Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1841-04-10 · 15 (10.4.1841) · p. Spalte 211-212

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
15 (10.4.1841)
Article
Beleuchtung eines arabischen Sprichwortes
Date
1841-04-10
Page
Spalte 211-212 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
72% known words query
IRI
…/8555529-9897381-9897434-2365270--1290-2365296
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

211, Beleuchtung eines arabischen Sprichwortes, als Beitrag z-. Alterihumskunde, v. C. Bodenheimer. 212 einer Tochter für ein Unglück cmzufthen, welches daher rührte, weil sie befürchteten, durch die Versorgung derselben später in Armuch zu gerathen, oder, wenn sie zur gefangenen Sklavin gemacht und keine moralischgute Aufführung beobachten würde, Schande zu erleben, oder auch, durch den wegen ihrer Schönheit entstandenen Zwist unter mächtigen Freiern, den Untergang ihrer Familie mit anzusehen, wie es auch in dem angeführten Werke beschrieben ist: Timetur enim semper, ne infamiam, passa vel puicliriludine sua dissidii int er potentes procos caussam praebens, toti familiae vel labern mural vel negotium facessaL Diese Furcht verursachte bei einigen heidnischen Stammen der Araber ba$-uyLuJt st Golius p. 2606, welches uns Pocock in st Specimen Historiae Arabum, nach Mostalraf, hinlänglich erläutert: Ex Ara-, bum conmeludinibws erat WaadoV Eenat. Mos erat ante Ishimismum, si tilicui nascerelur filia eam vivam defödere. et cum ejus nutdium ipsi afferelur contrahi ei peetns, et intu nies cere vultus. Die Art dieses Verfahrens wird von arabischen Schriftstellern ganz verschiedentlich erzählt. Einige berichten, wenn die Erhaltung der Tochter von der Familie beschlossen war, so wurde sie, bekleidet mit einem Gewände von Wolle oder Haaren, zur Hütung der Schafe und Kameele in die Wüste geschickt. War aber der Vorsatz zu ihrem Tode gefaßt, dann stürzte sie, in ihrem sechsten Jahre, der Vater, nachdem er zu ihrer Mutter die Worte, gesprochen: „beräuchere und schmücke sie, damit ich sie zu ihren Müttern führe", in eine zu diesem Zwecke gegrabene Grube. Andere wieder berichten, daß die Entbindung am Rande eines Brunnens stattgefunden habe, wo die empörende Execution an dem unschuldigen weiblichen Kinde vollzogen werden konnte. Wie uns deutlich hierüber der genannte Gelehrte, nach Samachscharst unterrichtet: er sagt: Diserlis aulem verhis hu jus moris mentio fit in SnratoP lahxir, ubi haec leguutur verba: Et cum i/iterr ogata f uerit quae viva d efo s s a e s l etc, ad quae referl Al-Zamachshari solitosfmsse Ar ab es cum nascerelur ipsorum cuiqne filia, si eam vivam conservare pellet, itmicd laneä vel cilicmd induiae pascendos sibi Camelos vel oves, in deserio comxiüiere, quod si e medio tollere animns esset, usque dum sexenms evadere, permätere, tum mairi ipsius dieere, odoribus et ornamentis eam honesta, quo ipsam ad matres suas ahducam, deimle ad put eum quem ipsi föderal deduciam, cumque inspicere jussam, a tergo stans priiecipitare, tum superinjecta terra put eum complanare. JDicunt alii moris . fuis.se ut cum parlurirel gravi da . fossam ejfader ei juxta quam partum e der ei. qui si filia esset in ipsam irijlcereiur, sin Jiuus vivns conservaretur. Zu diesem Behufs benutzte der Stamm Korsisch den bei Mekka befindlichen Berg'^st Dieser Gewohnheit verdankt auch jener Glückwunsch seine Entstehung: oJul 'D mw Dnx Das auch bei anderen Völkern des Alterthums dem männlichen Abkömmlinge ein Vorzug eingeräumt wurde, geht hervor aus Posidippus: CTlOV TQECpH TLQ KttV TtEVfjg CüV XV%p SvyaxsQd e%xIftpöi nciv y TtXovoeog; aus Tractat Berachot f. 60 rn nnD* tönt doti Din typn' DUit^vi nw mb& dv> "or xrw ü^m topm Hyxu nyi ivhm Twbwn biso nh*1 vhw dto ü'vnn ny? iyi nm bo: nit xbw n Dm pj> im -ip) n^m *nhwö D’Dm wpo' njwn Tribus prioribus diebus, orandum fiomini, ne seinen pulrescat: inde usque ad äiern XLul evadat masculus: Mine, ad terlium usque mensein, orandum5 ne fiat superfoelalio (corrumpaturque forma prioris foetus, ei referal piscem marinum planum, quem Sandalium vocaut♦ st übrigens Bechorot f\ 46 a5 Xidda f\ 24 b 25 b, Kerilul A. lm 31. 3. Änich f. 1063) Porro a tertio, ad sextum usque mensem precandum, ne ahorium patiaiur conjux: ahhinc usque ad mensem novum vota facienda9 ul foetus sahus sanusque prodeat. S. Tractat Sota 1. X, W. st Kallius f. 46. st T. Kiduschin st 82b. Auch im Buche Hiob 3, 3 über dessen Entsiehungsweift noch manches Dunkel herrscht, scheint diese Ansicht deutlich hervorzuleuchten: "1DN n ON ihn"5 “‘CU mn» st W. Anm. Sura 43. Doch gab es schon damals Männer, welche dieser grausamen Gewohnheit entgegen zu treten strebten, und für die Wegraumung eines die Menschheit so furchtbar entehrenden Verbrechens manches opferten; so beschäftigte sich der wohlthätige &Ä4.&» mit der Auslösung, um die Unschuldigen vorn Tode zu retten. Dieser menschlichen, schönen That rühmte sich später sein Enkel, der berühmte Dichter Farazdak, indem er zu einem Chalisen aus dem Stamme Omajja sagte: jjof b! und zu seiner femern Vertheidigung noch hinzusügte: ywLÜf UilXi U>lAÄ>f. Am meisten eiferte der Koran dagegm, und wirft den Arabern diese ä^andlungsweise in bittern Ausdrücken vor. So heißt es Sura 81: : fif Jbil : uy^cXJof ^f?b HDt lotj t yA/^aUf Die Araber hatten Göttinnen, Töchter Gottes genannt, unter den Namen: AL!at, das Idol des Stammes Thakif, Uzza, die Göttin der Stamme

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.