Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 7 (13.2.1841)
- Article
- Die Psalmüberschriften in kritischer, historischer und archäologischer Hinsicht
- Date
- 1841-02-13
- Page
- Spalte 81-82 (sequence 1)
- Language
- German
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Hrteraturblatt des Orients. Berichte, Sludien und Kritiken für Mdrsche Geschichte und Literatur. M V. Die Psalmüberschriften in kritischer, historischer und archäologischer Hinsicht. Zweiter Abschnitt. — Lit. U ebersichten. Ueber das Memoire, bezüglich auf den Ursprung unserer Ziffern, von Sarfati. Schluß. — Die Prophetenlegenden des Islam, aus dem Arabischen des Ab der rahm an Best am i übersetzt von Dr. Wetzstein. — Lit. Analekten. Bemerkung über eine phönicische Inschrist von L. L. — Einfluß des physischen Menschen auf den historischen, von Theophil. — Bemerkungen und Antworten. — Lit. Ankündigungen. Leipzig, den 13. Februar L841. Die Psalmüberschriften in kritischer, historischer und archäologischer Hinsicht. Zweiter Abschnitt. Der zweite Theil unserer Abhandlung beschäftigt sich mit den Psalm Überschriften, in wiefern sie Beitrage zur Geschichte der Israeliten liefern, mögen diese auch so gering sein, wie es sich von vereinzelten Notizen erwarten laßt. Unser Stoff zertheilt sich hier, wie schon oben angedeutet worden, in zwei Parthieen; nämlich in diejenigen Ueberschriften, die blos Namen von Männern enthalten, und in die, welche historische Data liefern, fjp Aus Gründen, die später klar werden sollen, betrachten wir hier die nav s£o%f]v historisch genannten Ueberschriften zuerst. Es sind deren im hebräischen Texte dreizehn, wovon vier auf das erste Buch, acht auf das zweite, eine auf das fünfte kommen; sie beziehen sich sammtlich auf das Leben David's, und stehen also nur bei solchen Ueberschriften, wo schon David's Name mit oder ohne sonstige Zugaben genannt ist. Wir geben sie hier nach der Ordnung, welche sie in den Psalmbüchern befolgen, indem wir bei bekannteren Begebenheiten nur die Parallelstellen aus den Geschichtsbüchern (BB. Sam. und Ehr.) citiren, etwanige Abweichungen ins Licht zu stellen, vorzüglich aber über die Quellen, deren sich die Ueberschreibec bedient haben können, und in Folge dessen über das Alter, das dieUeberschristen in Anspruch zu nehmen haben, ins Reine zu j-ommen suchen. Weniger in Betracht kommt hier der Amstand, ob der Psalm wirklich auf die in der Ueberschrist gedachte Begebenheit sich beziehe oder nicht, da wir das Allgemeine darüber schon in dem ersten Abschnitte gesagt haben; das Einzelne anzugeben aber Sache der Psalm-Kommentare ist. Die historischen Ueberschriften werden gewöhnlich unmittelbar an David's Namen (nur in den vier Michtam - Psalmen 56, 57, 59, 60 steht ein Wort dazwischen) angeschlossen, indem die Erzählung durch den Infinitiv mit 2 eingeleitet, und nötigenfalls das Folgende durch das verdum finit uin mit ) convers«, angereiht wird; nur ip. 7 und 18 geschieht der Anschluß durch -W, in welchen beiden Fallen das historische Datum ' sich mehr aus das Lied, als auf David bezieht. i/-. 3, 1: (Lied David's) „als er floh vor Absalom seinem Sohne." Die Begebenheit ist bekannt; vgl. 2 Sam. 15—19. Der Ueberschreibec scheint an die Nacht (v. 6) gedacht zu haben, welche dem Schlachttage vorausging, da David durch die Boten des Chuschcmauf die Gefahr aufmerksam gemacht wurde, der er sich aussetzte, wenn er nicht über den Jordan ginge (v. 2. 7.) 2 Sam. 17/ 21. 1p. 1, 1: (Schigajon David's,) „welches er sang dem Ewigen wegen der Worte Kusch, des Jeminiten." Wer dieser Kusch gewesen sei, läßt sich aus den uns gebliebenen Geschichtsbüchern nicht ermitteln, indem in denselben kein Kusch aus dem Stamme Benjamin, (der noch dazu gleichzeitig mit David gelebt) vorkommt. Der Ueberschreiber scheint also Quellen gehabt zu haben, die uns verloren gegangen sind, und uns bleibt nichts übrig, als Vecmuthungen anzustellen, mit welcher uns bekannten Begebenheit diese Ueberscheist in Beziehung stehen könne. Auf eine der vielen-Verfolgungen , die David zu erdulden hatte, wurde offenbar der Psalm von dem Ueberschreiber bezogen, und man hat nun die Wahl 7