Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 6 (6.2.1841)
- Article
- Ueber das Arabische in Dr. Geigers Preisschrift
- Date
- 1841-02-06
- Page
- Spalte 67-68 (sequence 2)
- Language
- German
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67 Professor Fleischer: Ueber mäßig früher erfolgte gelehrte Mxicung bei weitem fester normirt ist. S. 20, I. 15 „für Die> welche Unrecht haben, brauchst du dich nicht zu streiten" statt: sei kein Streiter für die Unredlichen, d. h. nimm nicht für sie gegen die Redlichen Partei. Diese durch die Grammatik gebotene streng imperative Fassung ist um so unerläßlicher, da sich die Tendenz dieser Stelle nach der bei Sale angegebenen geschichtlichen Veranlassung mit jener comessiven Halbheit nicht vertragt. Wie auch anderwärts, bringt Mohammed hier die Forderungen seiner Eigenliebe dem Interesse seiner Glaubwürdigkeit zum Opfer: er läßt sich wegen einer Ungerechtigkeit, die er zum Vortheile eines befreundeten Arabers gegen einen Juden zu begehen im Begriffe gewesen war, von Gott einen Verweis geben, sich Aehnliches für die Zukunft verbieten und ein Gebet um Vergebung jener Willenssünde verschreiben. — In der Anmerkung zu Z. 6 drehen die Worte: „um sich an die Juden anzuschließen" das im arabischen Texte gegebene Verhaltniß zum Nachtheile des Sinnes um, wahrscheinlich weil Hr. Dr. G. nicht bemerkte, daß J hier nur den Objectsaccusativ verstärkt: um die Juden mit sich zu befreunden, um sie für sich zu gewinnen. S. 22, K. 1 d. Anm. ist statt des mit einem Fragezeichen begleiteten zu lesen <jt: wenn die Schriftbewahrec zu euch reden. Der Satz Z. 3 ist mißverstanden, weil die Regel übersehen wurde, daß das verbietende nicht im Arabischen unter allen Umstanden 3 ist, pJ aber blos verneint: Ist es falsch (was sie sagen), so gebt ihr ihnen auf diese Weise nicht Recht, und ist es wahr, so straft ihr sie nicht Lügen. S. 2? und 28 giebt H. Dr. G. der Bedeutung Don eine Wendung, die ich nicht billigen kann. Er, meint, bedeute von dem Standpunkte der Juden und der ersten Moslemen aus eigentlich das große Volk, unter welchem sie ein kleines Häuflein bildeten, d. h. die heidnischen Araber, so viel als RLUfcbM P, und daher nenne sich Mohammed, als aus diesen hervorgegangen, einen ^lot , oder sage, Gott habe ihn gesandt ^uyo!)H ganz ohne Beziehung aus Bildung oder Nichtbildung. — Es ist bekanntlich um so schwerer, den Begriff eines fremden Wortes richtig zu fassen, je weniger die Sprache, in welcher man zunächst denkt, ein ihm entsprechendes dcwbietet, welches denselben geistigen Eomplex unmittelbar vergegenwärtigt. So 1) Nicht wie hier unb S. 57, Z. 16, geschrieben ist; s. Sur. 3, V. 148, Sur. 5, V. 55, Sm'< 33, V. 33, Sur. 18, B. 26. 68 gieltt es auch für jenes arabische Wort in unfern europäischen Sprachen, so weit sie mir bekannt sind, kein Äquivalent; unser Volk ist für den Begriff von Rx>t theils zu weit, (Heils zu eng, und mit den lateinischen populus, gens, natio kommt man eben so wenig aus. Das noch gar nicht zu rechter Anerkennung gelangte Hauptmoment in jenem Begriffe liegt in dem Gegensätze, welchen das Wort, insoweit es active, nicht passive Bedeutung hat, zu seinem Correlate pUoüH bildet. Es bezeichnet, sagen die arabischen Lexikographen, im Allgemeinen eine RäUä», eine Gesamnrtheu von Individuen; dazu kommt aber nach der Ableitung und Gebrauchsweise des Wortes nothwendig die einschränkende Bestimmung, daß diese Individuen in irgend einer Beziehung einem gemeinschaftlichen oder einer Rxü in passiver Bedeutung folgen, sei dies nun selbst ein Individuum, — ein Fürst, Prophet, Priester, Lehrer, Sectenstister, oder eine Sache, — ein natürliches oder positives Gesetz, demgemaße Einrichtungen und Gebrauche, die Kanons und Lehrsätze einer Kirche, Schule, Secte, ein oberster leitender Grundsatz oder ein concretes Muster für Glauben und Leben. Statt eines persönlichen Im um kann eine Umma natürlich auch mehrere haben, ohne daß dadurch die Sache geändert wird. Vielleicht wäre Gemeinde, mit einer Erweiterung seiner gewöhnlichen Bedeutung, noch das zum Ausdrucke jener Begriffsfülle passendste Wort, um so mehr, da es zu gemein ziemlich in demselben Verhältnisse steht, wie R-os zu d. h. einer aus der Gemeinde, ein gemeiner Mann, insofern diese gemeinen Leute den durch Rang, Macht, Einfluß und höhere Bildung ausgezeichneten Häuptern und Führern," den Jrnüm's, entgegenstehen. Giebt also die gewöhnliche, von Veidhawi zu Sur. 7, W 156, wiederholte Dest'uition: Ummi ist derjenige, welcher weder schreibt, noch liest, nicht deu Begriff selbst, sondern nur ein Merkmal desselben, so ist doch diese, auch in dem i Eliterate, u ngelehrt rc. unserer Koranübersetzer liegende Erklärung insofern ganz richtig, als eben nur die damalige Aristokratie der arabischen Städte jene Grundlagen höherer Bildung als Gemeingut besaß. Hr. Dr. E. selbst war auf dem besten Wege zu dem rechten Gesichtspunkte, da er S. 28 in der Anmerkung sagt, pu\n üxj deure auf ein ähnliches Verhaltniß hin, und S. 50 diesen Ausdruck mit dem Aoros, Xcä’xol der kirchlichen G ca ec i tat vergleicht. Nun en thalten aber irr der Thac diese Worte, im Gegensätze zu xlfjgog, xbjgixol, denselben Begriff, welchen 2u>f und ^JLcf, dem pLcf, R^jf gegenüber, mit in größerer Allgemeinheit ausdrücken. Und so hat man auch schon das aus Icäxog gebildete Laie passend zur Wiedergebung von Ummi benutzt. Solche Laien gab es nun natürlich, was nach der Geigerschen das Arabische in Dr. Geigers Preisschrifft