Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 1 (2.1.1841)
- Article
- Die aramäische Grammatik Marpe Leschon Arami ... [Rezension]
- Date
- 1841-01-02
- Page
- Spalte 7-8 (sequence 4)
- Language
- German
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7 Sit Übersichten: Blücher's Magid me-Reschit, als Vorstudie zu seiner Grammatik. 8 meint, in diesem finde sich gar kein Aramäisch (anra JN*? bbs WM ptt/bD), ein Uctheil, das wir auch nicht unterschreiben wollen. Denn abgerechnet, daß das ganze Hebr. der Mischna vom Chaldaismus durchtränkt ist, so Finden sich schon in den ältesten Bestandteilen derselben chaldäische Sätze (Abot 1, 13. 2, 7- 5, 26); von Barajtot führen wir keine Beispiele an (S. 32). Durch die Bemerkung, daß die talmudische Sprache viele Fremdwörter in sich ausgenommen, wird der Vers, veranlaßt, ein Wort über Alter, Ramen und vorzüglich Sprache der Araber,/ Perser, Griechen und Römer zu sprechen (S. 32—36). Wir bedauern hier, daß sich der Vers, aus Lust zu etymologisi'ren zu manchen Aussprüchen hat verleiten Lassen, die nicht nur auf eine geringe Kenntniß der Sprache, aus welcher sie hergeteitet wird, schließen lassen könnten, sondern auch des Standpunktes, den die heutige Wissenschaft einnimmt, unwürdig erscheinen. So wird (S. 34) das griech. Wort oivog X)on”Icüv abgeleitet, weil die jonischen Jnseln(?) am meisten Wein trugen; und über der (freilich richtigen) Betrachtung, daß das Wort Wein im Äthiopischen, Lateinischen und Italienischen säst gleich laute, vergessen, daß der Semitismus überhaupt diese Wurzel (si Fürst Conc. p\) mit dem Sanskntismus gemein hat, also an eine Ableitung von den jonischen Inseln ujcht zu denken sei, da die Hinterasiaten ihren Wein wohl nicht daher bezogen z ebenso Elysium von tby, äßaXs (zusammengesetzt aus a und ßals) von fesn, Merkur von "OO, Baturn von nno, ätia von k.3). Besser als diese an Bochart's babylonische Sprachverwirrung erinnernden Grillen ist die Erklärung des Wortes das nach Sabb« 63 a in der Stelle Hiob 6,14^3^ sein soll, durch Hungerleider, da bekanntlich im Orient die Hunde ihrer Gefräßigkeit halber zum Sprüchwort geworden sind. Daß Kadmus mit Qis Zusammenhänge, wird freilich Niemand leugnen, da er der Sage nach ein Phönizier war. — S. 38. ein aramäisches Gedicht an die aramäische Sprache. Es folgt nun der zweite Theil Wtf ndid, der in 18 Kapiteln die eigentliche Formenlehre behandelt. Betrachten wir zuerst im Allgemeinen den Gang, den der Vers, eingeschlagen, so gewahren wir zu eben nicht 3) Etwas ganz anderes ist es, wenn auf eine ursprüngliche Einheit des Semirismus und des Sanskritismus hingewiesen wird, wie sich denn eine solche vorzüglich durch die Arbeiten Fü r st 's bis zur Evidenz herausgestellt hat. Eine solche Sprachanalyse wird aber ihr Ziel auch nicht in Zusammenstellung griechischer und hebräischer Wörter, und in Abzählung der Buchstaben finden, wie es hier geschieht. Man vergl. übrigens über dm Fortschritt jener Ansicht die Meinungen des hier gewiß kompetenten Gesenius Lehrgeb. S. 187 und Vorrede zu der 4. Aufl» seines Handwörterbuchs in der Nachschrift/ freudiger Ueberraschung, daß der alte Schlendrian der jüdischen Grammatiken auch aus diesem Buche, das sich so erfolgreich neuern Forschungen zugewandt, noch nicht geschwunden sei. Nach diesem wird nämlich zuerst das nomen (subst.unb adj.) bctrm mimeiale3 pronornen, particulae (praep, adv. conj. irUerj,), und endlich das Verbum gelehrt. Wir halten es für unnöthig, über die Verkehrtheit dieser Anordnung mehr als das unabweislichst Nothwendige zu sagen. Das Verbum, das im Semitismus Lebensprinzip der Sprache ist, das seine Adern in vielfachen Verzweigungen durch alle Redetheile hindurchstreckt, so daß alle Bestandtheile der Sprache vom Verbum ausgehen und wieder in das Verbum zurückkehren, das Verbum — steht zuletzt. Es werden Paradigmen der Nomina ausgestellt, aber blos nach äußerlichen, willkürlichen Einteilungen; die ganze Mannigfaltigkeit der Nominalbildung wird zum verwirrenden Chaos, wenn sie nicht aus der Einheit des Verbalschatzes als ein geordnetes, gegliedertes Ganzes hervorgeht. Es wird die Umbildung des Nomen beim Zutritt von Suffixen gelehrt, aber man weiß noch nicht vom Pronomen u. s. w. Warum nicht lieber dem einfachen, naturgemäßen Gang des Semitismus nachgehen, und auf das Pronomen das Verbum, auf das Verbum, Nomen und Partikeln folgen lassend Die wenigen Pcimitiva verschwinden unter der Menge der Verbalia. Nur in diesem Falle können die sogenannten HW die der Vers. Kap. 17 (obwohl sehr dürftig) Nachfolgen läßt, mit der Entwickelung des Sprachorganismus in lebendigem Contakt treten, und zur Beförderung der Lebensthatigkeit aufs Kräftigste Mitwirken, während sie jetzt als em nutzloser Appendix ein nutzloses, ungekanntes Dasein mit sich Herumschleppen. Aber auch am Einzelnen gewahren wir trotz des wackern Fleißes des Berfs. in den wichtigsten Parthien die Spuren einer bedauernswerthen Richtung. Hier werden uns wieder die 10 Vokale der hebräischen Sprache, an denen uns die Kimchi einen so schwer verdaulichen Bissen hinterlassen haben, sogar im Aramäischen aufgetischt; älterer Grammatiker, wie Zbn-Esra und Jehuda Ha-Levi, die nur von 7 Vokalen in 3 Klassen wußten, wird nirgends erwähnt. — Unter Andern wären wir begierig zu erfahren, welche Funktion das pjM pftp im Chaldäischen zu versehen habe. Einige Bemerkungen über die Art, wie die Syrer die dem Chaldäischen entsprechenden Vokale aussprechen, und überhaupt über das Berhältniß des syrischen zu dem chaldäischen Lautsystem wären hier gerade am rechten Orte gewesen, da dies unstreitig mit der Art, wie wir heute (nach polnischer Weise) das Hebräischen lesen, in Verbindung steht. (Schluß folgt.)