Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1841-05-08 · 19 (8.5.1841) · p. Spalte 277-278

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
19 (8.5.1841)
Article
Zur Geschichte der christlichen Kirche in Arabien ... [Rezension]
Date
1841-05-08
Page
Spalte 277-278 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
81% known words query
IRI
…/8555529-9897381-9897443-2365471--1356-2365503
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

277 Chwmkon des peträischeu Arabiens. Beitrag zur Kermtniß des Judenthums in Peträa.' 278 ftmcc meisterhaft schildernden Geschichte des Ueberfalls, welchen die Mönche des Sinai und der Umgegend von den Saracenen erlitten. Das 4. Cap. charakterisirt die Sitten der Saracenen, und zwar derer, welche die von Arabien bis Egypten zwischen dem rothen Meere und dem Jordan sich erstreckende Einöde bewohnen. Sie anerkennen, sagt Nilus, keinen Gott, weder einen im Geiste vorgestellten, noch einen mit den Händen gebildeten, sondern beten den Morgenstern an und opfern dem ausgehenden das Beste ihres Raubes. Vorzüglich beeiftcn sie sich, wohlgestaltete und jugendkrafrige Knaben zum Opfer zu bringen, die sie denn auf übereinandergeschichteten Steinen in der Frühe schlachten, ohne sich durch ihr Flehen und Klagen erweichen zu lasten. Fehlt ihnen ein solcher zum Opfer geeigneter menschlicher Körper, so lagern sie ein weißes und untadeliges Kameel und die ganze Volksmenge halt um dasselbe einen dreimaligen Umzug. Diesen Zug und den Gesang zum Lobe des Gestirns leitet einer der Fürsten oder ein durch sein Älter ehrwürdiger Priester. Nach dem dritten Umzug, wenn das Volk noch das Ende der Hymne auf der Junge har, versetzt er dem Kamele mit dem gezückten Schwerte einen kräftigen Hieb in den Nacken, und kostet zuerst mit großer Hast das Blut desselben; dann laufen die Uebcigen mit ihren Schwertern herbei- und das Kameel wird dergestalt zerstückelt und mir Haar und Bein verschlungen, daß die heraufkowmende Sonne nichts mehr davon bescheinen kann. Das dritte Zeugniß ist das des Antonius Placentinus, dessen Buch de Socis sanctisj quae perambulavit7), mindestens nach Justmian Ih verabfaßt, zwar eher den Namen eines barocken Fabliau's als eines nüchternen Jtinerars verdient, aber doch manches an glaubwürdigeren Nachrichten zu prüfende und erkennbare Wahre enthalt. Neben mehreren andern seltsamen Notizen über die Sinai- Mönche theilt er Folgendes über den Götzendienst der anwohnenden Saracenen mit: In parte Ulms moniis (Sinai) liabent Saraceni idolum suum marmors am posilum, c an di dum tanquam nivem; ibi quem Sarraceni rhuciisque vetierantur. Nach G o rdianus (8. Placidi Martyris Vita §. öl.) gab der Saracenenfürst Ab da La sich große Mühe, den durch das Eindringen des Chrißenrhums gesunkenen Moloch- und Lucifer-Cultus wieder zu heben. Nach Euthymius Zigabenus in der PanopU'a verehrten die Saracenen bis m die Zeit des Kaisers Heraklius den Morgenstern und die Aphrodite, die sie XdßrtQ (wahrscheinlich eine aramaisirende Form von d. i. d i e große, nannten. Derselbe macht, wie aua.) spatere Pilger, darauf aufmerksam, daß der schwarze Stein der Kuba die Lineamente eines Venuskopfes dcrrstclle. S. die Stellen und die entsprechenden aus der Catechesis Saracenörum bei Selben, De Diis Syris (Synt. 11. De Venere Syriaca). 7) Heransgeg. von Claud. Menardus, und von Dan. Papebroche vorangesttzt dem zweiten Theil des NaMs der ^eta Sanctorum. ei per mimet sacerdos eorum, ipsorum indutas daimatica et palt io lineo. Qnando venit tempus festivitatis eorum , percurrente lutui, antequam egreäialur a feste tpsorum , incipit marmor ilhul mutare colo rem, et, quando coeperunt adorare idolum, fit mar mor ilhid nigrum tanquam pix, Completo tempore fes Uv Halis eorum. reverUtur Herum in prislmum colorem, unde vaide wiratus sum. — Kl quitt jam se complebani dien festi hmaelüarum , praeco ecciit, nt nullus subsisteret per ernmum, per quam ingressi sumus, (sed) alii per Aegyptum, alii per Arabiam reverlereulur in civüalem sanctam, Hebet: die Religion der Nabataer insonderheit, welche von den unsteten Wanderhorden der Saraceuen wohl zu unterscheiden sind, vermögen wir nichts Gewisses zu sagen. Die arabischen Schriftsteller rechnen die Nabataer unter die Sabäer, und sind hier, mehr denn irgendwo, völlig unzuverlässig. Die oberwähnten christlichen Schriftsteller aber schrieben in einer Zeit, wo das nabatäische Reich längst ausgelöst worden und die Nabataer nachdem sie eine Zeitlang unter der Souveränität von Rom und Constantinopel als handeltreibendes Volk vegetirt hatten, jedenfalls das, was sie einst gewesen, nomadische Araber geworden waren. Mir scheint, daß die Religion der Nabataer dem Heidenchum der Syrer verwandt gewesen ist, wie denn auch ihre Sprache ein Dialekt des Aramäischen war. Ein Buch aus ihrer Literatur erzählte, wie Quatrernere berichtet, die Abenteuer des Tammuz, d. i., des Adonis der Griechen." Uebec das Vorhandensein von Juden in Peträa spricht st'chDr. D. in einer Note S. 137 so aus: „Asse m an i (llibl. Or. Hl, 2, 592) spricht mit grundloser Zuversichtlichkeit von Juden in Peträa. Denn erst in der Zeit des Islam (Gagnieiad Abulfedae Vi.tam Muhamuu p. 125. Quatremere p. 49) ist von Juden, in der mercantilisch bedeutenden Hafenstadt Aila, die Rede. Auch der jüdische Reisende Bin jamin von Tudela (1160—1173) in seinen NPO.2 weiß, ungeachtet er Elim, Befidim, den Sinai und das Sinai- Kloster erwähnt, schlechterdings Nichts von Juden in der dortigen Gegend. Ebenso grundlos rechnet Basnage (Exercitt. Hist. Criticae p. 163 s») die Petra er zu den judaisi'rterr Edomiten. Wir wissen nur von einem freundlichen Verkehr der Nabataer mit den Juden seit der Zeit des Makkabäers Judas <166) anb seines Bruders Jonathan." In einer andern Note wird gründlich nachgewiesen, daß der Sinai schlechthin wie sonst ‘iid“^ geheißen, eine Bezeichnung, die schon im N. T. (Galat. 5, 25) vorkommt, und auch bezeichnend ist. Nun geht der Hr. Dr. zu den Inschriften der smaitischen Halbinsel über: „Daß es im pelräischen Arabien bereits in den ersten christlichen Jahrhunderten eine ziemlich 19 *

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.