Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 8 (20.2.1841)
- Article
- Ueber das Arabische in Dr. Geigers Preisschrift
- Date
- 1841-02-20
- Page
- Spalte 97-98 (sequence 1)
- Language
- German
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MeratnrblaLt des Orient Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. ♦ M 8. Leipzig, den 20. Februar 1841. Uebcr das Arabische in Dr. Geigers Preisschrsst: Was hat Mohammed aus dem Judenthume ausgenommen? Von Professor Fleischer. — Der Aufruf S. Munk's an die jüdischen Gemeinden Egyptens, im arab. Original.. — Die Psalmüberfchnften in kritischer, historischer und archäologischer Hinsicht. Schluß. — Das Wohnen in den Zelten, ein Beitrag zur hedr. Archäologie, von L. V o d e ir h e i m e r, Rabb. in Hildes-Heim. — Lit. Ankündigungen. Üeber das Arabische in Dr. Geigers Preisschrift: Was hat Mohammed aus dem Judenthume ausgenommen? (Fortsetzung) S. 31, A. 3 ff. ist die Erklärung von Sur. 39, V. 24, aus dem in No. 5 dieses Blattes, Col. 53, Z. 16 ff., angegebenen Grunde nicht haltbar. Das Wort bezeichnet nach dem dort Gesagten nothwendig eine wechselseitige Aehnlichkeit der einzelnen Theile des Korans; ein äußeres Aehnlichkeitsverhältrnß zu älteren Offenbarungsschriften konnte nicht anders als durch die dritte oder vierte Form ausgedrückt sein. Wenn aber Hr. Dr. G. zur Empfehlung seiner Auffassung hinzufügt, daß es unbegreiflich wäre, wie Mohammed einen Vorzug seines Korans in den oft bis zur Ermüdung fortgesetzten Wiederholungen hätte suchen können, so ist darauf zu ecwiedern, daß diese logische Schwierigkeit, fände sie wirklich Statt, gegen die sprachliche Gewißheit immer nichts vermögen würde, daß sie aber völlig verschwindet durch die von Beidhawi gegebene Erklärung: Die Aehnlichkeit des Korans mit sich selbst (teschabuh - hu) ist die wechfelseitige Aehnlichkeit seiner Theile hinsichtlich ihrer unnachahmlichengöttlichen Vollkommenheit, ihrer harmonischen Anordnung, der Wahrheit ihres Sinnes und der in ihnen liegenden allgemein nützlichen Lehren. S. 39, I. 1 u. 2, ist der Sinn von durch die Erklärung: „daß die Araber ihre Worte von Frühern schon ausgesprochen nannten" zu sehr abgeschmackt. Das griechische iGvo^ia, als isthära oder usthiira zu den Arabern übergegangen, bekam bei ihnen den Nebenbegriff, welchen wir dem altdeutschen Mahre, noch bestimmter aber dem dafür gewöhnlichen Verkleinerungs- Worte Mahrchen beigelegt haben. Beidhawi zu Sur. 6, V. 25, sagt geradezu: el asäthir el-abälliii, Asathir sind Unwahrheiten; so daß der Ausdruck: die Mähren der Frühern, nicht eben weniger bedeutet, als der von Hrn. Dr. G. selbst damit verbundene: alte Verdrehungen, ifk qadirn. Nur aus Geschmacksgründen also protestiren wir gegen das „alberne alte Zeug", welches uns Hr. Dr. U llmann an der angeführten Stelle als Uebersetzung von asäthir el-avvwalin auftischt, so wie gegen das allerdings noch pikantere „ aufgewärmte tolle Zeug" Boysens und Wahls. S. 45, Z. 8 v. u„ hätten die Worte: „wenn nicht etwa immer noch das alte Wort vorschwebtt", als muthmaßliche Erklärung des männlichen Geschlechtes von (n^n) wegbleiben sollen, weniger deswegen, weil jerws hebräische Wort selbst zwischen beiden Geschlechtern schwankt, als aus dem noch von keinem unserer Grammatiker bestimmt und allgemein ausgesprochenen Grunde, daß die aus dem Hebräischen oder vielmehr Aramäischen entlehnten Wörter auf nt im Arabischen durchgängig Masculina sind. Was also Hr. Dr. G. mit feinem Takte als zweite Möglichkeit hlnzufügt: „daß diese Endung, als dem Arabischen fremd, in demselben auch keine Geschlechtsbestimmtheit habe", das war in schärferer Fassung als einzig gültige Erklärung jener Erscheinung aufzustellen. Bon der Identität dieses Ausgangs-T mit ihrer eigenen Feminmendung mögen die Araber nie eine Ahnung gehabt haben. Ihre Grammatiker nehmen für 8