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Der Orient · 1841-05-08 · 19 (8.5.1841) · p. Spalte 279-280

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
19 (8.5.1841)
Article
Zur Geschichte der christlichen Kirche in Arabien ... [Rezension]
Date
1841-05-08
Page
Spalte 279-280 (sequence 4)
Language
German
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279 Chromkon von Peträa. Jnschnstm am Sinai. Ueber die Nabata'er. 280 starke christliche Bevölkerung gab, dafür würden, wenn uns kirchongeschichtllche Berichte mangelten, die vielen tausend Inschriften zeugen, ' welche sich an den jähen Sandsteinfelsen der stnaitischen Halbinsel, zum Theil an dm'.herabgestürzten Trümmern derselben, dacstelten, so tief eingegrabm, daß auch die winterlichen Sturzbäche, durch welche die dürren Thälec oft ganz unter Wasser gesetzt werden, sie nicht haben vertilgen können. Diese Inschriften, deren bereits der Jndiensahrer Kosmas aus eigner Anschauung gedenkt, und von denen ein Theil durch neuere Reisende copirt worden ist, finden sich in den Thalern und auf den Hügeln, welche vom Fuße des Sinai nordwestlich bis an das östliche User des heroopolitcmischen Meerbusens gelegen sind, für Reisende, die vom Sknaikloster nach der Stadt Suez gehen, auf jeder der Straßen, die sie wählen können, an den Felsen mehrerer Wadi's bemerklich, bis zu den Küstengegenden, die sie nach halbzurückgelegtem Wege und darüber berühren. Außerdem finden sie sich m großer Anzahl an dem Berge Serbal, nahe der südlichsten jener Straßen nach Suez; in geringerer Anzahl in einigen Madras südlich vom Sinai. Am reichsten aber ist das Thal, welches nicht weit vom östlichen Ufer des heroopolitanischm Meerbusens drei Stunden weit nach Nordwesten sich erstreckt. Der Wanderer hat hier zur Linken steile sandsteinactige Felswände, die in den Mittags- und Nachmittagsstunden ihm Schutz vor der Sonnenhitze gewahren. Diese Felsen sind vor allen andern mit einer großen Menge wohlerhaltener Inschriften bedeckt, weshalb das Thal WadssMukatteb (das beschriebene) genannt wird. Zu diesem Wadi gehört der "Gebe! Mukatteb, ein Hügel, dessen Steine gleicherweise auf ihrer rauhen Oberfläche eine Unzahl flüchtig, wie mit einem Grabstichel, eingravirter Inschriften enthalten. Dm Schriftceihen sind häufig roh conturirte Bilder und Figuren von Thieren, Laubwerk, und Menschen in den mannigfachsten Stellungen beigefügt, die uns den Charakter, die Sitten und den Natucschauplatz der Urheber der Inschristen ln flüchtigen kecken Entwürfen vergegenwärtigen. Diese Inschriften gehören, wie ein neuerer Paläograph O) nach langjähriger Forschung ermittelt hat, der christlichen Zeit an. Zu Ende und Anfang der Inschriften findet sich häufig das Zeichen des Kreuzes und zwar in dreifacher Gestalt, ein unverkennbarer Beweis ihres christlichen Ursprungs. Die Zeit ihrer Abfassung 8)!n8«er1pticrn68 veteres litteris et lingua Lucusque incognitis ad montem Sinai magno numero servatae, quas Pocock, Niebuhr, Montagu, Coutelle, Seetzen, Burkhardt, de La Borde, Grey aliique descripserunt. Explicayit E. F. F. Beer* Fase. I : Inscriptionum centiiria lütteris hebraicis transscripta. Accedunt tabb. lithograph, XVI* Lipsiae, Barth, 1840. 4. ist, nach Prof. Beer, das vierte Jahrhundert, in welchem bereits das Wallfahrten als ein verdienstliches Werk so hoch gestellt wurde, daß Gregor von Nyssa, Hieronymus u. A. wider den Mißbrauch und die Uebertreibung desselben eiferten. Aber nicht von Palästinensern oder Syrern, die nach dem Sinai wallfahrten, sondern von einem im petraischen Arabien heimischen Stamme rührer; diese Inschriften her, wie schon die mit Arabismen untermischte aramäische Mundart derselben zeigt. Die Schrift, welche sichdurch Freiheit des Zuges und Kühnheit der Buchstabenverbindung auszeichnet, weistauf ein Volk hin, welches viel und kalligraphisch schrieb, und somit auf einer ziemlich hohen Sruse der Gesittung und Bildung stand. Ein solches Volk war im petraischen Arabien neben den uncultivirten, des Schreibens wahrscheinlich völlig unkundigen Saracenenstämmen allein das der Nab ata er. Diese verwitterten von ihnen beschriebenen Steine sind somit bie. einzigen Ueberceste der Sprache dieses Volkes, über welches uns sonst nur wenige zuverlässige, aber die Neugier in hohem Grade anregende Notizen übrig geblieben sind. Diese jetzt zu reden anfangenden Denkschriften, welche großenteils den Namen des Schreibers mit dem vorausgesetzten “W (MNHS&II), d. i. es werde gedacht! enthalten, erzählen uns, daß in der christlichen Vorzeit unter einer großen Bevölkerung des petraischen Arabiens das Wort vom Kreuz Eingang gefunden hatte und daß christliche Pilger aus der Mitte derselben nach den geheiligten Stattender alttestamentlichen Gesetzgebung zogen. Dort lagerten sie ihre Kameele, dort legten sie eine Zeit lang ihr Jagdgewehr und ihre Waffen nieder, erhoben betend ihre Hände; senkten, den großen Thaten Gottes nachdenkend, ihre Augen nieder und schrieben an das Sandgestein der Heiligen Felsen, vor denen Gott einst sein Volk vorüberführte, zwischen zwei Kreuze ihre Namen mit der Bitte ihrer zu gedenken, die ihnen nun nach fünfzehn Jahrhunderten erfüllt wird. 9) (Beschluß folgt.) Der Prophet Habakuk und seine neuesten Bearbeiter von M. A. Lev y aus Altona. (Schluß.) Unter den vorliegenden Bearbeitungen müssen wir die von Hitzig voranstellen. Sem Kommentar zeichnet sich, wie alle Ärbeiten dieses Verfassers, durch Genialität aus, welche sich 9) Ueber , die poläographische Schrift von Beer werden wir noch besonders berichten und untersuchen, ob Hr. Beer und nach ihm Hr. D. mit Mcht diese Inschriften den Christen vindrcirt.

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