Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 10 (6.3.1841)
- Article
- Ueber das Arabische in Dr. Geigers Preisschrift
- Date
- 1841-03-06
- Page
- Spalte 135-136 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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135 Prof. Fleischer: Ueber das Ärabische in Dr. Geigers Preisschnst: Was hatMohammed rc. 138 ter, fügt Hr. Dr. G. hinzu/ scheine man dieses Wort von jjtft, — aber gewiß nicht von , worunter Golius es aufführe- — abgeleitet und ihm daher überhaupt die Bedeutung Unterstützung, Almosen, beigelegt zu haben. Von jjU kann das Wort mit Recht nicht abgeleitet werden, da eine solche Form von einer solchen Wurzel gegen alle Analogie verstoßen würde, und eben so gewiß, als Hr. Dr. G. das Gegentheil behauptet, ist das Wort von jjjw abzuleiten, da ein anderes Verfahren nicht möglich ist. So führt auch Hariri in Sacy's Anthol. grarnm. S. Z. 4 v. u. und als Beispiele der Form JytU an, wodurch das M des ersten Wortes für eben so wurzelhast, als das F des zweiten erklärt wird; und dasselbe thun die arabischen Lexikographen, aus deren Werken unsere arabisch-lateinischen Wörterbücher erwachsen sind; daher auch Golius — keineswegs nach eigenem Belieben — das Wort unter {jjuq gestellt hat. Die ursprüngliche Bedeutung dieser Wurzel nun ist: Leicht und weit dahinfließen, schlüpfen, gehen, auch transitiv dahinfließen lassen rc.; daher in übergetragmec concceter Bedeutung „f a c i 1 i s factu res; expeditus vir in negotio; longus; daher dann (nach der Form des hebräischen und aramäischen bM mit unreinem Kamez, eine Jntensivform von Jutü, noch starker als Jyti mit kurzem a) gleichsam facultates in allgemeinerem Sinne: Was das Leben, und Wirken leicht oder möglich macht (vergl. PN facultates, mit <jy&/ levitas, facilifcas, und levitas, vilitas, i. q. daher mach altarabischem Sprachgebrauches allerhand Werkzeug, Gerathe, Lebensmittel, welche in den Wörterbüchern und bei Sale und Wahl zu Sur. 107/ V. 7/ aufgezählt sind; ferner Geschenke und Wohlthaten überhaupt, später im Islam besonders die gesetzliche Religionssteuer und die freiwilligen Almosen. Beidhawi hält sich in feiner schon in den Zusätzen und Berichtigungen zu meiner Uebersetzung von Samachschari's goldenen Halsbändern angeführten Erklärung jener Koranstelle zunächst an die letzte Bedeutung, fügt dann aber auch die allgemeinere hinzu: Was man sich wechselseitig leiht und leihen läßt» So entwickelt sich alles leicht aus der sinnlichen Bedeutungsfülle der formell gesicherten arabischen Wurzel, während man bei Hrn. Dr. G's. Etymologie, ohne zu einer durch nichts gerechtfertigten lexicalischen Skepsis seine Zuflucht zu nehmen, gegen alle Wahrscheinlichkeit glauben müßte, ein von fremdem Boden entlehntes Sprachreis habe nach Absterben des herübergebrachten eigenen Lebens wiederum durch unnatürliche Vereinigung mit einer arabischen Wurzel eine solche Triebkraft entwickelt, baß es sich über die ersten Bedürfniffe des Beduinen-Hausstandes bis zu dm milden Gaben des Islams hmgerankt habe. S. 60 in der Anm. scheint bei der Annahme, 1ju*w Sur.15, S. 87, stehe in der Bedeutung von IxLL ober LjujS», übersehen worden zu sein, daß dies, so lange man mit allen Mohammedanern eben Ul*, liest, sprachlich unmöglich ist/ Wollte man aber, um die Bedeutung siebenter Theil zu erzwingen, -re Lesart andern, so würde dieser Gewaltschritt die noch viel mißlichere Annahme nöthig machen, daß dieser Satz erst nach Abschluß des Korans eingeschoben worden sei, da der siebente Theil einer Sache sich natürlich nicht eher bestimmen läßt, als bis man das Ganze übersiehe. Auch kann aus dem Umstande, daß in der von Hm. Dr. G. benutzten Handschrift des Korancommentars von El-Ferrar das Wort (— doch wohl auch die Praeposüion davor? —) an jener Stelle fehlt, keineswegs geschlossen werden, Et-Ferrar habe es in seinem Texte nicht gelesen; denn das Wort steht in allen Koranrecensionen, und eigene Erfahrung hat mich belehrt, daß die Abschreiber beim Copiren von Korancommentaren den Text selbst als Nebensache gewöhnlich sehr nachlässig behandeln. S. 65, Z. 20 u. 21, verfehlt die Uebersetzung den Sinn von (Druckfehler statt pIL&Ij) insofern, als es für ein Praeteritum angesehen worden ist: „deshalb wird die Müdigkeit von ihm entfernet". Schon das Hamza zeigt, daß es Verbalnomm und durch mit verbunden ist: Dies wurde offenbart, um die Juden hinsichtlich ihrer Angabe, daß Gott am Sabbate geruht habe, zu widerlegen und die Idee der Müdigkeit von ihm zu entfernen. S. 66, Z. 5 u. 4 v. u. „und dieses Wasser war in der Mitte der Luft" schiebt dem einen falschen Sinn unter, da weder an und für sich mit noch mit gleichbedeutend ist. Schon Sale giebt in seiner Anmerkung zu Sur. 11, V. 9, die richtige Vorstellung von der Sache, indem er (nach Arnolds Uebersetzung) sagt: „welche Wasser, wie sie sich einbilden, durch einen Geist oder Wind unterstützet oder getragen werden". Denn bedeutet die Lenden, das Kreuz, den Stützpunkt des ganzen Oberkörpers und' besonders des lasttragenden- Rückens. Insofern nun hier der Wind als Träger der Gewässer erscheint, auf oder über welchen der Thron Gottes vor der Schöpfung gestanden haben soll, werden ihm, wie einem animalischen Körper, Lenden beigelegt, gleichsam um der Frage: wie der Wind eine solche Last habe tragen können? in voraus zu begegnen. S. 68, 3. 20 u. 21, „einer jeden von ihnen (der sieben Pforten der Hölle) ist ein bestimmter Antheil zu-