1157 der koptischen Aere nach koptischen Jahren und 8.10 der persischen Aere und nach persischen Jahren gerechnet. (Schluß folgt.) . Literarische Ueberfichteu. 18) Leben und Wirken Weffely's, dargestellt von W. A. Mkisel, Cand. der hebräischen Theologie. 1841. Breslau,, Druck und Verlag von M. Friedlandcr. Nicht mit Unrecht klagt man in^neuester Zeit über den ungebührlichen Zudrang von Biographieen und Memoiren zum literarischen Markte, indem man die sehr triftigen Gründe anführt, die Pietät eines Einzelnen aus persönlichem Interesse sei nicht von der Gesammtheit zu fordern, und das Publikum habe durchaus nicht die Verpflichtung, seine Aufmerksamkeit Produktionen zuzuwenden , als deren Hauptmotiv sich Eitelkeit bei gänzlicher Bedeutungslosigkeit herausstelle. Bedenkt man dabei, welch ein gewaltiger Beruf dennoch der eines Geschichtschreibers oder Biographen ist, — sehr oft vereinigen sich ja beide Begriffe im letzteren — die Gegenwart der Zukunft als Vergangenheit zu überbringen und die Momente aufzuzeichnen, aus denen jene sich zusammensetzte > bedenkt man, daß sie die einzigen Stützen sind, an denen sich die Hoffnungen aller verkannten Geister aufranken, weil sie bei reinen Gesinnungen mit fester Hand und scharfem Griffel der Wahrheit das Recht zu ersi'egen vermögen im Kampfe gegen die Lüge, $ — dann wird man nachsichtiger und zieht es vor, lieber die Langeweile als moralische Vorwürfe zu ertragen. Wir können daher ein kurzes Referat über die Schrift des Herrn Messet nicht günstiger beginnen, als wenn wir sagen, der Inhalt derselben beseitige jede Furcht, die sich aus den eben entwickelten Gründen fast an alle neue Erscheinungen auf dem Gebiete der Biographieen- .. Literatur hefte. Hr. M. hat sich bestrebt, den Kreis derer zu vervollständigen, welche eine Veredlung im Judenthume überhaupt verfolgend, einzelnen Stadien derselben besondere Aufmerksamkeit schenkten und so zuletzt eine Geschichte feststellten, welche viel dazu beitragt, Irrthümer zu berichtigen und Dorurtheile niederzureißen, weil sie dem Auge jedes Beobachters preisgegeben ist. Leistungen solcher Art sind wohl im Stande, eine von den dankbarsten Resultaten begleitete Anerkennung herbeizuführen und verdienen den. lebhaftesten Dank aller, denen an der gerechten Würdigung gelegen ist. Der Verfasser hat die inhaltsvolle Epoche gewählt, die Moses Mendelssohn und Ncsstali Wessely, hervorriefen; 22*