Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 1 (2.1.1841)
- Article
- Die aramäische Grammatik Marpe Leschon Arami ... [Rezension]
- Date
- 1841-01-02
- Page
- Spalte 5-6 (sequence 3)
- Language
- German
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5 L-t. Übersichten: Marpe Leschon Xrami von Blücher, beurtheilt v. Dav. Cassel. wie sorgsam der Vers, die früheren Forschungen über Ursprung, Alter, Bedeutung der Namen Aramaisch, Ehaldäisch, Syrisch in sich ausgenommen, wenn wir auch im Einzelnen grade nichts Neues entdecken; lobenswert) ist die Vergleichung des syrischen und hebräischen (chaldäischen) Alfabets, die aber besser mit den S. 26 und S. 37 folgenden samaritanischen und arabischen Alfabeten sich hätte combimren lassen. Einzelne Bemerkungen machten wir z. B. S. 24, wo der Vers, nicht erklärt, welche syr. Uebersetzung d. heil. Schriften er meint; wenn es, wie aus der Behauptung Rich. Simon's über die Abfassung derselben durch einen Juden hervorgehl, die Peschito ist, so unterliegt es erstens keinem Zweifel (nicht wie Anm. 3), daß Ephräm Syrus sie gekannt, da er sie commentirt, und zweitens ist Simons Bebauptung längst widerlegt, da z.V. ein Jude inAp.55, 15 (jlX.? öiös^ää ]Zonicht das Abendmahl gefunden hätte rc. S.Eichhorn's Einleitung ins'A.T. Th» I* §. 250. — (S. 27) Daraus, daß der biblische EhaldaismuS viele Hebraismen in sich ausgenommen, folgt wohl am wenigsten, daß er reiner sei, als die übrigen aramäischen Dialekte (;rnronD nrnf)* Ebenda wird es den Targg. mit Unrecht zum Vorwurf gemacht, daß sie den 8l. einph, nicht gehörig vom 8t» absol. unterscheiden. Dieser Vorwurf kann aber nur dann begründet sein, wenn der 8t. emph. ‘ ruiDn) im Aramäischen ganz dieselben Funktionen vertrete, wie im Hebräischen der Artikel. Allein das ist bequemer zu sagen, als leicht zu erweisen. Schon im bibt» Chald. umfaßt der 8t. enrphat. ein größeres Gebiet, als der hebe» Artikel, was schon der Umstand beweist, daß er vor dem Genitiv mit ■n steht (Dan. 2, 15. 2,19. Jer» 10, 11 u. s. w.); . auch in Verbindungen wie 2, 34 NDom n 'Htvn u. ahnl., bk jeder Blick in die chald. Schriften vermehrt, kann im Hebräischen kein Artikel. stehen» — Eben so wenig fällt die Verdoppelung des; und ' den spätem Targg. zur Last, und schreibt > sich dies daher, daß sie früher ohne Vokale geschrieben wurden, m diese überflüssige Lesemütter nothwendig sind, und daß bei der spätem Vokalisation nicht alle Targg. mit gleicher Sorgfalt gesäubert ' wurden. — Wenn Onkelos Schüler des R. Elieser und R. Jehoschua (Meg. 3a) oder nach dem Sohar (mo nnx 'd) ©c&fitev des Hillel und Schammai war (wie der Verft S. 27 angiebt), so dürste es wohl nicht unmöglich fein, aus diesen Angaben das Zeitalter des Onkelos zu bestimmen. Des Verfs. Worte sind: rbxn niDipDn b>D nndd ^nr* tyotyDJn n^nrn p pt m\s6 Tch “wdn »ri pi rbiy jmnn D~np ow. — Daß es schon als die Israeliten aus Babylon zurückkehrten einer aramäischen Uebersetzung der heil. Schrift bedurfte, ist noch gar nicht ausgemacht (auch nicht aus Nehem. 13, 24 noch weniger aus U>. 8,8), auch gar nicht wahrscheinlich, da uns die Zeit des zweiten Tempels noch mehrere im blühenden Hebräisch geschriebene Schriften hinterlassen, und das eigentliche Aussterben der hebräischen Sprache sich wohl erst von dm Zeiten der Makkabäer herschreibt. Läßt es sich aber auch denken, daß man schon vor Onkelos einer aramäischen Uebersetzung bedurfte, so ist doch (selbst durch die neuesten Forschungen) nockgar nicht bewiesen, daß die unter Onkelos Namen vorhandene traditionell sich fortgepflauzt, und nur von diesem niedergeschrieben worden; eine überhaupt sehr problematische Ansicht, über die wir uns hier nicht weiter verbreiten können. — Abweichungen des Onkelos vom heutigen Texte sind nichts so Seltenes, daß man sich (S. 28) so sehr mit Erklärung der Stelle Gen. 31, 39, wo Onk. mu gelesen hat, zu quälen brauchte. Man vcrgl. Winer's Monogr. über O. — Die (S. 28! erwähnte) Sage, daß schon zur Zeit Raban Gamlwl's em Targum Hiob existirt habe, scheint darin eine Bestätigung zu finden, daß unser heuriges Targum Hiob offenbar aus zwei verschiedenen Targumim zusammengesetzt ist; daher oft ein Vers zweimal übersetzt wird. Vergl. Hiob 14, 15. 22. 15, 1-0. 18, 4. 24, 19. 20. und Eichhorn's Einl. Th. 1. §, 239. — In der ferneren Besprechung der Targg. der Hagiographen ist unter andern die Bemerkung nutzbar, daß Spr. 3k, 14 nicht rps&T sondern zu lesen sei; eine Corruption, die sich sehr leicht erklärt, wenn man annimmt, daß das (überhaupt mehr syrische als chaldaische) Targum einst mit syrischen Buchstaben geschrieben war, wo n und f leicht zu verwechseln waren 5 «eben so daß Sir. 26, 13 (14) durch Verwechselung des 1 und p np'TDp statt nrrtfp bei Benseeb geschrieben sei u. dergl. — Hingegen sind die ferneren Forschungen über Targ. Jerusch. (Jon.) äußerst dürftig, da der Vers, die Z u n z'- schen Ansichten über diesen Gegenstand nicht kennt, obgleich er selbst einmal das Zunz'sche Werk (die G. V. d. I.) S. 17 citirt. — Wenn S. 32 der Vers, in .Hinsicht auf das Chald. der Talmude, Midraschim und des Sohar mit Recht bemerkt, daß über die Spracheigenthümlichkeit eines jeden ein besonderes Werk geschrieben werden könnte; wenn er dagegen, zur Kürze gezwungen, sich auch nicht darauf einlassen kann, jedem -"Idiom einen besondern Abschnitt zu widmen, so haben wir doch immer noch ein Recht, wenigstens einige Worte über Entwickelung der aramäischen Sprache zu verlangen, und uns mit einer noch dazu sehr mangelhaften) Classisieirung der Eigenthümlichkeittn des bibl. Chald. nicht zu begnügen. Statt dessen finden wir meist die Sprachproben aus jenen Werken bunt durcheinander geworfen, wodurch natürlich einer klaren Anschauung des Ganzen sorgsam vorgebeugt ist. — Daß sich in den Talmubcu und Midraschim nur hier und da Dt# yyj) chald. Stücke finden, möchte wohl der Vers, nicht im Ernst gemeint haben, besonders da er Mischna und Barajta noch außerdem nennt und