Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 8 (20.2.1841)
- Article
- Ueber das Arabische in Dr. Geigers Preisschrift
- Date
- 1841-02-20
- Page
- Spalte 101-102 (sequence 3)
- Language
- German
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101 Prof. Fleischer: Ucker das Arabische in Dr. Geiger's Preisschrist. 102 Inhalte nach veraltet, ähnlich dem oben besprochenen: das sind nur die Mährchen der Frühern; Andere in demselben Sinne, nur stärker; Andere sie sind (schon von Andern) zerlesen oder abgegriffen worden; Andere' entweder dasselbe wie oder mit dem hinzuversiandenen Subjekte O^uJf: ftc (die Juden) haben mit ihm studirt; noch Andere dasselbe wie — [jyöi er hat st udirt, .m>Lw)L>, abgegriffene oder zerlesene (Verse sind das). Wollte aber Spc. Dr. G. eben in diesem Schwanken der Lesart und des Sinnes eine Empfehlung seiner Deutung finden, die ja das Gezänk der Kritiker und Exegeten mit einem Schlage endige, so wäre darauf zu entgegnen, daß in der ersten Stelle des sJLuJÜ den ihm beigelegten Sinn nicht haben kann, sondern seiner Natur nach ein Zwecksatz ist, dadurch aber die Auffassung des ihm coordinirten j^yid als Concessivsatz zurückweist. Wohl aber kann nach Beidhawi das erste J so d aß, das zweite damit bedeuten, also nach der gewöhnlichen Lesart: So geben wir den Zeichen (Koranversen) vielfache Wendung, und (dies thun wir) so, daß sie sagen: Du hast studirt! und damit wir's klar machen für Leute, die erkennen. Die Araber nennen jenes erste J das Lam des Erfolgs, aUSt&JI und wenden es in der Koranerklärung oft an, wenn das zweite, gewöhnliche, das L a m des Endzweckes, SüUJ! oder keinen paffenden Sinn giebt, so wie man nach langem Streite dem hellenistischen Xvct wenigstens in einigen Stellen des N. T. die Bedeutung von wäre, 6g, zu lassen genöthigt ist (s. Winers Gramm, d. neutestam. Sprachidioms, 4. Aust. S. 427 ff.) Diese Zusammenstellung rechtfertigt sich auch noch dadurch, daß die Doppelnatur der arabischen , Partikel im Koran eben so, wie die der griechischen im N. T., dogmatisches Gewicht hat, da z. B. die rechtgläubigen Mohammedaner Sur. 3, 172: Wir fristen sie nur, daß sie zunehmen an Verschuldung, bas J Tsiuw's fassen: nur in der Absicht, daß n., die Motaziliten hingegen, für welche dieß eine Gotteslästerung ist, hßaTiKcog: nur so, daß In der zweiten Stelle ist der Optativ, den Hr. Dr. G. in IjJjiu hineinlegt, ohne alle sprachliche Begründung; denn wenn auch i^n Koran durch die im Vorhergehenden liegende Idee des Verhutens scheinbar oft die Bedeutung von daß nicht etwa, eig. äe peur (jue, bekommt, so steht es doch nie absolut an der Spitze eines Satzes so, daß es ein negativ-optatives utinam ne ausdrückte. Auch hat Dr. G. das seine Erklärung wenig begünstigende antithetisch-beschränkende Moment in UjI übersehen: nur zwei Geschlechter vor uns haben Offenbarungsschriften erhalten, wir aber wissen nichts davon; denn welches die Mißdeutung der Stelle hauptsächlich mit veranlaßt zu haben scheint, bedeutet hier nicht: keine Kenntniß von etwas nehmen, sondern, wie oft: keine Kenntniß von etwas haben, ignorare; — Beidhawi: wir wissen nicht, wie ihr Bücherlesen beschaffen ist, oder: wir kennen (aus eigner Erfahrung) nichts dem Gleiches. Die ganze Stelle im Zusammenhänge ist alfo folgende: Auch dieß (der Koran) ist eine Schrift, die wir niedergesandt, eine segensreiche, 1— (darum folgt ihr und wahrt euch, ob ihr vielleicht Erbarmen findet,) — daß ihr nicht saget: die Schrift ist nur für zwei Geschlechter vor uns (Juden und Christen) niedergesandt worden, wir aber wissen nichts von ihrem Bücherlesen; oder daß ihr nicht saget: Ware die Schrift für uns niedergesandt worden, wir hätten uns besser leiten lassen, als sie. So ist euch nun zugekommen eine klare Belehrung. von eurem Herrn, und Leitung und Erbarmen. Die Araber sollen sich also nun, nach Empfange ihrer vaterländischen Offenbarung, nicht beklagen, hinter den schriftbegabten Juden und Christen zurückzustehen, sondern sich jener Gnade faktisch würdiger zeigen, als diese der ihnen zu Theil gewordenen; dies ist der einfache Sinn dieser Stelle, welche Hr. Dr. G. durch seine Deutung um so übler bedacht hat, da nach derselben den Arabern gerade das zu sagen verboten wird, was Mohammed selbst so oft den Juden und Christen vorwirft: daß sie durch ihre Verdrehung und Verfälschung der Offenbarungsschriften es unmöglich gemacht haben, denselben in dieser Gestalt zu glauben und zu gehorchen. S. 56 — öS sucht Hr. Dr. G. dem koranischen die Bedeutung des aramäischen Erlösung, zu sichern, — wie es mir scheint, ohne glücklichen Erfolg. In der ganzen nachweisbaren Entwicklung der Grundbedeutung des arabischen karaga tritt jene Beziehung nirgends hervor, und die Araber drücken den Begriff Erlösung regelmäßig durch oder und aus. Aber vielleicht hat Mohammed das Wort eben als ein in Form und Bedeutung fremdes, so wie er es empfangen hatte, ähnlich dem offenbar hebräischen in die Sprache ausgenommen? Die Möglichkeit, daß Mohammed das Wort zuerst gebraucht habe, muß ich für jetzt zugeben, da ich es noch in keinem älteren Sprachdenkmale gefunden habe; aber gegen die Parallelisicung desselben mit hinsichtlich der Bedeutung habe ich folgendes Bedenken. Ein ganz fremdes Wort, welches sich an nichts in der Muttersprache anknüpft, wie macht sich mit seiner hecübergebrachten Bedeutung ohne große Schwierigkeit geltend; eben so ein Wort, welches, wie &u£a*, wenn 8*