Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 1 (2.1.1841)
- Article
- Die aramäische Grammatik Marpe Leschon Arami ... [Rezension]
- Date
- 1841-01-02
- Page
- Spalte 3-4 (sequence 2)
- Language
- German
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3 Sit, Übersichten: E. I. Blücher's „aramäische Grammatik, beurth. v. Dav. Cassel/ 4 konnte auf eine erschöpfende Durchdringung, Zergliederung und Verarbeitung des aramäischen Sprachschatzes um dessenwillm sein Augenmerk nicht richten, da es vorzüglich bestimmt war, den Forschungen des Verfaffer's über das VerhaLtniß des Semitismus zum Sanscritismus zur Basis zu dienen, und, in den Regionen höherer Sprachanalyse sich bewegend, in's Einzelne einzugehen nicht immer vermögend war. ]) Mit desto größerer Aufmerksamkeit .mußte der Blick des um Forderung des Talmudstudium's bemühten auf jede Erscheinung sich heften, die sich die Kenntnißnahme des talmudischen Sprachelement's zum Ziel gesetzt, und um so weniger konnten wir auch diese neue Bearbeitung der aram. Sprache, welche das oben angezeigte Werk bietet, einem so dürftigen Referate überlassen, wie interner früheren Nummer dieses Blattes zu lesen war. Gehen wir denn an eine nähere Betrachtung dieses in hebräischer Sprache geschriebenen Buches, und sei es uns erlaubt, nur das noch im Voraus zu bemerken, daß da, wo wir unsere Meinung als von der des Werft abweichend bezeichnen, dies nicht aus Tadelsucht geschieht. Vielmehr soll diese Beurtheilung dazu dienen, den Standpunkt, den die aramaische Sprachwissenschaft heute eimummt, erkennen zu lassen, und nebenbei zu einzelnen Bemerkungen über mehre dahin einschlagende Gegenstände Anlaß geben, die wir aber immer nur als unsere individuelle Meinung betrachtet wissen wollen. Nach einigen approbirendrn Schreiben des Nikolsburger und Pesther Rabbinen, so wie des Prof. Dr. Karle m Wien (alle drei vom Jahre 4836p) einem 1) Mau vergl. die Vorrede zu diesem Werke. 2) Wir führen dieses deshalb hier an, weil das Werk zwar die Jahreszahl 1833 tragt, laut einer Nachschrift aber schon im Jahre 1836 vollendet' war, wie diese Approbationen bezeugen Hessen. Da nach diesen Zeugnissen, die Ausarbeitung des Werkes älter ist, als das Erscheinen des Fürst'scheu Lehrgebäudes, fallen die zwei entgegengesetzten Beschuldigungen, die man dem Verfasser .in Beziehung auf das Fürst'sche Werk machte, von selbst, hinweg. Ohne diese Beweise wäre es freilich schwer gewesen, in Ansichten, wie sie in den Anmerkungen zu S. 18 und S. 30 sich kund thun , eine Nichtkenntniß der Forschungen Fürst's zu finden* *). *) Zu dieser Anmerkung sehe ich mich genöthigt, zur Steuer der Wahrheit, noch eine hinzuzufügen, so ungern ich auch zu Arbeiten Anderer meine Meinung hinzufüge. Herr Cassel schließt aus der Nachschrift und aus den Approbationen ,... daß Blücher 's Grammatik 1836 schon handschriftlich vollendet gewesen sein müsse; aber selbst in diesem.Falle war mein Lehrgebäude schon zwei Jahre früher fertig gedruckt, da es gerade zu Ende des Jahres 1834 km. Druck beendet wurde- Aber es bedarf gar keiner Conjektur. Herr Blücher schrieb mir selbst, als er an die Arbeit ging, daß er blos durch mein Lehrgebäude zu dieser grammatischen Arbeit angeregt worden, und daß er nach diesem, theils excerpirend, theils übersetzend, sein Marpe arbeite. Als die Ankündigung mit den freundschaftlichen Gedicht des Kustri-Editors, G. Brecher (wo uns nur einige gramm. Ungenauigkeiten, als im st. constr., ‘■prilDin auffielen); nach einem Widmungsschreiben des Vers., nach einem Vorwort an den Leser, worin auf bekannte Weise ein offener Kontrakt mit jedem künftigen. Recensenten geschlossen, zerfällt das Werk selbst in zwei Hauptabtheilungen; 1) nwiD tod; 2) mv }wb netd. Der erste Theil spricht m 6 Kapiteln über Nutzen, Wichtigkeit und Geschichte der aramäischen Sprache. Was die ersten beiden Gegenstände betrifft, dürste es überflüssig sein, hier noch ein Wort zu verlieren. Wir weisen daher lieber auf einige Beiträge zur Kritik der Targumim hin, die hier gegrben werden; z. B./p. 2, 8 sei zu lesen ip für 'DX ip, 8, 3 NDipJi für NDiDl u. s. w.; zweifelhafter ist NWJN (np. 137, 5) für isOWD, da letzteres dem Sinne gar nicht schadet, und das fut. mit dem suii. norn sich schwerlich Nachweisen läßt. Auch konnte für die Regel, daß man statt njn WN sagen könne Njmv (S. 132 als Nachtrag zu 106) eben nur dies Beispiel gebracht werden. -— Richtig wird ü.) (Scheidebnef) mit der Wurzel 11, yp (nicht st.l), in der Bedeutung trennen combmirt; weniger richtig ton (Asien) mit D^NEn, Daß der Samaritaner Deut. 3,13 dwdn fuc cp&iH seht, beweist nur daß er gelesen, wie es der LXX Jest 26, 14. ip.SS, li ging, wo sie D\svDi mit iaTQol wiedergeben. — Wichtiger sind Kap. 6 und 7, die über Geschichte der aram. Sprache handeln, und wir können herbei die Bemerkung nicht unterdrücken, daß, so viel uns bekannt, noch keine der (hebr. geschriebenen) hebr. Grammatiken selbst etwas von einer Geschichte der hebr. Sprache gewußt zu haben scheint. Um desto erfreulicher war es uns, zu sehen, Approbationen, welche ich habe drucken lassen, wie ich überhaupt Hrn. Blücher für diese grammatische Arbeit angespornt, niedergeschrieben wurden, war die Grammatik, wie der Vers, mir schrieb, noch nicht fertig, nur das JWfcOE TOD lag, nach dem Vers., für den Druck bestimmt. Und wirklich hat der Vers, mein Lehrgebäude mehr als stark benutzt. Es kam mir nie in den Sinn, ihm das zu verargen, und selbst bei dem Tadel in der erwähnten kurzen Anzeige seines Marpe bin ich ganz unbetheiligt, obgleich es unklug genug war, das benutzte Lehrgebäude noch dann zu verschweigen, nachdem er mir selbst geschrieben, daß er es übersetze. Als der Druck des Marpe begann, hatte Hw Blücher bereits seit drei Jahren mein Lehrgebäude in Händen, und um so auffallender ist das angehängte iHyl "NN, zu welchem ihn erst der Correkwr (St.) drängen mußte. Dennoch wünsche ich sehnlichst, daß. Hr. Blücher in seinen begonnenen Arbeiten aus dem Gebiete der aramäischen Grammatik fortfahren möge; immerhin möge er die Arbeiten seiner Vorgänger recht geschickt benutzen, das gedruckte Buch gehört der Welt; aber dann unterlasse er auch nicht der Wahrheit ihren Tribut zu zollen, da dieser Zoll erst überhaupt den Preis einer Produktion bestimmt. Red.