Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 20 (15.5.1841)
- Article
- Die neueste Ausgabe des Kusari [Rezension]
- Date
- 1841-05-15
- Page
- Spalte 291-292 (sequence 2)
- Language
- German
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291 Lit. Übersichten. Die neueste Ausgabe des Kusari, beurtheilt von M. Sider. 292 ^hMchA 2eKn bes MÄschen. Dasselbe Hilt 'aüch von der Wissenschaft. Und so sehen wir die jüdische Wissenschaft in ihrer gegenwärtigen Entfaltung fast mit jeder neuen Erscheinung auf ihren Gebieten nicht blos materiell erweitert, sondern durch neue Richtungen der Disziplinen auch innerlich umgestaltet. So wie nun der Pädagog stet^ dÄ'fdrmälen EWung 'Mhr ÄufmÄkfamkeit zuwendet ats der materiellen;. so wie ein vernünftiger Examinator mehr den Gesammtftrtschritt des zu Prüfenden als den Einzelngewinn untersucht: so muß auch der Recensent mehr das Verhaltniß stss ihm 'vorliegenden Werkes zur totalen Ausbildung der Wissenschaft berücksichtigen, als das Qnotum der einzelnen Lei- ''ffün-Kn, rrstch jenes unter den bezeichneten Verh'ältnlssm um so eher dem Publikum darzustellen bemüht sein, wenn er auch nicht unterlassen darf, für sich selbst die einzelnen Tpeciesfacta genau zu prüfen, und durch seinen nackt hingestellten Urtheilsspruch nicht das Vertrauen des Publikums zu täuschen. Wir lassen es dahingestellt sein, in wieweit gewöhnlich dieser letzten unerläßlichen Forderung entsprochen wird- — Es gibt aber unstreitig auch eine Kehrseite der so eben gemachten Betrachtungen. Es 'gibt einen Züstand der Wissenschaft, 69, Z. 7. fy 'l. S. W, Uc'bers. l. Z. l. Volk e s - ÄNm. 'Z. 10. l. der jMschen. - S. 69, 2) Z. 5. l. — 4) 'vörl. Z. l. ''ccv t (ß — l. Z. l. itcct ccvtco u. f/iaVto i'. "S. 70, Z. 5 v.st. (. ~~ Aebers. K. 1. die'!, der. 'S. 72, Uebers. Z. '5. v. u. 'Todesgeruch U Todesg r sch m ack. — Vorl. Z. m % d'er (Klur) — S. 75,'Z. 4.4. — D'A. 8. l. - S. 80, I. 2. l. Dth-I, — 4) A. .10,!. und — S. 83 (Wir eriiinern nochmals üst' 'die 'irrige 'Deüenbezeichnung, welche hier 91 ist), Ä n m. Z. 8. l. /H. — Z. 13, l. & ä tei\ — S. 85. % n m. B. 14, I. 88, A. *4. l. — Wir bemerken mit Vergnügen, daß die Correktheit sich immer mehr bessert. Mr 'hätten 'hier noch die zuweilen unrichtige Setzung der Doppelpunkte (:)/im Texte (z. Ä. S. 17, 'A. 6, S. 35, Z. 3. v. v. S. 43, Z. 6. S. 51, Z. 10. 1.5. S, 54, 3* 7. S. 55,. Z.. 4. S. 60, Z. 12.!! u. s. w.) zu bemerken, wenn wir nicht' überhaupt die ganze 'Einschiebung derselben rüg e n zu müssen glaubten. Sie scheinen "da gesetzt zu sein , wo die Uebers. einen 'Schl üßp unkt hat, und auch dies nicht consequezst. Allein zu^ welchem Zwecke und mit welchem Rechte wird hier "bte" eigentümliche Färbung des On'glnM"vWetzt? 'Das arabische Origmal hat gewiß solche Zeichen'sticht'ss's. 8 n. cy Gramm, arabe, ed. II, T. §. 168), und alle bisherigen Editionen der chebr/Mbers. "Äii so 'wenig. Man muß solche'Dmgesticht ssür Ä rk r o l o g i e*) halten, um so mehr, als hier' außer'der Selbstständigkeit des 'Textes, das Becständniß ^desselsen msGanzen 'inehr beeinträchtigt'als' gefördert werden. 'Wir zweifeln nicht,Mß' die 'Herausgeber 'dies beherzigen werden. *) <5‘S ist aber diese Behauptung dennoch Nichts weiter als eine überkritische Mikrologie, d.a Hauptzweck drrAusgabe^nur Verständlichkeit ist., Hat doch der biblische Text selbst keine Doppelpunkte gehabt unddochfoiche spater angenommen, ohne das Jemand über VerleHuntzch'er/AgeüthWükch'en Färbung'klagt, und Kusari ist noch lange'kein heiliger Text. Bekanntlich thun jetzt dasselbe dieHer- .ausgeber der Sanskrit-Texte und zum Theil auch bei arabischen Texten. " R e d. M 'welchen, aus allzutzrößem ÄiangÜ des' vbrhandÄren Stoffes, von Umgestaltung und Ausbildung noch gar strcht die Rede sein kann, und das Publikum größtentheils damit bekannt gemacht werden muß, daß es einen solchen Stoff gebe. Hier muß es die Aufgabe des Recensmten fein, mehr ans Licht zu ziehen und Allgemeiner zu machen, was seine Vorlage Mrres MrKAet, sogar darf er sich erlauben, etwaige Beiträge aus seinen eigenen Mitteln am passenden Orte zu liefern. Diese Betrachtung möge Referenten rechtfertigen, wenn er Eine Lieferung eines MstaWreichen Werkes nicht blos an zeigen, oder darüber referiren, sondern iw Literaturblatte des Orients, dem nach Tendenz Mid Umfang jetzt einzig passenden Orte, ausschließlich besprechen zu dürfen glaubte, so wie er's gewagt, einzeln? nicht weitabliegende Bemerkungen der Beachtung jener vorzulegen, die, entweder auf ein neues Feld hingewiesen, oder an ihre noch nicht kund gegebene Leistungen erinnert, ausführen mögen, was wir mit schwachen Kräften anZuregen versuchten, Wir hoffen durch dieses Verfahren, der eigentlich tenb'irten Veürcheilung keinen Abbruch zu thun, und gestehen gern, die Recenfi'on eines 'unserer ''Autoren''selbst^) als "ein würdiges Vorbild erachtet und gewählt zu haben. Wie bemerkt, haben wir blos Eine Lieferung des großen Werkes vor 'uns, Md mstssen also auf Besprechung jedes die Totalität desselben vvraussetzenden Moments vorläufig restgniren. Dennoch bleibt uns Einiges noch vor detn Eingehen ins Detail des Werkes selbst zu erwähnen. Es ist dasselbe die neunte Ztusgabe des Kusari überhaupt; die dritte seit ungefähr zwei Jahren. 3) Um so mehr fühlten sich die Herausgeber bewogen, in einem Vorworte die Veranlassung zu die- 'ser Bearbeitung, so wie die Darlegung der dabei befolg- 2) Dav. Cassels Beurtherlang der aram. Gramm, v. Blücher (LB. S. I ss.). 3) Die eine in Hamburg 1838, von Bernays zum Bchufe seiner Vorträge besorgte, enthaltend bloßen Text mit angehängten V a r i a nc e n aus allen ftühern Editionen, (m. s. die Referate in 2t. Z. d. I. und Annalen), hat noch den äußern Fehler, daß sie — zu th euer ist. Sie kostet nemlich beinahe so viel als die andere mit hebr. Comment. von Brecher (Prag 1838—40. 5. Lief, in 8.). Eine Beurtheilung der letztem (oder vielmehr der Biogr. Iehuda Ha-Lewi's) begann das LB. des Orients 1840. S. 45f. — Was wir über diese Ausgabe im Einzelnen zu bemerken fanden, so wie manche andere Notiz, haben wir H. Brech er selbst für das herauszugehende S u p p le m e n t h e ft (s.Orient 1840. LB. 588) längst zugesendet, und sehen dem Ers'chemen desselben nun bald entgegen. Daher scheint es uns nicht passend, hier ein Urtheil über das Ganze auszusprechen, und überlassen wir dies andern Recensenten dieser neuestem Ausgabe. So viel gestatten wir uns nur zu bemerken, daß letztere beide, ,nach ihrer ganzen Anlage, für ein durchaus verschiedenes Publikum berechnet sind. (Vgl. Jo st's Referat m Annalen 1840. Nr. 37.)