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Der Orient · 1841-01-30 · 5 (30.1.1841) · p. Spalte 53-54

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
5 (30.1.1841)
Article
Ueber das Arabische in Dr. Geigers Preisschrift
Date
1841-01-30
Page
Spalte 53-54 (sequence 3)
Language
German
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53 Die Prophetenlegenden des Islam, aus dem Arabischen übersetzt von Dr. Wetzstein. 84 nicht zugegeben werden, da erst durch den Koran hebräische Patriarchen- und Prophetmnamen auch unter den moslemischen Arabern gewöhnlich wurden, bei den heidnischen aber weder von jenen, noch von andern hebräischen Eigennamen eine Spur aufzufinden ist. Da nun übecdieß auch der Vater Samuels den unarabischen Namen inny, nny, führt (f. Hamasa, S. 49, Z. 15, Abulf. anteislam., S. 132, vorl. Z.), die Araber, wie Abulseda m der angeführten Stelle, ihn ausdrücklich den Juden, nennen, und die jüdische Colonie Chaibac mit den ßcnü-Koraizhah und El-Nadhir* * 3 * S. * * * * * 11) als seinen Wohnsitz angeben (Geogr, d’Aboulfeda, Paris 1840, texte arabe pag. 89, 1. 16): so ist sein jüdischer Ursprung hiermit wohl außer Zweifel gesetzt. S. 11 in der Anmerkung liest Hr. Dr. Geiger in der sechsten Form und übersetzt: „so daß sie sich mit einander verbanden." Dies ist grammatikalisch unmöglich. Nur ohne Suffix würde diesen Sinn ausdrücken, indem dann die Moslemm und die Juden zusammengenommen die Subjecte des reciproken Zeitwortes waren, welches keinen Objectsaccnsativ regieren kann, da die Collectiva oder Plurale, welche die Subjecte der reciproken Zeitwörter bilden, zugleich die nächsten Objecte der wechselseitigen Thätigkeit sind, folglich nur diejenigen sechsten Formen mit dieser Bedeutung noch einen äußern Objectsaccuscttiv annehmen, deren entsprechende Active doppelt transitiv sind, so daß bei dem Uebergange in das recipcoke Medium der nähere Objectsaccusativ in das Subjekt des Zeitwortes ausgenommen wird, der entferntere aber bleibt und an des erstem Stelle rückt. Dies ist nun bei nicht der Fall; und da bei weitem leichter ein falsches in das Wort hineingesetzt, als ein Suffix ihm angehangt werden konnte, übrigens nach der Analogie des Folgenden die Moslemen das Subject, die Juden das Object seyn müssen: so ist ohne allen Zweifel zu lesen (die armen Moslemen thaten das), um sich mit ihnen (den Juden) zu verbinden, um sie (durch diesen Freundschaftsdienst) sich zu verpflichten. (Fortsetzung folgt.) 1) So sind nach einem trefflichen, vocalisirten Exemplare der Sunna des Bochari auf hiesiger Raths lnbliothek, Cod. aral). CLXXX, diese beiden Namen auözusprechrn und danach das Karaidha, Karisa u. f. w. im vorigen Jahrgänge des Orients, Nr. 25 ff., zu berichtigen. Das zh in Koraizhali ist ein emphatisches französisches z, dh ein emphatisches d. Koraidhah ist die vulgäre platte Aussprache, welche das äst dem zh substltuirt. Die Prophetenlegenden des Islam. Aus dem Arabischen des Abderrahman Bestami übersetzt >) von Du» Joh- Gsttfr. WetzfLeirr- Nachdem seit dem Beginn der Regierung des Krebses 54,000 Jahre verflossen waren, schuf Gott den Wohnsitz des gegenwärtigen Lebens, und als sich dieses Himmelszeichen, um nach menschlicher Art zu zählen, einen Zeitraum von 63,000 Jahren bewegt hakte, schuf er den Wohnsitz des zukünftigen Lebens. Es liegen sonach zwischen der Schöpfung der Welt und der des Paradieses 9000 Jahre. Als ader die * Welt 17,000 und das Paradies 8000 Jahre alt war, schuf Gott nach seinem allweisen Rathschluß den Adam. In selbiger Zeit endete die Herrschaft des Krebses und es begann die der Jungfrau, welche von Gott auf 7000 Jahre festgesetzt, uud in deren letztem Jahrtausend unser Prophet Muhammed (den und dessen Familie Gott segnen möge!) gesandt wurde. Wenn diese Zeit abgelausen ist, wird die Regierung auf die Waage übergehen, und dies zum Zeichen, daß die Zeit des jüngsten Gerichts gekommen ist; drnn unter diesem Sternbilde wird Gott — wie er im Koran sagt — die Waagschalen mit Gerechtigkeit zurechtrichten für den Tag des Gerichts, also daß Niemanden, Unrecht geschehen wird. Dann werden die Menschen theils in das Paradies, theils in die Hölle eingehcn, welche beide im Ilten Grade des Zeichens der Zwillinge liegen, und die Seligen sowohl, als die Verdammten werden in ihren Behausungen bleiben; da den Letzteren selbst die Hoffnung genommen ist, 1) Das Manuskript, woraus Vorliegendes mitgetheilt ist, befindet sich in 2 Exemplaren auf der LeipzigerRathsbibl. unter der CCXCIll und CCXCIV. Nummer des Fleischerschm Catalogs der arab. pers. türk. Handschriften. Es ist betitelt: „Muskusgernche. Ueber die göttlichen EröffnungenSem Inhalt ist encyclopäd. Art; denn wie aus den Ueberschriften seiner 100 Capitel zu ersehen, sollten in ihm ebensoviele Lhemen aus den verschiedensten Wissenschaften abgehandelt werden. Leider scheint das Werk Bruchstück geblieben zu seyn, denn sowohl in den beiden Leipz. Exx. als auch in einem dritten, das sich in der Bibl. des Hrn. von Hammer-Purgstall befindet, und von ihm im Anzeige Blatt der Wiener Jahrbücher Bd. 83, S. 12 —16 beschrieben wird, sind blos 30 Cap. wirklich vollendet, während von den 70 übrigen in allen 3 Handschr. nichts als die Ueberschriften existiren. Die Prophetenlegenden machen das 9te Cap. aus, welches die Ueberschrift führt: A. Von dem oben genannten Verfasser weiß man sonst nichts, außer was er hie und da von sich selbst aussagt. Nach diesem lebte er zur Zeit Murads 11. der ihn an seinen Hof gezogen und mit Ehrenbezeugungen und Wohlthaten überhäuft hatte. Die Vollendung der Muskusgerüche, an deren Stoff er fast ein halbes Jahrhundert gesammelt hatte (von?95 der Hidschra an), wurde bald nach 844 wahrscheinlich durch seinen Tod verhindert; denn nach seiner eigenen Angabe war ec in genanntem Jahre bereits hoch bejahrt und von den Marken des Lebens nicht mehr weit entfernt. 5*

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