Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 10 (6.3.1841)
- Article
- Ueber das Arabische in Dr. Geigers Preisschrift
- Date
- 1841-03-06
- Page
- Spalte 137-138 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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137 ßtfc Uebersichten. Mahnungen an Gott und Ewigkeit von Dr. Saalschutz. 138 erkannt" als Übersetzung von (3£yL ul? JLS3 py^jbo, Sur. 15, V. 44, bezieht das Pron. suff. auf den sachlichen Plural rus^s, was allerdings der Syntax des Vulgär-Arabischen angemessen, aber im classischen Arabisch unmöglich ist. Jenes Pronomen bezieht sich, wie es auch alte unsere Uebersetzer richtig fassen, auf die Verdammten: eine jede Pforte (d. h. Abtheilung der Hölle) enthält von ihnen einen bestimmten Theil. Die ältesten Beispiele jenes Soloecismus, die ich bis jetzt gefunden habe, kommen in Bastami's Ei-F e w-äih el-yiiiskijj e (Co<l. Sen, Lips. CCXCIII u. CCXC1V), einem Werke aus der Mitte des 15. Jahrh., vor. (Schluß folgt.) Literarische Uebersichten. 6) Mahnungen an Gott und Ewigkeit, zur Beförderung wahrhaft israelitischer Lebensweihe, von Joseph Levin Saalschutz, Dr. d. Phil., Prediger u. Neligionslehrer an der Israel. Gemeinde zu Königsberg, ordentl. Mit- . gliede der histor.-theo.log. Gesellschaft zu Leipzig. Erste Gabe. Königsberg, beiZt.W. Unzer, 1840. XIS. u.86.©. Für welches Publikum unser gelehrter Verfasser sein Buch geschrieben, darüber spricht er sich in der Zuneigung also aus: „Euch, ihr edlen Männer und Frauen Israels, ihr Jünglinge und Jungfrauen meines Volkes, euch weihe M) diese Blätter, in welchen der Gedanke an Gott und an seine Werke, die großen Ahnungen der Ewigkeit, die Feste des Herrn und jede Weihestunde des Lebens, die Pflichten der Liebe gegen unfern göttlichen Vater und gegen die Menschen, seine Kinder, und die dem Israeliten heiligen Gebote und Hebungen, im Lichte der Offenbarung, an eurer Seele vorüber gehen sollen." Wenn wir nun uns gehalten fühlen, sowohl dem Plane, als den Grundsätzen, nach welchen das Buch gearbeitet ist, unfern Beifall zu zollen, so können wir ebenso wenig die Bemerkung unterdrücken, daß im Ganzen die Klarheit des Stils und die Innig- und Lieblichkeit der erbaulichen Mahnungen, ganz dazu geeignet sind, echte Weihe des wahrhaft israelitischen Lebens zu wecken und zu fördern. Besonders noch ist es ein Vorzug unseres Buches, daß in ihm das jüdische Leben in seiner gegenwärtigen Erscheinung, die Feste des Herrn, wie sie jetzt begangen werden, besprochen und deren höhere 3) Durch einen Schreibe - oder Druckfehler steht bei Hrr. Dr. G. Bedeutung zum allgemeinen Volksbewußtsein gebracht werden. Der Verf. scheint sich überhaupt die allbekannten Stunden der Andacht zum Musterbilde genommen zu haben, und begeht daher auch zuweilen den Fehler, kleine Reflexionen und mehrere Fremdwörter, wie Moment, System, Phantasie u. dergl. m. den Betrachtungen beizumischen, wodurch manchmal die Aufmerksamkeit des Lesers gestört und die Erbauung gehindert wird. Ebenso störend sind, die unter dem Texte angebrachten Hinweisungen auf die Bibelstellen, welche Hinweisung füglich wegbleiben, oder dem Texte in Klammern einverleibt werden konnte. Die öftere Wiederholung des leichenblassen Bildes vom Tode, erweckt Mißstimmung und Trübseligkeit, aber keine Demuth und Kleinmuch. Doch, diese kleinen Ausstellungen, zu denen sich noch die einer nicht sorgfältigen Beachlung der Schreibe-Zeichen (Interpunktion) gesellt, thuen der Güte des Buches keinen Abbruch, und wir muffen dasselbe vielmehr, als eine gelungene Arbeit öffentlich würdigen und anerkennen, weßwegeu wir uns erlauben, den geehrtem Lesern den Inhalt des Buches und eine kleine Probe daraus mitzutheilen. Seite 1 — 28 enthalt zwei Betrachtungen am Frühjahrswallfahrtsfeste, an dem Feste der Gesetzgebung- Seite 28—50 eine Betrachtung am Hüttenfeste) Seite 50—59 vier Betrachtungen am Paffahfeste; S. 69—78 eine Betrachtung am Neujahrsfeste, und S. 78—86 eine Betrachtung am Versöhnungsfeste (Sühneftste). Allefammt erheben, belehren und erbauen, wie folgende Probe zeigt: (S. 71—72) „Und wo sind die Pforten der Ewigkeit"? Im Tempel Gottes. (Hier muß ein Punkt und kein KommaZstehen!). Wenn duin seine Mauern eintretend, all das tägliche Treiben des Weltverkehrs zurückließest, wenn du, mit dem Angesichte nach Osten gewendet, wo die Sonne aufgeht und auf den Flügeln eines Gebets voll Inbrunst über dich selbst erhebst und vor deinen göttlichen Vater hintrittst — da stehst du an Pforten der Ewigkeit! Oessne den heiligen Schrein, löse die Bänder der Gesetzrollen, vernimm, beherzige die Lehren Gottes, die Warnungen vergangener Jahrtausende! Und ist dein Herz noch zu enge geworden, noch nicht erdrückt von dem Drucke weltlicher Gedanken, es wird wiederhallen von dem Klange des göttlichen Wortes, erbeben vor seiner hinreißenden Gewalt. Größere, wunderbare, heilige Ahnungen werden deine Seele erfüllen, du stehst mit Geistesauge den Einzug des Königs der Ehren, du fühlst den allgegenwärtigen Gott, der „in der Versammlung der Lebenden weilet," du stehest an den Pforten der Ewigkeit!" Das Aeußere dieses Erbauungsbuches ist schön und geschmackvoll, das Papier weiß und der Druck korrekt, in Folge dessen durfte der Herausgeber auf den Beifall und Dank eines größeren Publikums rechnen., Wir hatten nur noch schließlich den Wunsch hinzuzufügen,