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Der Orient · 1840-11-28 · 48 (28.11.1840) · p. 747

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
48 (28.11.1840)
Article
Beurtheilung einer Kritik meines Kohelet von Prof. Knobel
Date
1840-11-28
Page
747 (sequence 2)
Language
German
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0 -Je 9 äh. oytaj|au t) «jt-uLiijeuung eiuer mm von Pros. Knobel. 748 man ihm aufs Wort glauben, die Ausstellung wolle er mit einigen Beispielen belegen. Da ich aber gleichwohl Hrn. K. für einen tüchtige» Gelehrten halte, so erlaube ich mir in diesen Blattern, jedoch ohne alle Animosität, auf seine Einwürfe zu antworten. Er bestreitet meine Ansicht, daß der dogmatische Lheil des Buches seinen wesentlichen Inhalt ansmache, und will dafür als solchen den praktischen Lheil angesehen wissen, weil das ganze Buch zuletzt in die Anweisung und Paränese auslaufe; er citirt zu diesem Behufs 11, 1 — 12, 7. Es war jedenfalls eine große Unachtsamkeit, daß er nicht noch einen einzigen Vers weiter sah, 12, 8, in welchem das Buch (zumal für Herrn K., welcher den Epilog 12, 9—14 für einen unechten Zusatz halt) nicht mit einer Paränese, sondern mit dem Dogma abgeschlossen ist. Seine Ansicht zu begründen, müssen dann, wie es Sitte ist, die alten Hebräer herhalten': „bei ihnen erscheine das dogmatische und moralische, das theoretische und praktische Element in Vermischung und gegenseitiger Durchdringung." Waren wir aber durch diese Phrase berechtigt, einem philosophischen Scribenten aufzubürden, er habe eine dogmatische Basis gegeben, um auf ihr ein praktisches Gebäude aufzuführen, und nachdem es da stand, noch einmal die Basis aufs Dach gesetzt! Vollends wenn Herr K., um mich zu wiederlegen, das Buch in einen dogmatischen und einen darauf folgenden praktischen Lheil zerlegt, dabei aber eingesteht, daß der erste Lheil nur verwaltend dogmatisch, der zweite nur v o r w a l t e n d praktisch ist, und noch hinzufügt, „nur müsse man es mit dieser Einteilung nicht sehr genau nehmen": so frage ich, was überhaupt von einer solchen Einteilung zu halten sei. — Ueber die Lendenz des Buches mag ich mit dem Rec. nicht rechten. Er giebt zu, daß meine Ansicht von derselben mit der Auffassung des Inhaltes Zusammenhänge z so lange wir also über diesen nicht einig sind, ist jedes Wort über jene unnütz. Hinsichtlich der geringen Anzah! von junghebräischen und chaldaisirenden Ausdrücken im Buche wirft mir Hr. K. Mißgriffe vor, welche daher kämen, daß ich mit „auf dem Gebiete der altlestament. Kritik und der Geschichte der hebr. Sprache nicht gehörig orientirt und befestigt" habe. Hierauf dem Rec. zu antworten kommt mir nicht zu; m*c will ich ihn daran erinnern, wie vielen Widerspruch gerade gegen seine des besser orientirten biblische Kritik ihm in der Hallischen A. L. Z. Nr. 1 und 2 v» I. sein Rec. Ed. Neuß in Aussicht gestellt hat. Wenn ich indessen Wörter, die im Hiob, Deutero-Jesaja, Sprüchw. 31 rc. Vorkommen, nicht junghebräisch nannte, so bedenke Hr. K., daß es Exegeten gegenüber geschehen dürfte, welche aus ihnen die Abfassung Kohelets um 300 etwa v. Ehr. beweisen wollten, und daß auch dem kühnsten Kritiker jene Bücher für Jahrhunderte alter gelten, und für alt genug, daß ihre Dicrion nicht dem Junghebräischen zugezählt werden durfte. - Fast nur absichtlich kann das Mißverständnis; sein, daß ich 5, 6 durch „Gewissen" hätte übersetzen wollen. Es bedeutet allezeit Engel, hier Stcafengel, wofür ich in der Akg. promisene @txaU g'ericht, Gewissen schrieb, weil jener Begriff bei dem Erleuchteten dem Begriffe des Strafgerichts, und dieser in unseren Tagen dem Begriff des Gewissens Platz gemacht hat. — nrw‘ 11, 10 hatte ich die Zeit des sckwarzen Haars, die Jugendzeit genannt: das nennt Herr K. eine unhaltbare Künstelei. Ich wiederhole: heißt nicht rp^ die Zeit des grauen Haars und dann das Alter? und versteht nicht ba* Talmud Nedarim 30, 2 unter Schwarzköpsigcn schlechthin junge Leute? — S. 20 hatte ich gesagt, mir sei nicht ersichtlich, wie so p2 (8, 10) einen Chaldaismus enthalte. Für dieses unschuldige Geständnis; geißelt mich Hr. K.; ersichtlich ist es mir aber ungeachtet der nun von ihm erhaltenen Belehrung nicht. Daß p2 im Chaldäischen häufiger „dann", seltener „so" bedeute, sagt schon Gesenius im W. B. 5. h. v.; nur wird dieser Gelehrte mir zu distinguiren erlauben: „so" hat zwei Bedeutungen, 1) die von sie, welche aber dem chaldäischen ps irgend wie zu vindiciren sehr bedenklich sein möchte, wenigstens von den beiden Stellen, welche Buxtorf dafür anführt, Jud. 5, 2 und 2 Sam. 23, 5, gehört die erste encschieden nicht hierher, und laßt die zweite (ur pSft) eine andere Deutung zu; 2) eine conclusive, möchte ich sagen, wenn es den Nachsatz einleitet, und insofern didaktischer Natur ist, als es den ganzen Vordersatz in sich concentrirt, und zeigt, unter welchen Umstanden der Inhalt des Nachsatzes statt hat. Diese conclusive Bedeutung hat p2 auf eine sehr lehrreiche Weise in dem Targum zu Ps. 124, 3. 4. o, und an sie reihen sich die ferneren Bedeutungen „daher, mithin", welche Hr. K. entweder gar nicht kennt, oder will er sie unter seinem „also" consummirt wissen, so ist es völlig unwahr, daß diese Bedeutung im Ctzaldäischen' seltener sei als die von „dann". Ferner ist er in einem großen Irrthum, daß er meint, in der Bedeutung „dann, alsdann" komme p2 im hebr. nur zweimal vor, heiße aber sonst im hebr. gewöhnlich „so, also": denn außer diesen zwei Malen, Esth. 4, 16 und Kohel. 8, 10, kommt -es in der ganzen Bibel nicht vor. Finden wir aber, daß es im Hebr. eine Bedeutung har, welche es vermöge seiner Zusammensetzung ganz gut haben kann (vergl. meinen Kohelet S. 128), und welche im Chald. durchaus nicht die häufigere ist, so ist sein Gebrauch im Hebr. nicht chaldäisirend zu nennen. Vielleicht nimmt es den Leser für mein Buch ein, daß Hr. K. nach solchen Mängeln die Partie über den linguistischen Charakter des Buches für die schwächste zu erklären nicht umhin konnte. Seltsam, Zunz in seiner Rec. meines Kohelet, Isr. Annalen Nr. 13 v. I., lobt gerade meine Bemerkczngen über Kohelets sprachlichen Charakter! — Daß ich nichts über den Werft und die Zeit der Abfassung gesagt habe, hat eben dieser Gelehrte und nun Hr. K. besprochen. Ich antworte beiden, daß meine Gründe dafür außerhalb der Wissenschaft lagen. — Ueber meinen Ausdruck, man könne sich in des Hrn. K. Commentar hinsichtlich der Kohelet'schen Literatur des Breitesten entschädigen, hat sich derselbe ohne Grund ereifert; ich habe ihn nicht beleidigen wollen, sondern damit gemeint, daß eine umfangsreiche Angabe der Literatur in einem Werke, das nkcht, wie

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