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Der Orient · 1841-04-03 · 14 (3.4.1841) · p. Spalte 201-202

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
14 (3.4.1841)
Article
Ueber den Unsterblichkeitsglauben der alten Hebräer, ...
Date
1841-04-03
Page
Spalte 201-202 (sequence 2)
Language
German
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201 Ucber die UnsterblichkeiLslchre der alten Hebräer von Dr. Rhode^ beurcheilt von Dr. Cossmann. 202 Worte 7^^ gegeben, dann aber auch, ist gar keine Veranlassung zu einer detaillirten Beschreibung da, welcher man, wie schon oben bemerkt, als etwas Unerlaubten und Unstatthaften vielmehr auswich. „Hieran schließt sich, führt H. Rh. fort, die Stelle'^. 16, 10: „Nicht wirst du überlassen dem Scheol meine Seele (mein Leben), nicht wirst du deine Frommen sehen lassen die Grube", d. h. du wirst sie (hier oben) am Leben erhalten. Offenbar steht hier der Ausdruck Scheol ganz parallel mit nrtt^ Grab, und es ist daher mehr als wahrscheinlich, daß Scheol hier keine andere Bedeutung hat, als -eben diese. Hier soll also der Parallelismus seine Stimme abgeben: Scheol steht hier ganz parallel mit nnt^, dies heißt aber ganz gewiß nur Grab daher auch Scheol. Die Bedeutung Grab fuc nni^* ist somit bei Hrn.Rh. eine ganz ausgemachte; das soll uns jedoch nicht abhalten, einige Stellen zu prüfen in denen es vorkommt, um zu erfahren, ob denn diese Uebersetzung ausschließlich die einzig richtige ist. H. Rh. selbst beruft sich S. 8 auf die Stelle Jon. 2, 7 und läßt diese ganz für seine Ansicht sprechen. Wir sind anderer Meinung. Jona spricht dort im Bauche des Fisches: „Du ziehest aus der Grube (Hm^) mein Leben." An dieser Stelle können wir uns durchaus nicht dazu verstehen, rint^ mit Grube oder Grab zu übersetzen; der erste Theil des Werses, den H. Rh. nicht mit hergesetzt hat, zwingt uns geradezu für nni£* die Bedeutung Unterwelt zu vindiciren. Der ganze Vers heißt: „bis an das Aeußerste der Berge fuhr ich hinab, die Erde (verschloß) ihre Riegel hinter mir auf ewig; da brachtest du herauf riij&T? mein Leben." Offenbar umschreibt hier der erste Theil des Verses das Wort So hyperbolisch hat wohl aber noch kein Dichter gesprochen, daß er von Einem, der ins Grab hinabgestiegen, gesagt hätte: Er fuhr bis ans Aeußerste der Berge hinab, die Erde schloß ihre.Riegel auf ewig hinter ihm. Wohl aber ist dies eine ganz passende Bezeichnung' für die Unterwelt. Der Einwand, daß Jona ja noch gelebt habe, ist durchaus nichtig; seinen drei Tage und drei Nachte wahrender Aufenthalt in dem Bauche des Fisches, konnte er füglich wohl gut mit dem Aufenthalte in der Unterwelt vergleichen. Somit ehut Hc. Rh. Unrecht, wenn er den Parallelismus von Scheol mit zu Hülfe ruft, denn Stellen wie 103, 4. Job. 33, 28 lassen wenigstens ebenso gut die Bedeutung Unterwelt wie Grab und Grube zu. Auch die Stelle 89, 49: „Welcher Mann lebt und sieht nicht den Tod? errettet seine Seele aus der Hand Scheols?" wo es der strenge Parallelismus erfordern soll, Scheol mit Grab zu übersehen, beweist nichts. H. Rh. sagt, man kann dem Tode keine Art des Lebens gleichstellen; wir bemerken dagegen, daß dies durchaus nicht geschieht, denn im Scheol sein, heißt weiter nichts, als von der Erde verschwunden und für dieselbe tobt sein. Welcher Mann, so singt der Dichter, kann dem Tode entgehen, wer muß nicht die Erde verlassen und hinabsteigen in den Scheol, in die Unterwelt? Ob bei dem rfeNK' DiT) VH’) in der Geschichte Korahs (4 Mos. 16, 30) zunächst an das Grab oder an die Unterwelt zu denken sei, überlassen wir füglich am Besten jedem Leser; wohl aber müssen wir bemerken, daß H. Rh. durch die beiden citirten Stellen Spr. 1, 12 und 55, 10 seine Ansicht sehr beeinträchtigt. In der ersten heißt es: „Wir wollen sie verschlingen, wie der Scheol, lebendig" verschlingt denn das Grab lebendig? Ebenso soll 55, 10 der Feind, nachdem der Tod ihn getroffen, lebendig in den Scheol fahren. Sprechen diese Stellen für oder gegen die Bedeutung Grab? An der Stelle 5 Most 32, 22, gesteht Hr. Rh. selbst, paßt der Ausdruck Grab nicht mehr recht; aber das macht nichts aus; man faßt das Ganze entweder als eine Hyperbel, oder man denkt an vulkanische Ausbrüche. Wir können uns weder zu dem Einen noch zu dem Andern verstehen; die Bedeutung Unterwelt ist bei weitem passender und verstößt auch nicht gegen den, vom Bf. viel zu ängstlich aufgefaßten, Parallelismus. Diese Auffassung bestätigt offenbar ty. 86, 13, wo die Erklärungsweife des H. Rh. nicht ausreicht. Ueber die Stelle 2 Sam. 22, 6 muß dasselbe bemerkt werden, was schon oben über 89, 49. Nirgends springt wohl die Bedeutung von Scheol, Unterwelt, mehr in die Augen, als 1 Sam. 2, 6: „Gott tödtet und belebt, führt hinab in Schoel und führt herauf." Gott tödtet — führt hinab in Scheol, Gott belebt — führt heraus aus Schoel. Diese Stelle spricht zu deutlich, als daß es noch nöthig wäre, den unhaltbaren Einwand des H. Rh. zurückzuweisen. Der Hauptbegriff Wieder aber, den H. Rh. hier vermißt (in der Vorlesung fehlt hier das Wort nicht), wenn an eine Wiederbelebung nach dem Tode gedacht werden sollte, liegt offenbar in der ganzen Diktion, die so prägnant und treffend entgegentritt. Der .Vers, wußte sich nur dadurch zu helfen, daß er dem Sinne des Wortes belebt einen andern, am Leben erhalten, unterschob. Wir glauben nicht nöthig zu haben, den fecnern Verlaus der Vorlesung eben so genau zu verfolgen, als bisher geschehen, und begnügen uns daher nur noch Einzelnes hervorzuheben. Seite 10 wird die Bedeutung des ►pfcO mit röJJ und PröN, mit den Ahnen vereinigt werden, bestritten. Stellen wir 1 Mos. 47, 30. 5 Mos. 31, 16. 1 Köm 2, 10 n. sollen dies bewerfen. Wir glauben jedoch, daß sie alle mehr für eine Vereinigung mit den früher Verstorbenen, als für ein bloßes Begraben werden sprechen. Seite 11 wird der Scheol, ein ganzes Grabergebiet, Todtenpalaste, Todtenstädte. Wie konnte aber Job. 11, 8, ip. 139, 8, Amos 9, 2. der Himmels höhe, die so höchst un-

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