Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 8 (20.2.1841)
- Article
- Ueber das Arabische in Dr. Geigers Preisschrift
- Date
- 1841-02-20
- Page
- Spalte 99-100 (sequence 2)
- Language
- German
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W Prof.Fleischer: Ueberd. Arab. i.Dr. Geigers Schrift: WashatM.ausd.Judenthumeaufgenom. LOS diese Fremdlinge eine besondere Form Wj-Ui (in; in welcher das üt als Masculm-Anhang erscheint, wie für wobei ihre Unkenntnis der verwandten Sprachen noch andere Jrrthümer veranlaßt, wie z. B. in den Worten Veidhawi's zu Sur. 2, V. 257: „El-thäghüt (niyü) bedeutet den Sa tan, oder die Götzenbilder, oder Alles, was außer Gott angebetet wird, oder von der Anbetung Gottes abhalt. Es ist die Form von thagha (nyto), so daß der zweite und dritte Stammbuchstabe umgestellt sind. Der Commentator meint also, das Dehmmgs-Elif in thä sei der Stellvertreter des Vorgesetzten dritten Stammbuchstabens j, und die ursprüngliche Form lbagbjdt. Noch weiter geht das Mißverständnis;, wenn nicht schon die Zahl der festen Consonantm, wie in und die Annahme der Form erzwingt, und überdieß der Stamm für das Arabische nicht so deutlich, wie in i^wb, hervortritt; dann sehen sie das auch wohl als dritten Stammbuchstaben der Form an, wie in (nun). Auf jedoch will Beidhawi zu Sur. 2, V. 249, diese Form, wiewohl aus sehr unzureichendem Grunde, nicht angewendet wissen, indem er sagtTab üt bedeutet s an d ü q (Kasten). Es ist die Form fa'liifc von täb (zurückkehren), weil das aus ihm Herauskommende unaufhörlich zu ihm zurückkehrt (!); nicht faul, weil diese Form von Wurzeln wie salisa, qaliqa (deren erster und dritter Stammbuchstabe derselbe ist) nur wenig vorkommt. Wer das Wort aber mit h liest (tabüb, FTDtfn), der betrachtet das h vielleicht als durch Umwandlung aus dem t entstanden, wie es auch durch Umwandlung aus demFeminin-T entsteht (z. B. &S^j> in Pause und Reim statt XS^j :c.,) weil beide die Eigenschaft der Adspira- (ion (6l-bem8, st Freitags WB. unter und der Servilitat (el-zijade) mit einander gemein haben. Diese Worte liefern beiläufig nicht nur ein neues Beispiel von der völligen Verblendung der arabischen Grammatiker über die wahre Natur dieser Wörter, sondern auch einen Beweis dafür, daß Freytags Vermuthung zu i^yb* (WB. S. 181), das 8j-?b‘ des Kalkuttas Kamus sei in 8^pb zu-verwandeln, unbegründet ist, so wahrscheinlich sie auch von unserem Standpunkte au§ sein mag, ja noch mehr: so gewiß auch jenes * ursprünglich ein verschriebenes 8 ist. Die völlige Umwandlung dieser Wörter in Masculina zeigt sich auch in der Bildung solcher Plurale, wie in denen das schon als völlig fest geworden erscheint, wahrend das dem Sprachgefühle als Feminin-Endung noch gegenwärtige 8 oder bei der Pluralbildung durchaus abgestreift wird. Der sicherste Beweisdafür aber ist jedenfalls die durchgängige Verbindung der entsprechenden Singulare mit Masculin-Adjecriven und Verben, woran sich unser Gefühl besonders bei abstrakten Begriffen, wie und ic^wb (st Abnlf. antek]. S. 162, Z. 16 und l. Z.h erst gewöhnen muß. S. 48 in d. Anm. verallgemeinern die letzten Worte: „es sei in das Arabische übergetragen" den Sinn des Ausdrucks: manqul ila iaf/.h ei-rArabijje , in d i e Aussprache des Arabischen, d. h. in die dem Arabischen angemessene phonetische Form, ü b e r g e t r a g e n. S. 51 in d. Anm. soll nach El-Ferrür bedeuten: „eine Schrift lesen und ordnen ein Mal nach dem andern". Abgesehen von der Unklarheit und Unangemessenheit des Gedankens, könnte das Ordnen einer Schrift nicht durch das im Texte stehende tedbir, sondern nur durch lei'lib oder tanz bim ausgedrückt werden. Die Sprache sowohl als die Sache selbst verlangt den Infinitiv der fünften Form, tedebbur: eine Schrift ein Mal nach dem andern lesen und durchdenken. Die Verwechslung dieser beiden Formen gehört zu den Lieblingssünden der Abschreiber. S. 52, Z. 12 ff-, glaubt Hr. St-. G-, „die offenbar mißverstandenen Stellen" Sur. 6, V. 105 und 157, durch Entlehnung der prägnanten Bedeutung von gesucht erklären, auf ihren wahren Sinn zurückgeführt zu haben, indem er die erste so übersetzt: „Und so wenden wir die Zeichen an, mögen sie immerhin sagen: Du erklärst gesucht, wir werden es schon vernünftigen Leuten auseinandersetzen", die zweite so: „Möchtet ihr doch nicht sagen: Die Schrift ist zwei Geschlechtern vor uns gesandt worden, wir aber wenden uns ab von ihrer gesuchten Erklarungsweise". Wenn irgendwo, hat Hr. Dr. G. hier selbst eine Derascha in dem von ihm verlangten Sinne geliefert, welche, wenn wir auch den sonst durch nichts bezeugten Uebergang jener Bedeutung in das 'Arabische als möglich zugeben wollten, doch in der ersten Stelle die Grammatik und in der zweiten noch außerdem den Zusammenhang gegen sich haben würde. Vielleicht wäre auch Hr. Dr. G. etwas zurückhaltender gewesen, wenn er gewußt hatte, daß die Lesart und Erklärung des fraglichen Wortes bei den Mohammedanern selbst auf eine Weise schwankt, welche Jedem erlaubt, sich statt des Gewöhnlichen, wenn es ihm nicht zusagt, etwas Anderes, immer noch innerhalb der Grenzen sprachlicher Möglichkeit Liegendes, auszuwahlen. So lesen Jbn-Kethir und Abu- "Amr nach Beidhawi du hast mit Andern (Juden und Christen) studier, d. h. Bücher gelesen und darüber disputirt; Jbn-^Amir und Jakub > sie (diese Koranverse) sind abgegriffen, d.h. ihrem