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Der Orient · 1841-02-06 · 6 (6.2.1841) · p. Spalte 71-72

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
6 (6.2.1841)
Article
Ueber das Arabische in Dr. Geigers Preisschrift
Date
1841-02-06
Page
Spalte 71-72 (sequence 4)
Language
German
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*71 Prof. Fleischer: UebepdasArabischein Dr. Geigers Preisschrift. Das ersteTagsiebent v.Musafia. 72 Richtigkeit bec Ueberlieferung vorausgesetzt, in dem Ausspruche Mohammeds: La rahbänijja fiM-is- 1 äm? Es giebt kein Mönchthum im Islam. So stehen also 6l-qi88i8un und el-ruhban als Welt- und Ktostergeisttiche, als die beiden Theile, Ln welche der Klerus der morgenländischen christlichen Kirche zerfallt, sich wechselseitig ausschließend, neben einander. . Denn wie aus TCQeaßvrsQog, presbyter, unser Priester entstand, so wurde das jenem entsprechende qaschisch, qissis, qass, in Folge der ursprünglichen einfachem Verfassung der christlichen Kirche (s. Win er's Bibl. Realwörterbuch u. d. W. Bischofs) der allgemeine Ausdruck für Weltgeistlicher, und es ist nur eine spätere Begriffsvermifchung, wenn Perser und Türken das aus qaschisch verdorbene keschisch vorzugsweise von Klostergeistlichen gebrauchen.. (Fortsetzung folgt.) Probe einer etymologisch.-lexikographischm Übersetzung des erster; Tagsrebents des (Schluß.) Sechster Tag. Den sechsten belebtest du die Lebendigen, die lebenden Thiere, das lebenslustige Wild, das vernunftlose Zahmvieh und Feldvieh mit seinen beugsamen Unterschenkeln, seiner hervocstehenden Brust, dem starken Fettschwanz und wedelnden Schweif. Es bekam seine Hörner und spaltete seine Klauen das stößige Ackervieh, das Kalb, der Farre, das zahme Rind, der Stier, der Wald- oder Auerochs, der rothhaarige Büffel und das feist gefütterte Mastvieh, welches wiederkaut im Maststall, an den Tränken und Rinnen, und brüllt in den Stallen, an dm Raufen und Futtertrögen. Es weideten und hüteten ab die Wiesenstur Heerden und Abtheile - des Klein- oder Hausviehs, das Schaf, das Hammel¬ und Kalber-Lamm, blühende Lämmlein und Schäfchen, der Stähr, der hörnerstarke Widder, Mutterschafe und der jüngste Anwuchs der Wollenheerde; das saugende Zicklein, der geile Geißbock, der zottige Ziegenbock, der Harmel, der Leitbock; Ziegen, der Steinbock und milchende Gemsen. Jhre ^weiße Milch laßt gerinnen der Viehzüchter zu Labkafe, Käsekugeln, Quarg, Butter und Buttermilch. Es schrieen laut aus das junge Hirschkalb die rüstigen Hirsche und die holden, reizenden Gazellen, die hüpfende Antilope, das hochhörnige Einhorn, der galoppirende Giraffe und der Dachs. Es erhoben ihr Gebrüll, ihr Gedröhn, ihr Geschrei, der noch saugende der jugendlich-kräftige, der starkmuskelige, der donnerstimmige Löwe, der Leu und die Löwin, der isegrimmige Wolf, der langsam schleichende Bär, der scheckige Parder mit seinen Blutstecken. Es bellte der kläffende Hund, das schenkelumgürtete Windspiel, wüstenbewohnende Zijim, pfeifende Iltisse, heulende Thos, hurtige Affen, nachtwandernde Hyänen. Es wurden laut das Schwein, der grasrupfende Hase, das Kaninchen, das grubenwühlende Wiesel, die Maus, der ankende Igel, der wispernde Maulwurf, der höhlengrabende Schagal. Es trabte daher mit stampfendem Huf das Susa-Roß, die schlanke Stute, der behende Zuchthengst, das schnellfüßige Eselfüllen, der röthliche Esel, die Eselin, der ungebändigte Waldesel, der behende Kulan (Onager), die Kameelfohlen und die Kameele mit ihrem Höcker; die Maulthiere, Bastarde der Esel und der Stuten; die Dromedare die man nun schirrt, denen man die Mäuler sperrt mit Zaum und Trense, die man bepolstert mit Sattel und Sitzpolster am Naderfuhrwerk, an Sänftewagen, an rollenden Carroffen und Rüst-Wagen. Du vollendetest und bewerkstelligtest den Organismus des Erdgebornen, des Menschen, des starken, des wehrhaften Mannes, in fehlloser Vollkommenheit, und machtest ihn dir gleichförmig, nach deinem Bilde, deiner Wesenheit, deiner Aehnlichkeit. Du überhülltest sein kunstreich gewobenes Fleisch, die weiche Masse, mit Haut, dem zellwebigm Ueberzug; härtetest seine Gebeine, die umhäuteten Knochen; fülltest und schwelltest seine verketteten Nerven und seine sich verästenden Adern mit dem pulsenden Blute, und stelltest mit schöpferischer Erfindungskraft die zierlich geschnitzten Theile seines Körpers, die ineinander verzweigten Glieder, dar — das hohe Haupt, den abgerundeten Schädel mit dem Scheitel und dem starrenden Haar, dem ineinander gerollten Gehänge, den blumenglänzigen Fransen, dem flatternden Fadenwerk, den dichten Ringeln, den gekräuselten Enden, den verschlungenen Flechten, den herabwallenden Locken; das nach vorn gewandte Gesicht oder Antlitz mit der umlichteten Stirn, dm dünnen Schlafen, der Wange, den Lefzen, umgeben vom deckenden Oberlippenbart und keimenden Kinnbact; die wimpernden Augenlieder mit den bogenförmig hervorragenden Brauen — die Augen mit der zurückstrahlenden Pupille, dem gehöhlten Sehloch, um zu schauen, zu sehen, umherzuspähen; um anzublicken, wahrzunehmen, zu betrachten, zu beaugenscheinen; um hervorzublinken, fernhinzuguken, und weithin zu besichtigen, mit denen der Beäugende gewahrt das Aussehen und die Farbentinktur der Dinge: weiß, röthlichweiß, blendendweiß; brandschwarz, glutschwarz, erdfahl; mischroth, blutroth, hochroth, hellroth, lichtroth, a l k o h o t färben, purpurstoffroth, purpurhochroth, kermeswurmroch, kokkusroth, scharlachen;

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