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Der Orient · 1841-02-06 · 6 (6.2.1841) · p. Spalte 69-70

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
6 (6.2.1841)
Article
Ueber das Arabische in Dr. Geigers Preisschrift
Date
1841-02-06
Page
Spalte 69-70 (sequence 3)
Language
German
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Professor Fletschen: Ueber das Arabische in Dr. Geigers Preisschrift. 7« 69 Annahme schwer erklärlich ist, unter den Juden selbst, Sur. 2, V. 73: Andere von ihnen (als die vor- und nachher naher bezeichneten schriftverdrehenden Rabbinen) sind Ummijjnn, welche die Schrift nicht kennen, sondern nur willkürliche Annahmen, und die nur Meinungen haben. Au den Worten: welche die Schrift nicht kennen, bemerkt Beidhawi: d. h. entweder die im Allgemeinen Geschriebenes nicht verstehen, und daher das Gesetz nicht studiren und sich von seinem Inhalte nicht genau unterrichten können; oder die insbesondere das geschrieb en e G esetz nicht kennen. Da nun aber die heidnischen Araber gar keine Offenbarungsschrift hatten, so werden sie im Gegensätze zu Juden und Christen schlechthin Laien genannt, oder vielmehr mit diesem allgemeinen Ausdrucke der Natur der Sache nach zunächst bezeichnet, Sur. 3, V. 19: Sage denen, welche die Schrift bekommen haben, und den Laien rc., d. h. nach Beidhawi, denen, die keine Offenbarungsfchrift haben, wie die polytheistischen Araber. Auch von den Juden laßt der Koran sie so nennen, Sur. 3, 23. 69: D as bei nun, weil sie (einige der Schristbesitzer, d. h. nach der von den Auslegern beigebrachten geschichtlichen Veranlassung, Leute wie der Jude Pinhas Ben-Azura, oder die Juden überhaupt) sagen: Wir sind hinsichtlich der Laien unangreifbar, d. h. nach Beidhawi, wir unterliegen hinsichtlich unsers , Verfahrens in Handel und Wandel mit denen, welche weder eine schriftliche Offenbarung, noch unsere Religion haben, keinem Vorwurf oder Tadel. Im gewöhnlichen mohammedanischen Sinne aber ist Umma nicht sowohl der Inbegriff der Laien im Gegensätze zu den Gottesgelehrten und Geistlichen, als die Gesammtheit der Bekenner einer Religion im Verhältnisse zu dem Religionsstifter und den positiven Normen des Glaubens und Lebens; daher oft: der Prophet und seine Umma, oder wie Beidhawi zu Sur. 2, V. 37: Es läßt sich vielleicht sagen, mancher Fehltritt werde wohl der Umma, aber nicht den Enbija (den Propheten) erlassen, ihrer hohen Stellung wegen. Aber auch der Unglaube und die Irreligiosität haben ihre Umma, weswegen Beidhawi zu Sur. 2, W. 209, bemerkt, jene Stelle: Die Menschen waren eine einzige Umma, könne ebensowohl ihre Einigkeit in der wahren Religion, als ihre Übereinstimmung in Thorheit und Unglauben bezeichnen. Eine allgemein politische Bedeutung hat Ujo! in der auch von $tn. Dr. G. S. 164 bemerkten Stelle Sur. 7, V. 159, als erklärende Apposition von UsUJ, den jüdischen zwölf Stammen: Körperschaften mit besondern Vorstehern, Instituten rc. So konnte das Wort auch auf die Thiergeschlechtec angewendet werden, insofern sie gemeinsamen Naturgesetzen oder, wie die Bienen, noch überdies besondern Anführern folgen; s. Ahulf. anteisl. S. 148, Z. 1 und 2, und Sur. 6, V. 38: Es ist kein Gethier auf der Erde und keinGevögel, mit seinen Fittigen fliegend, die nichtUmam (Gemeinden) waren gleich euch^); wiewohl Beidhawi diese Gleichheit darin findet, daß Gott die Thiere, wie die Menschen, in ihren Zustauden erhalte und ihren Lebensbedarf so wie ihre Lebensdauer von Ewigkeit her vorausbestimmt habe. S. 51, Z. 1—6 wird als Vermuthung hingestellt, Mönche, eigentlich Gottesfürchtige, wie das romanische religiosi, religieux, Sur. 5, V. 85, bedeute überhaupt Kleriker, und sei nicht von sondern vom syrischen raboje (rabc, rabone?), L ehrer, wie das dabei stehende vom syrischen fjaschischoje (qaschische?), Aelteste, abzuleiten» Am Letzteren wird niemand zweifeln; das Elftere aber verstößt nicht nur gegen alle etymologische Wahrscheinlichkeit ( — weswegen sollten die Araber das fyr. rabone durch ein eingefchobenes h verfälscht haben, das hebr» rabbanim aber in nicht? —), sondern auch gegen den sichern Sprachgeorauch, der noch heutzutage für Mönch kein anderes Wort hat, als rahib, Pft rubban. Aber auch der Koran selbst bestätigt diese Bedeutung durch Sur. 57, V. 27: Wir haben in die Herzen derer, welche ihm (Jesu) gefolgt sind, Milde und Erbarmen gelegt, Mönchthum aber (rahbanijja) haben sie selbst erfunden, — wir haben es ihnen nicht vorgeschrieben, — sondern aus Trachten nach Gottes Wohlgefallen (haben sie es erfunden); doch haben sie's nicht beobachtet, wie es beobachtet werden sollte. Dazu sagt Beidhawi: Kahbanigia ist angestrengte Ausübung des Cultus und der A s c e s e, verbunden mit völliger A b so n d erung von den Menschen. Das Wort ist butch das Relations-I abgeleitet von rahbäu, d. h. der sehr Fürchtende, vom Zeitwort rahib a, wie chas ch j än von b cm (gleichbedeutenden) chaschija. Andere lesen inbbanigg'a, als ob es v o n i' u ii b a n, Plur. von ra h i b, wie rnkban, Plur. von raklb, abgeleitet wäre» Dasselbe deutliche Bewußtsein von der Verschiedenheit der unmittelbar im Dienste der Kirche stehenden Geistlichkeit und des zu ascetischer Selbstvervollkommnung von der Welt abgeschiedenen Mönchstandes zeigt sich, die 2) Wie Hr. Dr. U 11 m a n n, der neuste Koranübersetzer, diese Stelle ft wicdergeben konnte: ,,Dieses Volk gleicht dem Thiere (sie) auf der Erde und den Vögeln, die mir ihren Flügeln sich ftrtbewegen'h würde unbegreiflich fein, wenn ihm nicht, wie auch die Anmerkung sagt, Augusti darin vorangegangen wäre. 6*

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