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Der Orient · 1840-12-12 · 50 (12.12.1840) · p. 772

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
50 (12.12.1840)
Article
Die Psalmüberschriften in kritischer, historischer und archäologischer Hinsicht
Date
1840-12-12
Page
772 (sequence 4)
Language
German
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t i?J jtvmt occ Piaunüverscynsten. Der spatere Ursprung derselben. 776 durch innern Zusammenhang gebundenen Schriften zuweiten sehr deutlich die Spuren spaterer Authaten bemerken können, so mußte dies wohl in noch erhöhterem Maße bei einer Sammlung der Fall sein, die an sich selbst aus einer Menge einzelner Stücke bestehend dem Hinzukommen neuer, dem Ausfallen und Verandertwerden alter nur zu viel Gelegenheit darbot. 7) In der Lhat wird dies apriorische Urtheil durch eine genauere Betrachtung des Psalmbuches völlig bestätigt. Einige Psalmen sind mangelhaft. Ps. 87 hat seinen Anfang, Ps. 74 sein Ende verloren. In Ps. 145 fehlt der Vers, welcher mit dem Buchstaben 1 anfangen sollte, ohne daß man einen genügenden Grund dafür wüßte. In Ps. 37 sollte v. 28 mit dem Worte iTDn schließen, und im folgenden Vers mit s anfangw 0); v. 39 ist das T bei njwm überflüssig.10) Die Ps. 9 und 7) In den folgenden Betrachtungen mußten wir der Deutlichkeit wegen, manche Resultate früherer Forscher mit aufnehmen, theils ausführlicher, theils nur andeutend geben. Eine weitere Besprechung derselben findet man in den Commentaren zu den Psalmen, sa wie in Zunz's Gottesd. Lortr.b. I. Cap. 2. 8) Dieser Vers findet sich in den LXX. (mazog nvgiog iv zolg Äoyoig avzov %ai oöiog iv uaai zolg k'gyoig avzov)in der Peschito (^|a o<n ^ocn.^.0), der Vulgata, der arab. und äthiop. Uebersetzung, und dürfte im Hebräischen gelautet haben jDfrO vwy® h^2 TOT) TTTD h/ nicht aber wle Joel Löwe zu Ps.. 145, 1 ergänzt: ION N lnnm NN Da er in keinem Codex, auch nicht im Largum gesunden wird, und sich auch sonst als unecht ausweist (vergl. Deut. 7, 9. Ps. 145, 17), so läßt es sich zwar annehmen, daß ihn die griech. und syr. Uebersetzer vor sich hatten, ohne daß daraus zu folgern wäre, daß er vom Vers, des Psalmes herrühre. Der Talmud kannte ihn gar nicht: Berach. 5, a. 9) Die LXX. scheinen die richtigere Lesart gehabt zu haben: £tg ro atövcc cpvlei%d’ri6ovzciL ävco[ica 8s IkSloo'/vticrovzou (nach der Lesart des Alex.) ucti C7tsQpcc ccasßcov f|o- Xo9^»ri6£zuy hebräisch: NYL'ä n>2tW vY"D3 JHD (vergl. v.' 38); aus'diese Weise ist die Anlage des Psalms nach welcher immer nach 2 Versen ein Buchstabe der Alfab. der Reihenfolge nach kommt, und die im hehr. Texte v. 28 unterbrochen ist, wiederhergeftellt. Wenn aber die LXX. auch so lasen, wie wir angegeben, so ist es klar, daß entweder ihre hebräische Lesart aus zweien zusammengeschmolzen ist, oder daß unser Ttxt der LXX dies Schicksal hatte. Die Worte ‘nOtfO stören nämlich den Parallttismus bedeutend, und das zweite Versglied des v. 28 hätte mit dm Worten TTOH rift OTJP genug. Man betrachte. um hierin einzustimmen, den Parall., wie er sich in diesem ganzen Ps. zeigt. Vielleicht hießen daher die Worte rw3 d5ij£> einst notw (d^), und die beiden Verse würden heißen: m'Cf] m 315)1 tODtS'D 2FIK h '3 ■.msj aiysn jnn in»tw Doch geben wir natürlich dies als bloße Conjektur. 10) Der Vers müßte nemlich mit N anfangen; bei LXX fehlt ). 10 scheinen auch einst alfabetische Ordnung befolgt zu haben, sind aber jetzt ganz in Verwirrung gerathen. In Ps. 25 fehlt ) und p, wahrend ") doppelt ist. Pf. 34 fehlt )) in beiden steht noch d nach dem n. n) — Einige Psalmen kommen in doppelter Recension vor, und bieten jedesmal mehr oder^ minder bedeutende Varianten. So Ps. 18—2 Sam. 22. Ps. 14 Ps. 53. — Aus Pst 40 sind die letzten fünf Verse zu einem selbstständigen Ps» 70 geworden. Die letzten 5 Verse von Ps. 57 und die letzten 8 Verse von Ps. 60 haben sich vereinigt und den Ps. 108 gebildet. Auch andere Psalmen zeigen deutlich, daß sie aus verschiedenen Besiandtheilen zusammengeflossen sind, wenn sich auch dieTheile nicht mehr einzeln wiedersinden. So Ps. 19, 2—7 und 8 — 15. Ps. 144, 1 — 11 und 12—15. Andere sind getrennt, die einst zusammengehört zu haben scheinen. 9 und 10. 42 und 43.12) Wenn nun schon die einzelnen Psalmen so viel zu leiden hätten, wie vielmehr mußte sich dies bei den noch variablem Ueberschristen zeigen. Und wirklich, wo Psalmen zweimal Vorkommen, variirt auch die Überschrift. Vergl. Ps. 18 mit 2 Sam. 22. Die Ueberschrist des Ps. 53. hat 3 Worte mehr, als die von Ps. 14. Ps. 70, eigentlich die letzten 5 Verse von Ps. 40 hat eine besondere'Ueberschrist TOT7)b Tt6 n^D^> bekommen; eben so die beiden zusammengekommenen Stücke des Ps. 108. Daß endlich die ältesten Codices unzählige Varianten in den Ueberschristen hatten, zeigen die unter 116 Ueberschristen 39mal abweichenden LXX, auf die wir weiter unten noch einmal zu sprechen kommen. Ueberhaupt aber steht die Geschichte der Ueberschristen, wie sich von selbst denken läßt, im innigsten Zusammenhänge mit der Geschichte der Psalmen und des Psalmbuches selbst. Wie man nämlich aus der Gestalt dieses Buches zu schließen berechtigt ist, so scheint es nicht auf einmal gesammelt worden zu sein; es besteht vielmehr aus einigen verschiedenen Sammlungen verschiedener Zeit ungehörigen Einzelsammlungen. Dies thut sich kund aus den am Ende der ersten vier Bücher stehen- 11) Diese Übereinstimmung zwischen Ps. 25 und 34, die sich nicht nur in Styl und Anlage des Ps., sondern auch darin zeigt, daß beide Ps» 1 (das ohnehin fast nie rabical im Anfang des Wortes erscheint, auslaffen, und nach N noch einmal' D schreiben, zeigt darauf hin, daß wir hierin wenigstens keine Corruption zu suchen haben; eher ließe sich vermuthen, daß 25, 18 mit p angefangen, und Mio aus v. 19 sich eingeschlichen. 12) Bekanntlich variiren nicht nur die griech. und syr. Uebersetzung mit dem hebr. Texte in Abtheilung der Psalmen, sondern sie schwankte auch noch zur Zeit des Talmud's (Berach. 96.), welcher den Grund dofür, daß man nach Beendigung der NIL'!) Mdw den Bers (Ps. 19, 15) p^ l'N' sagt, darin findet, daß auch David ihn nach 18 Segnungen gesagt. Vergl. Loses Pesach 117, a.

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