Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 48 (28.11.1840)
- Article
- Beurtheilung einer Kritik meines Kohelet von Prof. Knobel
- Date
- 1840-11-28
- Page
- 748 (sequence 3)
- Language
- German
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Dr. Herzfeld's Beurtheilung einer Kritik von Prof. Knobel. 750 749 das ftinige, ein tliesauruZ fein will, mir überflüssig scheine, und daß ich sie deshalb ausgelassen hätte. — Dann rügt er, daß ich nicht 11, 7 rc. von 11, 1—6, dsgl. nicht 8, 1 rc. von 7, 25—29 getrennt habe: meinen Grund enthalten die dazu gehörigen Einleitungen. Aber zu verlangen, daß ich 7, 23. 24 mit dem Vorhergehenden verbinde, kann kaum Hrn. K's. Ernst sein; sie widersprechen sich ja in diesem Falle: die vorhergehenden Verse geben Regeln, also Resultate seiner Philosophie, und V. 23. 24 sagen aus, alle Philosophie gebe kein Resultat! — Hinsichtlich dessen, was er gegen meine Auffassung von EPJtö} 1, 8 vorbringL, bitte ich den Leser, meine Akg. zu diesem Worte noch einmal zu lesen; er wird finden, daß durch das Eine Wörtchen ,/gleichsam" alles schwindet, was Hr. K. gegen mich aufgestellt hat. Dieser ignorirte jenes Wörtchen, vielleicht weil es ihn verdroß, daß ich nachgewiesen hatte, er habe Mendelssohn mißverstanden; aber ob diese Nachweisung versteckter und schonender hat ausgedrückt werden könven, entscheide er selbst. — In meiner Auffassung von 2, 12 soll ich Koselet eine große Inconcinnitat aufgebürdet haben; wer meine dortige Akg. Nachlesen will, wird finden, daß meine Auffassung ihm nur den emphatischen und poetischen Ausdruck restituirt, welcher durch K's. (bei Frage und Antwort unerhörte) Herausnahme des Begriffes „thun" zu einer matten Phrase herabgesunken war. — 10, 3 hatte ich übersetzt: der Thor sagt zu Allen, daß er ein Thor ist. Hr. K. macht die Bemerkung, das rhue der Thor gerade nicht, indem er vielmehr sich für gescheidt hält. Freilich, aber Hr. K. hatte aus dem Zusammenhänge entnehmen müssen, daß ich meinte, der Thor lasse das unwillkürlich, aus seinem thörichten Betragen merken. (rhöricht) kommt nur von Menschen, niemals von einer Handlung und Aehnlichem vor; aus diesem Grunde muß ich des Hrn. K. sichere und allein paffende Uebertragung zurückweisen. — Meine Gründe dafür, daß unter Tjt^nn 11, 8 die bösen Tage im Leben, besonders das beschwerliche Greisen alters zu verstehen seien, nicht mit Hrn. K. der ewige Aufenthalt der Menschen in der finsteren Unterwelt, hat derselbe — nicht wibzvkQt, sondern taiiter qualiter fortgeschafft. Ich frage noch einmal: Kann schicklicherweise eine Aufforderung zum Genüsse des Lebens geschehen, weil der Tage in der finsteren Unterwelt viele sein werden? oder, da einmal das bessere Verständnis; gegeben war, hatte ihn nicht das Wörtchen zur Besinnung bringen müssen? Dieses Wörtchen schließt mehrere Zustände ein, und umfaßt höchstens auch das Jenseits. — Daß meine Etymologie von werde bestritten werden, hatte ich nicht erwartet. Hr. K. sagt, die raclix 3HSD sei flngirt: sie kommt in dem Targum zu Ps. 22, 19. Spr. 31, 24 vor. Jene noch besser zu begründen, vergleiche ich ninE (öffnen), wonach Qjftö. eine Eröffnung, ein Edikt ist, grade wie das verglichene ji'inö (Deutung) eig. Eröffnung bedeutet; Belschazar sagt zu Daniel (5, 16): Ich habe gehört, daß du (Träume) deuten und Knoten öffnen (lösen) kannst. Erst hieraus, daß 2LNO Eröffnung, Oeffnung bedeutet, wird erklärlich , daß des Largum zu 4 Mos. 21, 24. 5 Mos. 13, 15. Joh. 6, 21 durch wiedergab. — Was er über fiptf 4, 6 sagt, ist beseitigt, wenn man ruhigen Besitzes für Erwerbs setzt, obwohl auch dies unnöthig ist, wie die in diesem Verse concrete Bedeutung von TTH fVljri beweist. — Sonderbar ist, was er gegen meine Ableitung von DKTitp einwirft. Gehören denn Adverbien immer nur zum Verbum? ist es Herrn K. nicht denkbar, daß sie auch die Umstande angeben, unter welchen eine Handlung von dem Behandelten ausgenommen wird? Schlagend ist hierfür Hiob 5, 3: Ich sah einen Thoren Wurzel fassen, da verfluchte ich seine Wohnung plötzlich d. i. ohne daß der Thor im Gefühl seines Glückes das Hereinbrechen eines Unglücks für möglich hielt. Daß im Hebr., aber nur in den meisten Fällen, nicht immer, Adverbien in solcher Geltung gleichwohl zum activen Verbum gezogen werden, rührt daher, daß die passive Ausdrucksweise überhaupt wenig in Gebrauch war. Ueberdies wurde üfcns, wenn es etymologisch mit ynD L"- sammenhinge, eben der Nebeneinanderstellung wegen das ursprüngliche y nicht in verwandelt haben. — Unnörhige Mühe war es wohl nicht, in j“]üny ein H epentheticum nachzuweisen; denn vermöge einer Contraction verkürzt sich niemals ein Vocal auf diese Weise. — JTP 9, 1 übersetzte ich bestimmen; diese Bedeutung nennt Herr K, unerweisbar und unerwieftn. Aber die Verwandtschaft der Bedeutungen erlaubte es, die Analogie von sciscere (wissen und bestimmen) und yiyvoSoHsco (wissen und entscheiden) machte es wahrscheinlich, der Zusammenhang verlangte es. Genau dasselbe gilt von 4, 14, wobei ich ylyvoiicu als Parallele angeführt hatte. — Bei seiner Beurtheilung meiner Ansicht vnn dem Epilog mußte ich, aufrichtig, den Kops schütteln. Er erklärt 12, 9—14 für unecht, ich für echt, nur später abgefaßt, was aus 12, 9 klar hervorgeht. Rec. hatte, um nur Eins anzusühren, Folgendes geltend gemacht. Sehr recht, die vier übrigen Gründe lohnten wahrlich die Wiederholung nicht. Aber hören wir dafür den einen geharnischten noch einmal: Der Epilog müsse von fremder Hand sein, weil die in ihm anempfohlene Gottesfurcht, Religiösität in Gesinnung und Mandel bezeichne, die Gottesfurcht des eigentlichen Buches dagegen blos die Furcht vor "den natürlichen Folgen der Ausschweifung, welche Kohelet als göttliche Strafe ansche. Aber, antworte ich, es sind ja in beiden Stetten dieselben Worte! im Epilog ist ja 12, 14 die Religiösität in Gesinnung und Wandel durch eben jenes göttliche Gericht motivirt, dessen 11, 9 Erwähnung geschehen ist, d. h. durch Androhung der natürlichen Folgen der Ausschweifung, welche Kohelet als göttliche Strafe ansieht! Ueberdies trifft sein Räsonnement gar nicht das Ziel: ich habe aus 12, 9 erwiesen, daß dieser Nachsatz jahrelang spater abgefaßt ist; in dieser Zeit hatte die Gottesfurcht Kohelets in eine Religiösität in Gesinnung und Wandel übergehen könner. — Meine Uebersetzung 1, 16 ist richtig, NNN ist der Singular. — Daß ich 7, 24 übersetzt habe: Fern bleibt, was fern war, und tief das Tiefe, wer kann es ausfinden? nicht: Das, was fern ist und sehr tief, wer kann es finden?" nennt