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Der Orient · 1840-12-12 · 50 (12.12.1840) · p. 773

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
50 (12.12.1840)
Article
Die Psalmüberschriften in kritischer, historischer und archäologischer Hinsicht
Date
1840-12-12
Page
773 (sequence 5)
Language
German
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177 Bemerkungen über die neuesten Bibelübersetzungen. Die Salomon'sche Bibel. 778 stehenden SchluMmei bew' N 1112 u. dergl. (41, 14. 72, 18. 89, 53. 106, 48) die in keinem Falle zu dem Psalme selbst gehören; hierzu kommt am Ende des zweiten Buches die, wie es scheint, auf beide ersten Bücher sich beziehende Schlußformel '!L" P m nfen (72, 20). Der Urheber dieses Epilog's (der übrigens nachexilisch ist. Ps. 71/ 20. 60, 3 ff. 53, 7. 51, 20 u. s. w.) kannte die folgenden Bücher, in welche noch manche davidische Psalmen Vorkommen, nicht, da er sonst nicht geschrieben hatte fa 13). — Auch das dritte Buch hat einen eigenthümlichen Charakter darin, daß die darin enthaltenen 17 Psalmen nur levitischen Sängern (mit Ausnahme des davidischen 86), Asaf, Söhne Korach, Heman, Elan, Jedutun, sei es als Dichter, sei es als Tempelsanger zugeschrieben werden. Die beiden letzten Bücher, meist gottesdienstliche Lieder enthaltend, verrathen sich als die jüngste Sammlung; Moses wird einmal, David mehremal, die levitischen Sänger gar nicht genannt. Auch hier verrathen sich Ps. 120—134 als früher einer besonderen Sammlung angehörig; vielleicht auch 146 — 150. — Im Ganzen bemerkt man, daß, je weiter man im Psalter vorrückt, die Psalmen an sich einerseits immer deutlichere Zeichen einer tieferen Jugend an sich tragen, und andrerseits die Ueberschristen immer seltener werden» — Das erste Buch hat untex 41 Psalmen nur 4 (1. 2. 10» 33) ohne Ueberschrift. Wahrscheinlich aber gehört Ps. 10 zu 9, wie schon bemerkt; Ps. 33 ist nach Anlage und Sprache sehr jung; 1 und 2 sind wahrscheinlich, als schon die erste Sammlung geschloffen war, hmzugekommen, womit die Tradition 14J, daß Ps. 1 und 2 für einen gerechnet wurden, übereinstimmt. — Das zweite Buch hat unter 31 Psalmen nur 3 (43. 71. 66) ohne Namensüberschrift, und nur die beiden erstgenannten haben gar keine, aber auch von diesen beiden ist nur Ps. 71 hierher zu rechnen, da Ps. 43 zu 42 gehört. Im 3. Buch sind alle (17) Psalmen mit Ueberschristen versehen. Im 4. Buch (17 Pst) haben nur 7 Pst Ueberschristen, und unter diesen nur 3 Namen von Verfassern. Im 5. Buche, das aus 44 Gesängen besteht, haben nur 26 eine Ueberschrift (eingerechnet die 15. rv6yftn '»‘W) und unter diesen nur 16 Namen von Verfassern. Diese Erscheinung ist nicht zufällig, und auch in sofern für uns nicht ohne Bedeutung, da sie darauf hinweist, daß, je alter die Psalmen waren, die Ueberschristen einen desto leichtern Weg zu ihnen fanden. Diese Idee verdient eine weitere Ausführung. Nach- 13) Auch dem Talmud (Pes. 117, a) siel dies auf, und er giebt eine eigene Erklärung davon, die aber nicht befriedigt. Unsere Ansicht scheint die des Jehuda ha - Levi zu sein, den Jbn-Esra zu Ps. 72, 20 citiit. vi^l N21N' Sl psswn iston p 2ro isd fjid 112x2. 14) Berach. 9, b j. Taanit 2, 2. dem wir bis jetzt zu der Ueberzeugung gelangt sind, daß die Psalmüberfchriften für die Bestimmung der Verfasser der Psalmen sehr geringe Auterität haben, da sie späteren Ursprunges sein müssen, so fragt es sich: Wie sind die Psalmen zu diesen Ueberschristen gekommen? Welches ist das Verhältniß zu den Verfassern und zu der Entstehung der Psalmen selbst? (Schluß folgt.) Bemerkrr rrgerr über die in letztverflossenen Jahren erschienenen deutschen Bibelübersetzungen. 1» Die Bibelübersetzung von Dr. G. Salomon. (Fortsetzung.) Zum Schlüsse sei mir noch die Mittheilung einiger Bemerkungen im Allgemeinen erlaubt. Das Wort ]p? wird von den Uebersetzern, Lexicographen und von Gesenk us'sogar in Vergleichung mit dem Arabischen, in seiner Primärbedeutung als Bart genommen, und wo es das Kinn bedeutet, da soll es nur als eine Art Synecdoche das bärtige Kinn oder dem Ort des Bartes ausdrücken. Da unter den Geschöpfen im Allgemeinen und unter den Menschen im Besonderen die Zahl der bartlosen Individuen die der bärtigen vielfach übersteigt, so ist diese Redesigur bei solchen Individualitäten, denen kein Bart zugedacht werden kann, wie Ipa wtnz, |p?n njns, (Lev. 13, 29. und 30.), wo es sich zunächst auf n&'8 bezieht, oder UpD np?nm (1 Sam. 17/ 35.), wo von einem Löwen die Rede ist, nicht der Natur gemäß. Wie ich aber glaube, findet sich in der ganzen Bibel nicht eine Stelle, an der das Wort jp! in der Bedeutung Bart erweislich wäre. Das Haupt hat seine Locken, das Kinn hat sie auch bei gewissen Personen. Die Hauptlocke heißt BWl H8D, die Krnnlocke, nämlich der Bart: ]pT H8:D; aber so wie das isolirte ^8*1 immer das Haupt ohne alle Rücksicht auf Locke bedeutet, eben so bedeutet das Kinn, ohne alle Rücksicht auf Bart (Siehe das Richtige in Für st's Conc. 8. v.), UpT D8 7t>X\ ist analog rbü iiwi n» rtai, YitsQ n.s\ Der 133. Psalm verliert hierdurch freilich eine von den seltenen Schönheiten, welche unser verewigter Meister, Mendelssohn, (doch größtmtheils aus seiner eigenen Individualität) in den Psalmentext hineinzulegen verstand» Vielleicht genügt folgende Ueberfetzung Wie trefflich ists, wie schön, Wenn Eintracht Brüder zieht! Wie köstlich Oel ums Haupt, Das träufelt um das Kinn, Des hohen Priesters Kinn

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