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Der Orient · 1841-01-30 · 5 (30.1.1841) · p. Spalte 51-52

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
5 (30.1.1841)
Article
Ueber das Arabische in Dr. Geigers Preisschrift
Date
1841-01-30
Page
Spalte 51-52 (sequence 2)
Language
German
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51 52 Professor Fleischer: Ueber das Arabische in Dr. Geigers Preisschrift. zumal da er die Absicht, sie deutsch umgearbeitet und j erweitert herauszugeben, nicht nur offen aussprach, sondern zu diesem Zwecke auch, wie die Borrede dankend erwähnt, von Hrn. Dr. Frey tag literarische und andere Unterstützung erhielt. Sollten nun auch jene Mangel Hrn. Dr. Geiger selbst seitdem klar geworden sein, so hat er doch dem gelehrten Publicum noch nichts darüber mitgetheilt, und daher erlaubt sich der Unterzeichnete, in diesem der orientalischen Literatur gewidmeten Blatte folgende darauf bezügliche Bemerkungen niederzulegen, in der Hoffnung, eine ausgezeichnete und in ihrer Art Epoche wachende Schrift theils unmittelbar, theils mittelbar, durch Anregung des Verfassers zu eigener tieferer Begründung, der Vollkommenheit näher zu führen. Fleischer. Nach S. 8 vorl. u.!. Z. und S» 13 der obengenannten Schrift soll die Anmerkung Beidhawi's zu Sur. 2, V. 91, ein Zeugniß dafür enthalten, daß die Himjariten bei Mohammed und seinen Anhängern als vorzüglich ungläubig gegolten haben, woraus wiederum gefolgert wird, daß die zersplitterten Ueberreste der himjaritisch-jüdischen Macht damals noch immer bedeutend gewesen seien. Angenommen auch, aber nicht zugegeben, die hier versuchte Beweisführung sei an und für sich gelungen, so ist doch der Grund, auf dem sie ruht, völlig unhaltbar. Denn was Hr. Dr. Geiger S. 13 übersetzt: „Ihr aber seid ungläubiger als die Himjariten," bedeutet: Ihr aber seid ungläubiger als die Esel. Das Wort welches auch alle von mir verglichenen Handschriften haben, kann nicht sondern nur gelesen werden. Denn als Eigenname, sei es eines Einzelnen, sei es eines ganzen Stammes oder Volkes, ist an und für sich determinirt und daher eben so artikellos, wie z. B. in allen seinen Beziehungen. Man vergleiche den Commentar zur Hamasa, S. 162, wo in der Ueberschrist eines Gedichtes als Stammname zweimal steht: Abu'l- Fath sagt: Himjar ist ein frei gebildeter Eigen- und kein Geschlechtsname (Nomen appellativum); es bedeutet aber hier einen Stamm, und deßwegen hat er (der Dichter im 7. Verse, S. 164) es als ein Wort der zweiten Declination behandelt. Jbn-el-Kelbi meint, Himjar habe gewöhnlich rothe (hamra) Gewänder getragen und sey danach benannt worden. .Mag nun diese Ableitung richtig sein, oder nicht, so viel steht nach Obigem fest, daß Himjar in keinem Falle-den Artikel, wie die übergetragemn Eigennamen, zulaßt (s. de Sacy's Gramms) Bd. 1, Es ist hier stets die zweite Ausgabe dieses Werkes citirt. §. 964), daß es ferner an und für sich der ersten Declination angehört und daher die Nunation annimmt, als weiblicher Stamm- und Volksname aber (s. de Sacy tz. 912 Nr. 12) in die zweite Declination übergeht und dann die Nunation, wie in der angeführten Gedichtstelle, verliert. Mit jener ersten Regel, welche hier allein in Betracht kommt, stimmt auch der Sprachgebrauch durchaus überein. Um nicht unnöthiger Weise Beispiele zu häufen, führe ich blos noch folgende an: AbuLfeda anteislam. S. 114, Z. 18 — 22, wo das Wort Name des Stammvaters der Himjariren, und S. 118, Z. 5 und 7, wo es Name des ganzen Volkes ist; Beidhawi zu Sur. 85, V. 4: Andere erklären: Als die Bewohner von Nagrün Christen geworden waren, zog Du-Nuwas-) der Jude aus dem Stamme der Himjariten gegen sie zu Felde und verbrannte die von ihnen, welche nicht abtrünnig wurden, in Gruben. — Fragt man nun aber weiter, wie in jener von Beidhawi angeführten Aeußerung Omars die Esel zu der Ehre gekommen sind, als Repräsentanten des Unglaubens zu siguriren, für welchen sie doch selbst der strengste Inquisitor auch im Morgenlande, wo sie geistig aufgeweckter siud, nicht verantwortlich machen könnte: so ist darauf zu erwiedern, daß in dieser Verbindung wahrscheinlich die Erinnerung an Sur. 62, D. 5, die Wahl unter so vielen andern unvernünftigen Thieren gerade auf sie lenkte, und daß ferner die Unmöglichkeit, dem Esel seinen Unglauben anzurechnen, eben die Spitze der Vergleichung bildet, indem durch diese Gegenüberstellung die Schuld eines durch Vernunft und Offenbarung belehrten und doch ungläubigen Wesens um so höher steigt, wie in derselben Beziehung Sur. 7, V. 1/8, von den Ungläubigen sagt: Und so haben wir denn viele von den Geistern und den Menschen für die Hölle erschaffen: sie haben Herzen, mit denen sie nicht verstehen, Augen, mit denen sie nicht sehen, Ohren, mit denen sie nicht hören. Dieselben sind wie das Vieh, ja sie sind noch mehr in der Irre: dieselben sind die nichts Beachtenden. Dazu kommt eine ähnliche sprüchwörrliche Redensart, Arabuiti proverbia ed. Freytag, Bd. 2, S. 384: in welcher die Ausleger das zwar als Eigenname fassen, welche aber mit Rücksicht auf jene Überlieferung wahrscheinlich so'zu übersehen ist: Ungläubiger als ein Esel. S. 9 in der Anmerkung sagt Hr. Dr. Geiger, Alles, was für die jüdische Abkunft des altarabischen Dichters El-Samauel, (Samuel) spreche, sey dieser hebräische Name, der doch aber sehr leicht zu den Arabern übergegangen seyn könne. Dies kann nun schon 2) Nicht Nawas, wie Hr. Dr. G. S. 7 u. 193 schreibt.

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