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Der Orient · 1841-02-13 · 7 (13.2.1841) · p. Spalte 83-84

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
7 (13.2.1841)
Article
Die Psalmüberschriften in kritischer, historischer und archäologischer Hinsicht
Date
1841-02-13
Page
Spalte 83-84 (sequence 2)
Language
German
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83 Die Psalmüberschriften in kritischer, historischem und archäologischer Hinsicht. Zweiter Abschnitt. 84 zwischen den Verfolgungen durch Saul oder der durch Äbsalom. Wir ziehen die letztem vor, da wir glauben, daß David und sein Haus erst nach seiner Thronbesteigung den Bcnjaminiten, aus deren Stamm Saul gewesen (1 Sam. 9, 1), so verhaßt geworden. Und wer denkt nicht bei dieser Ueberschrift an den Benjaminiten Schim'i (2 Sam. 16, 5), welcher den vor Absalom fliehenden David bei Bachurim mit Spottreden und Steinwürsen verfolgte? Und wie könnte sich nicht auch jetzt noch jemand veranlaßt glauben, der Gemüthsstimmung Davids, wie sie in jenem Augenblicke beschaffen sein mochte, die Worte dieses Psalnus zuzuschreiben. Vgt. 2 Sam. 16, 7 und 8, mit ap. 7, 4 und 5. ty* 18) 1. „(Von dem Diener des Ewigen, David,) welcher sagte dem Ewigen die Worte dieses Liedes, am Tage, da ihn errettet hatte der Ewige von der Hand aller seiner Feinde und (besonders) von der Hand Sauls". Wie schon einmal bemerkt worden, ist diese Ueberschrift aus 2 Sam. 22, 1 entnommen. Wahrscheinlich ist der Sinn derselben so zu fassen, daß David diesen Psalm auf eine festliche Feier gedichtet, die er zum Dank für Errettung aus so vielen Nöthen angestellt. Raschi bemerkt daher sehr richtig zu 18, 1. "OH DHrD büi mnx b by TDy j derselbe zu 2 Sam. 22, 1. nfeiD b'Oi r>nns b by royvr Tßb inupT nyb Daß Saul, der eigentlich schon unter dem allgemeinen Ausdruck totn b begriffen, noch besonders genannt wird, schreibt derselbe Kommentator nicht weniger richtig dem überwiegenden Vechaltniß der Saul'schen Verfolgungen zu, und vergleicht damit Jos. 2, 1. 2 Sam. 2, 30 (?). 1 Kön. 11, 1. ip. 34, 1. (Von David) „als er seinen Sinn verstellte vor Abimelech, und dieser ihn vertrieb und erging." Der (sehr junge) Psalm wird vom Ueberschreiber auf die Begebenheit 1 Sam. 21, 11 — 16 bezogen, jedoch heißt an letzterer Stelle der König der Philistaer Achisch, nicht wie in der Ueberschrift Abimelich. Dieser Widerspruch löst sich durch die Annahme, daß die Könige der PhiUstaer alle Abimelech (wozu Gesenius das persische sL&ob Padischach, Vater des Königs, vergleicht) geheißen haben, wie die der Egypter: Facao (so schon Raschi). In der That kommen in der Genesis (20, 2. 21,22. 26,1) mehre Könige der Philistaer vor, die zu verschiedenen Zeiten gelebt haben müssen, und doch alle Abimelech heißen. Jndeß laßt sich aus dieser Differenz vielleicht schließen, daß der Verfasser der Ueberschrift nicht unsere Bücher Sam. vor sich hatte, oder wenigstens noch andere Quellen benutzen konnte, da die Uebereinstinamung des Ausdruckes: WM nN sich wahnsinnig stellen, der nur hier und 1 Sam. 21, 14 vorkommt, doch auf eine Bekanntschaft mit dm Büchern Sam. hinzudeutm scheint. ipr 51, 2. (Lied Davids) „als zu ihm kam der Prophet Natan, da er gekommen war zur Datscheba." Vgl. 2 Sam. 11, 12, Die Ueberschrift lehrt uns nichts Neues; ob sie nach den Büchern Sam. verfaßt, oder aus dem Gedachtniß citirt sei, läßt sich nicht entscheiden. Der Ueberschreiber scheint aus v. 16 conjecturict, dabei aber v. 20 u. 21 übersehen zu haben. ip. 52, 2. (Lied Dcwid's) „als Doeg, der Edomite, kam und dem Saul anzeigte und ihm sagte: David ist in das Haus Abimelechs gekommen". Vgl. Sam. 22, 9. Doeg, ein Edomite, Aufseher der Heerden Saul's, befand sich zufällig in Nobe als David von Abimelech, dem (Hohe-?) Priester, gastlich ausgenommen wurde. 1 Sam. 21, 8. Was Doeg dort für ein Geschäft gehabt, ist aus dm Worten 'n \ib N»rri nicht ganz deutlich zu entnehmen. Als bald daraus Saul sich beklagte, daß ec von allen seinen Dienern vecrathen wurde, suchte Doeg seine Treue gegen Saul dadurch an dm Tag zu legen, daß er den Achimelech wegen der an David geübten Gastfreundschaft anklagte. (1 Sam. 22.). Die Folge davon war, wie bekannt, die Ermordung von 85 Priestern, welche Greuelthat aber nur der Nichtisraelit Doeg zu vollbringen im Stande war. — Die Psalmüberschrist bietet kein neues Moment, verräth aber ihre Jugend in Beziehung auf die Bücher Sam. dadurch, daß sie ‘»dhn und „inti plene schreibt (wie die aramaisirende Form ,m im Ketib 1 Sam. 22, 16. 22), wahrend 1 Sam. 21, 8. 22, 9. 22 'DIN und 21, 8. 22, 9. .INH steht. Zu bemerken ist, daß die LXX. überall statt b^nrN — ■pD'OX lesen, wie man auch 1 Ehr. 18, 16. b0^** statt b^HN1 2 Sam. 8, 17 liest. ip. 54, 2: (Lied David's) „als die Sisim kamen und zu Saul sagten: Sieh, David verbirgt sich bei uns." Wörtlich entnommen aus 1 Sam. 23, 19 mit dem Unterschiede, daß o^T hier mit v 1 Sam. trpT ohne ■» geschrieben ist. Sif war eine Stadt im Mlichen Theite des Stammes Juda (Jos. 15, 55), nah beim Karmel, nach Enseb. 8000 Schritt von Chebron. Bei Josephus Lang. 8, 3 heißt sie Zicpa, und im Gebiete derselben Lag noch die Stadt Heavy (ntnn, nmn? vgl. Jost 15, 25. 38 Ant. 6, 14. — Von der Stadt Sif bekam dann der dabei Liegende Theil der Wüste (thd) Juda den besonderen Namen ssl -ins (1 Sam. 23, 14. 15). — Die Begebenheit selbst, worauf die Psalmüberschrift hindeutet, wird Ln dem ersten Buch Sam. zweimal erzählt. 1 Sam. 24 und 26. Zweimal nämlich kommen die Sisim, um Saul cmzuzeigm, daß sich David bei ihnen verborge. Es fragt sich nun, ob diese Begebenheit auch wirtlich zweimal vorgesallen ist, oder ob sie nur nach zwei verschiedenen Relationen erzählt wird. Nun dürste es in der That auffallen, daß bei dem zweiten Male, da die Sisim kommen, weder sie noch Sau! der ersten Anzeige auch nur durch ein Wort (Hy) Erwähnung lhuu > daß Saul, der cbm erst von David beschämt worden war,

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