Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 6 (6.2.1841)
- Article
- Ueber das Arabische in Dr. Geigers Preisschrift
- Date
- 1841-02-06
- Page
- Spalte 65-66 (sequence 1)
- Language
- German
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Meralnrblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. M G. Leip zig, den 6. Februar 1841. Ueber das Arabische in Dr. Geigers Preisschrift: Was hat Mohammed aus dem Jndenthume ausgenommen? Beurtheilt von Prof. Fleischer. — Probe einer etymologisch-lexibographischen Uebersetzung des ersten Lagsi'ebents von Musafia. — Lit. U e L e rsi ch t e n. Ueber den Ursprung unserer Ziffern. — Hat die Kanzelberedsamkeit die Ironie zu verbannen? Eine Homilet. Frage von Dr. Philippson. — Lit. Ankündigungen. Ueber das Arabische in Dc. Geigers Preisschrift: Was hak Mohammed aus dem Judenthume aufgenommeu? (Fortsetzung) In derselben Zlnmerkung bedeutet nicht „die Lehre der Moslemen", sondern die Kunden d. M., d. h. die Nachrichten über das von und bei ihnen Geschehende, oder dieses selbst, insofern es Gegenstand der Nachrichten ist,— dieselben beiden Bedeutungen, welche sich in dem arabischen und dem deutschen Geschichte, hier nur m umgekehrtem genetischen Verhältnisse, vereinigen. S. 13. A. 7 verlangt die Grammatik (de Sacy Bd. 2, §♦ 702) im Anfänge des Nachsatzes vor yfc die Conjunction o, welche auch in allen meinen Handschriften steht. In der Uebersetzung dieser Stelle hat Hr. Dr. Geiger das A. 5 als verstärkte Verneinungspartikel gefaßt: „Bewahre, daß es so sei wie ihr sprechet"; aber in der Verbindung mit J ist immer Bedingungspartikel (z. 85. Sur. 2, V. 114 u. 140, Sur. 3, V. 151 und 152, vgl. mit de Sacy Bd. 1, h. 1117), worauf wi nach dem oben Angeführten den Nachsatz einleitet: Fürwahr, wenn es ist, wie ihr sagt, so sind sie keine Feinde, weil Gott nicht zwei sich befeindende Engel die höchsten Ehrenplätze neben seinem Throne einnehmen lassen würde. Omac widerlegt also die Juden durch Aufdeckung des Widerspruchs zwischen ihren beiden Behauptungen. Die Verstärkung des verneinenden wird nie anders als durch die Voransstellung von Lo bewirkt (de Sacy Bd. 1, §. 1140). S. 15, A. 5 v. u. ist in das aller meiner Handschriften zu verwandeln: Gott ist so arm, daß er ein Daclehn verlangt! Um einen erträglichen Sinn zu erhalten, hat sich Dr. G. genöthigt gesehn, das Wort, wenigstens annäherungsweise, als Bedingungspartikel zu fassen: „Gott ist wohl arm, wenn er ein Anlehn verlangt"; aber es bleibt seiner natürlichen Bedeutung stets getreu, würde also hier mit dem folgenden Praeteritum den unpassenden Gedanken geben: zu der Zeit, da er ein Darlehn verlangte oder verlangt hat. Ucdrigens werden und von den Abschreibern häufig verwechselt. -— Z. 4 v. u. ist nach allen meinen Hdfchrs vor das in der Uebersetzung ausgedrückte JUj wiederherzusteillm und sJLCä in slXw Zu verwandeln: Darauf verklagte er ihn bei dem Gesandten Gottes. Allerdings bedeutet JXw die Füße eines Thieres zusammenkoppeln oder wenigstens einen seiner Füße an einen Strick, Riemen u. dergl. befestigen; aber diese Bedeutung zu der des Bmdens, Fesselns, zu verallgemeinern, erlaubt der Sprachgebrauch nicht, und Hm. Dr. G's. Uebersetzung: „führte ihn darauf gebunden zu Mohammed" liefert ein Beispiel desselben Fehlers, welcher so häufig in der alttestamenüichen Exegese begangen wird: der willkürlichen Modisicirung und Anwendung einer wahren oder erdichteten etymologischen Grundbedeutung zum Behufs einer für nöthig erachteten Erklärung; nur daß sich die Grenzen des sprachlich Wirklichen und Möglichen für das Althebraische in der That nicht mehr so scharf ziehen lassen, wie für das Altarabische, dessen Beurtheilung und Behandlung durch eine reichere Literatur und vechaltniß- 6